Folgende Artikel sind von mir ausgesuchte News, die mir in der täglichen Newsflut persönlich bemerkenswert erschienen. Wer möge, kann sie sich gelegentlich mal anschauen.
Meldungen vom 19.06.2001:
Weizenbaum kontra Chat-Kultur
Der Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum hat den Einsatz von
digitalen Medien an den Schulen scharf kritisiert. Dadurch komme es
zum Verlust von Sprache und Leitbildern, erklärte er im Rahmen einer
Veranstaltung des gestern zu Ende gegangenen 29. Evangelischen
Kirchentags in Frankfurt. Die "Comic-Sprache" der Chat-Kultur werde
auf Dauer festgeschrieben. "Das Internet", so Weizenbaum, "wird das
Buch nie ersetzen".
In einem heute erschienenen Interview mit der [30]Basler Zeitung
beklagt Weizenbaum, dass Kinder mit ihren Computern mehr Zeit
verbringen als mit Büchern. Da baue sich eine Katastrophe auf. Man
habe eine ganze Generation von Schulkindern als Versuchstiere
rekrutiert. Die allerhöchste Priorität müsse die Sprache haben.
Zumindest in den USA sei es gerade die Sprache, die weggeworfen werde.
Am Massachusetts Institute of Technology (MIT), einer der führenden
Universitäten der Welt, könne ein Drittel der Studenten keine Seite
Englisch schreiben, ohne grobe Fehler zu machen. Ebenfalls ein Drittel
der amerikanischen Jugend könne zwar Comic-Books und Straßenschilder
lesen, verstehe aber eine kleine Stellenanzeige nicht und könne sich
erst recht nicht darauf bewerben. Weizenbaum: "Das ist eine Tragödie
und eine Katastrophe, die wir aufhalten müssen. Langsam wird es dafür
zu spät. Die Zeit läuft uns davon."
Der in Berlin geborene 77-jährige Computerpionier Joseph Weizenbaum
wirkt seit 1963 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er
arbeitete Ende der 60er Jahre an der Entwicklung des Arpanet mit, dem
militärischen Vorläufer des heutigen Internet. ([31]fm/c't)
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Matrox-Chip lässt Köpfe sprechen
Der kanadische Grafik- und Video-Anbieter Matrox wendet sich auch mit
seinem neuen Grafkchip nicht an Spieleenthusiasten. Trotzdem hat der
G550 im Vergleich zu seinem Vorgänger bei den 3D-Eigenschaften kräftig
zugelegt. Während die beiden Pixelpipelines des G450 noch mit einer
Textur-Einheit auskommen mussten, verfügt der G550 über zwei
Textur-Engines pro Pipeline. Und wie bei den Konkurrenten Nvidia und
ATI entlastet der Chip die CPU von den Geometrieberechnungen mit einer
T&L-Unit (Transform and Lighting), die als programmierbarer Vertex
Shader nach DirectX 8 ausgelegt ist. Der wieder in 0,18 µm gefertigte
Chip ist voraussichtlich nicht wesentlich höher getaktet als der
Vorgänger. Die genauen Werte gibt Matrox wie immer nicht bekannt. Das
Speicherinterface ist mit dem des G450 identisch und steuert maximal
32 MByte DDR-DRAM über einen 64 Bit breiten Bus an.
Da der G550 mit diesen Merkmalen allein wenig Chancen hätte, hat
Matrox sich noch etwas einfallen lassen. Die Software-Ausstattung
ermöglicht es, den eigenen Kopf als 3D-Modell in Anwendungen
einzusetzen und lippensynchron und in Echtzeit zu beliebigen Texten zu
animieren. Matrox will damit der Kommunikation über Netze eine
persönliche Note verleihen, was nach Herstellerangaben besonders in
der Geschäftswelt gefragt sein soll.
Der G550 unterstützt diese Anwendung durch so genanntes "Matrix
Palette Skinning". Darunter versteht man die Fähigkeit, ein
Polygon-Netz auf die gleiche Weise zu bewegen wie Gesichtsmuskeln. Der
G550 kann mit seinem Vertex Shader gleichzeitig bis zu vier "Muskeln"
auf jeden 3D-Punkt einwirken lassen, was technisch durch
Matrizenoperationen geschieht. Der Vertex Shader des G550 ("Head
Casting Engine") ist dabei besonders leistungsfähig, weil er sich dank
seiner 256 Konstanten-Register mit 32 Matrizen programmieren lässt.
Nvidias GeForce3 bringt es nur auf 96 Register, womit die
Lippenbewegungen weniger natürlich ausfallen sollen.
Die Software zur Millennium G550 enthält alles, was man für "Head
Casting" benötigt. Um ein Modell seines eigenen Kopfes zu erhalten,
genügt es, zwei Portrait-Ansichten mit der mitgelieferten Software von
[35]Digimask zu bearbeiten und zu verschicken. Innerhalb kurzer Frist
findet man das entsprechende 3D-Modell dann in seinem Posteingang. Mit
HeadFone der Firma [36]Lipsinc lässt sich der eigene oder auch ein
beliebiger anderer Kopf, etwa der einer Comic-Figur, an eine
Gegenstelle schicken und dort synchron zur eigenen Stimme animieren.
Da man nur wenige Positionsdaten übertragen muss, funktioniert
HeadCasting über gewöhnliche 56K- oder ISDN-Verbindungen. Falls die
Gegenstelle keine G550-Hardware besitzt, wird der Kopf nur mit
niedriger Polygon-Auflösung dargestellt und per Software animiert. Die
dritte Zugabe ist ein Add-on zu Microsoft PowerPoint, das auch
Präsentationen mit einem Talking Head versieht.
So interessant HeadCasting auch sein mag, Matrox wird noch reichlich
Überzeugungsarbeit leisten müssen. Chiphersteller versuchen schon seit
Jahren, 3D-Grafikanwendungen im Corporate-Markt zu etablieren - und
waren dabei weitgehend erfolglos. Dagegen werden Heimanwender die
Millennium G550 zuallererst an ihrer Spieleeignung messen und sich
wieder über das Environment Mapped Bump Mapping (EMBM) freuen. Das
flexiblere Dot-Product3-Bump-Mapping und das Cubed Environment Mapping
für perfekte Spiegelungen fehlen allerdings. Mit ihrem 64-Bit-Bus
kommt sie zudem nicht über die Leistung der 128bittigen
SDR-DRAM-Karten hinaus (GeForce2 MX). Ihr Preis von 349 Mark ist wegen
ihres ausgereiften Zweischirm-Konzeptes (DualHead) jedenfalls
gerechtfertigt. Die Millennium G550 soll im Zeitraum August bis
September zu kaufen sein. (Manfred Bertuch) ([37]em/c't)
References
30. http://www.baz.ch/
31. mailto:fm@ct.heise.de
32. http://www.heise.de/newsticker/data/wst-04.05.01-001/
33. mailto:dwi@ct.heise.de
35. http://www.digimask.com/
36. http://www.lipsinc.com/
37. mailto:em@ct.heise.de
Meldungen vom 18.06.2001:
IDE-Festplatte mit 100 GByte
[16]Maxtor bietet mit der DiamondMax D536X jetzt eine IDE-Platte mit
100 GByte an. Das mit 5400 U/min drehende Laufwerk bringt diese
Kapazität auf nur drei Magnetscheiben unter, erzielt also eine
Datendichte von etwa 33 GByte pro Scheibe. Sogar 40 GByte pro Scheibe
speichert die ebenfalls angekündigte Familie DiamondMax D540X, die in
Varianten mit bis zu zwei Scheiben und somit bis zu 80 GByte angeboten
wird und ebenfalls mit 5400 U/min dreht. Maxtor hat nach eigenen
Angaben mit der Massenproduktion beider Familien begonnen; die
100-GByte-Platte ist bereits jetzt bei [17]Vobis erhältlich.
([18]bo/c't)
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Milde Strafe für israelischen Hacker
Relativ glimpflich davon gekommen ist "Analyzer" oder Ehud Tenenbaum,
der 1998, damals 18 Jahre alt, als der Kopf hinter einem zwei Wochen
dauerenden [43]Angriff auf viele Rechner des Pentagon identifiziert
wurde. Die Attacke wurde vom FBI als der "bislang am besten
organisierte und systematischste Angriff" bezeichnet - der Angriff
geschah zu der Zeit, als die Krise zwischen den USA und Großbritannien
und dem Irak wegen der Waffeninspektionen auf dem Höhepunkt war. Weil
einige Spuren der Angriffe in den Nahen Osten zurückführten, nahm man
im Pentagon an, dass der Irak dafür verantwortlich sein könnte
([44]Hacker und der Staat).
Aus Anlass der Angriffe wurde das dem FBI angegliederte National
Infrastructure Protection Center (NIPC) gegründet und eine
konzertierte Aktion mit dem Namen "Solar Sunrise" gestartet, um die
Täter dingfest zu machen. Schon bald stieß man auf zwei kalifornische
Teenager, die in die Computer des Militärs eingedrungen waren. Den
durch "Solar Sunrise" entstandene Medienrummel wollte "Analyzer"
benutzen, um sich selbst als Lehrer der beiden Jugendlichen und als
gewieften Hacker darzustellen. Dadurch konnte der "Pentagon-Hacker"
schließlich als Tenenbaum aus Tel Aviv identifiziert werden. Er wurde
unter Hausarrest gestellt, aber nicht in die USA ausgeliefert,
gründete eine Sicherheitsfirma und wurde 1999 nach dem israelischen
Gesetz für Computerkriminalität angeklagt. Ende 2000 bekannte sich der
Cracker, der damals vom israelischen Premierminister als "verdammt gut
... und sehr gefährlich" gelobt wurde und weltweit Beachtung fand, der
Verschwörung, des unerlaubten Eindringens in Computer, der Störung von
Computersystemen und der Zerstörung von Beweisen für schuldig. Dafür
muss er nun nach dem Urteil des Gerichts in Tel Aviv ein halbes Jahr
unbezahlt einer gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen.
Für die amerikanischen Sicherheitsbehörden gilt "Solar Sunrise" als
vorbildliche Aktion. Beim National Counterintelligence Center wird
daher sogar ein 18-minütige Video "Solar Sunrise: Dawn of a New
Threat" angeboten.
Mehr in Telepolis: [45]Glimpflicher Ausgang einer Crackerkarriere.
([46]fr/tp)
References
16. http://www.maxtor.com/
17. http://web.vobis.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Store/de/-/DEM/DisplayProductInformation-Start;%24sid%24OzOyJTsuBFAyzWNItVY-2x9pkCOhyGpM?ProductID=UZg%2eGiSFAHMAAADnc3uwphHu&XXX=
18. mailto:bo@ct.heise.de
43. http://www.heise.de/newsticker/data/fr-25.02.98-000
44. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/1420/1.html
45. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/info/7910/1.html
46. mailto:fr@tp.heise.de
Meldungen vom 17.06.2001:
Hohes Gefahrenpotential durch "Virenbasteln für Dummies"
Mit einer einfachen Software und wenigen Mausklicks kann jeder
Windows-Nutzer seinen eigenen Computervirus basteln. Tests der
c't-Redaktion zeigen, dass Antivirenprogramme für solche
Baukasten-Schädlinge oft blind sind. In Zukunft droht eine wahre
Virenepedemie.
Der [23]Baukasten-Wurm Kournikova war Anfang des Jahres ein Vorbote:
Eine E-Mail versprach dem Empfänger ein Foto der Tennisspielerin im
Anhang. Wer es betrachten wollte, hatte mit einem Doppelklick auf den
Anhang nicht nur seinen eigenen Rechner infiziert, sondern den
E-Mail-Wurm auch an sämtliche gespeicherten E-Mail-Adressen weiter
verschickt.
Eine kinderleichte Sache: Mit Hilfe so genannter Virus Construction
Kits kann sich ein Anwender ohne jegliche Programmierpraxis im
Handumdrehen seinen eigenen Virus bauen und über das Internet
unzählige Computer damit anstecken. Je nachdem, welche Schadfunktion
der "Konstrukteur" für seinen Virus vorsieht, werden die Besitzer der
befallenen Computer vielleicht nur mit einer harmlosen Meldung auf dem
Bildschirm oder auch mit dem Verlust aller Daten auf der Festplatte
konfrontiert. Mehr als 50 solcher Virenbaukästen stehen in
einschlägigen Internet-Archiven zum Download bereit. c't-Redakteur
Jürgen Schmidt warnt allerdings davor, sie aus Neugier einfach
auszuprobieren: "Solche Versuche sind äußerst gefährlich und sollten
keinesfalls auf einem Rechner mit Netzwerkverbindung erfolgen. Neben
hohen Schadenersatzforderungen drohen dem Verursacher einer
Virenepedemie auch strafrechtliche Konsequenzen."
Obwohl solche Viren aus immer denselben Bausteinen bestehen, hat nur
eines von sieben Antivirenprogrammen die Schädlinge im c't-Test alle
erkannt - manche fanden gar keinen. Das liegt daran, dass die neueren
Construction Kits bereits Verschlüsselungsfunktionen enthalten.
Schmidt: "Es ist keine Frage mehr, ob demnächst ein neuer Virus
auftauchen wird, den das eingesetzte Antivirenprogramm nicht erkennt,
sondern nur noch, wann er kommt, und was er anrichtet."
Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der [24]aktuellen c't-Ausgabe
13/01. ([25]cp/c't)
References
23. http://www.heise.de/newsticker/data/vza-13.02.01-000/
24. http://www.heise.de/ct/inhalt.shtml
25. mailto:cp@ct.heise.de
Meldungen vom 16.06.2001:
Bergfest bei distributed.net
Nach über dreieinhalb Jahren Rechenzeit haben die Teilnehmer des
[2]Bovine RC5-Projekts schließlich die magische 50-Prozent-Marke beim
Durchsuchen des Schlüsselraums erreicht. Bei diesem Projekt handelt es
sich um den Versuch, einen RSA-Schlüssel mit 64 Bit mittels "Bruce
Force" zu knacken - dazu werden schlicht alle möglichen Schlüssel
einzeln überprüft.
Nach 1311 Tagen mit derzeit knapp 300.000 Teilnehmern wurden laut dem
gestrigen Statistik-Update 9.225.283.403.065.065.472 Schlüssel
überprüft - etwas mehr als die Hälfte der über 18 Trillionen möglichen
Schlüssel. Die Schlüsselrate ist in den vergangenen dreieinhalb Jahren
allerdings ständig gestiegen; bei der augenblicklichen Rate von 127
Gigakeys pro Sekunde würde es noch etwas über 500 Tage dauern, bis der
gesamte Schlüsselraum abgegrast wurde.
Das Projekt ist dann beendet, wenn ein Teilnehmer den richtigen
Schlüssel an den distributed.net-Keyserver zurücksendet - nachdem die
Hälfte aller möglichen Schlüssel bereits untersucht wurde, ist die
Wahrscheinlichkeit mittlerweile groß, dass das Projekt ein baldiges
Ende findet.
Dass die Methode funktioniert, hat distributed.net bereits 1997
bewiesen: Innerhalb von 250 Tagen hatten die Teilnehmer einen
56-Bittigen RSA-Schlüssel mittels Brute Force geknackt, RC5-64 wurde
anschließend als Nachfolgeprojekt gestartet. Die Projekte sollen
zeigen, dass es prinzipiell möglich ist, mit verteilter Rechenleistung
komplizierte Algorithmen sehr schnell durchzurechnen - dabei geht es
nicht nur um das Knacken von Schlüsseln, sondern auch um
grundsätzliche mathematische Probleme: Bei der Suche nach dem
[3]optimalen Golemb-Maßstab geht es darum, innerhalb einer
kürzmöglichsten Strecke Markierungen unterzubringen, deren Abstände
einzigartig sind. ([4]pab) / ([5]em/c't)
References
2. http://www.distributed.net/rc5/index.html.de
3. http://www.distributed.net/ogr/index.html.de
4. mailto:pab@ct.heise.de
Meldungen vom 15.06.2001:
Pilze kompostieren CDs
Spanische Wissenschaftler des [20]Centro de Investigaciones
Biológicas, einer Einrichtung der spanischen Forschungsgemeinschaft
[21]CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas), wollen
einen Pilz entdeckt haben, der CDs zersetzt. Das meldet das spanische
Online-Wissenschaftsmagazin [22]Ciencia digital.
Der Pilz der Art Geotrichum ernähre sich vom im Polycarbonat
enthaltenen Kohlen- und Stickstoff und zersetze so den durchsichtigen
Kunststoff. Experten sehen darin eine erstaunliche Entdeckung, denn
bislang galt Polycarbonat als recht unverwüstlich. Gezielt eingesetzt,
könnten die Pilze so zum Kompostieren von nicht mehr benötigten CDs
genutzt werden.
Andere sehen in diesem Pilz aber eine Bedrohung, denn durch die
Zersetzung des Polycarbonats leidet natürlich auch die datentragende
Schicht der CD. In ihren Augen ist der Pilz ein garstiger CD-Fresser,
der etlichen Backups und Datensammlungen den Garaus machen könnte.
Hierzulande hat man vor ihm allerdings wenig zu befürchten: Ein
Experiment hat gezeigt, dass der Pilz erst ab 30 Grad Celsius und
einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent Appetit auf CDs
bekommt. ([23]mst/c't)
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Prototyp speichert 150 GByte auf einer CD
Die Physiker der Laser Group der [44]Technischen Universität Berlin
haben eine neue Technik zum Beschreiben von CDs entwickelt, die es
ermöglichen soll, bis zu 150 GByte pro Scheibe speichern zu können. Im
so genannten mikroholografischen Verfahren sollen die Informationen
nicht nur wie bisher nebeneinander, sondern durch Ausnutzung des
Volumens auch dreidimensional gespeichert werden. Dabei erzeugt man
zunächst mit Hilfe eines Laserstrahls kleine Gitter auf der
Reflexionsschicht der CD.
Nach Angaben der Forscher der Universität kann man durch den Einsatz
von Lasern mit unterschiedlichen Wellenlängen auch mehrere solcher
Gitter überlappend in einer Ebene erzeugen. Trotzdem seien sie
anschließend separat auslesbar. Um die Speicherdichte weiter zu
erhöhen könne man auch mehrere Datenebenen übereinander legen - eine
ähnliche Technik kommt zurzeit bei gepressten DVDs zum Einsatz.
Auf der diesjährigen Fachmesse [45]LASER 2001 (18. bis 22. Juni) in
München soll das Projekt vorgestellt werden. Erste Prototypen der
150-GByte-CD und entsprechender Laufwerke seien zwar im Labor bereits
funktionsfähig, sollen aber nicht präsentiert werden, erläuterte
Susanna Orlic von der TU Berlin gegenüber heise online. Wann aus den
Forschungen ein marktreifes Produkt entstehe, ist laut der Physikerin
schwer einzuschätzen. Vor allem mangele es derzeit noch an
interssierten Industriefirmen, die das nötige Kleingeld für eine
Vermarktung mitbringen. Einige Firmen, beispielsweise [46]Imation,
forschen aber auch an eigenen holografischen Speicherverfahren, die
bald zu einem fertigen Produkt gereift sein sollen. ([47]mst/c't)
References
20. http://www.cib.csic.es/
21. http://www.csic.es/
22. http://www.cienciadigital.net/
23. mailto:mst@ct.heise.de
44. http://moebius.physik.tu-berlin.de/lasergrp
45. http://www.laser.de/
46. http://www.heise.de/newsticker/data/wst-25.02.00-000/default.shtml
47. mailto:mst@ct.heise.de
Meldungen vom 10.06.2001:
Winteranfang auf Saturn
Die [28]NASA hat aufschlussreiche Bilder vom Saturn ins Internet
gestellt. Die Aufnahmen vom Weltraumteleskop Hubble zeigen den
zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems in den Jahren 1996 bis
2000.
Sie enthüllen in dieser Zusammenstellung einen Abschnitt des 29
Erdenjahre dauernden Saturnjahres von der herbstlichen Tag-und
Nachtgleiche bis zur Wintersonnenwende, jeweils bezogen auf die
nördliche Saturn-Hemisphäre. Die erst jetzt auf der
[29]Hubble-Webseite erschienenen Bilder lassen auf den Saturnringen
eine lachsrosa Färbung erkennen. Wissenschafler erklären sich den
Farbschimmer durch Spuren organischer Substanzen auf den unzähligen
Brocken aus Eis und Staub, die den Planeten als Bestandteile nur zehn
Meter dicker Ringe umkreisen. ([30]hps)/ ([31]cp/c't)
References
28. http://www.nasa.gov/
29. http://hubble.stsci.edu/
30. mailto:hps@ct.heise.de
Meldungen vom 09.06.2001:
Dünn, leicht, billig: Displays aus Plastik
Organische Displays waren die Stars der Show auf der "[29]CeBIT der
Displayindustrie", der SID 2001, die gestern in San Jose zu Ende ging.
Etliche Hersteller mit Rang und Namen präsentierten die Leuchtanzeigen
teils "pur", teils in Handys, Videobrillen oder Flachbidschirmen
eingebaut. Zwei recht unterschiedliche Techniken bestimmen die Szene:
Auf der einen Seite die von Kodak entwickelten Small Molecule OLEDs,
auf der anderen die von Cambridge Display Technology entwickelten
Polymer-LEDs, die sich sehr billig fertigen lassen.
Zu den Herstellern von OLED-Displays zählen eMagin, Sanyo, Sony,
Tohoku Pioneer und UDC. Tohoku Pioneer setzt seine organischen
Displays bereits seit 1999 in Autoradios ein, seit 2000 findet man sie
auch in einem Timeport-Handy von Motorola.
Im Februar gründete Pioneer zusammen mit Sharp und SEL (Semiconductor
Energy Laboratoy) das Joint Venture ELDis. Der Dreierverbund will
TFT-Substrate in Sharps Continious Grain Silicon-Technik (CGS) für
organische Displays mit Aktivmatrix-Ansteuerung herstellen und
vermarkten. CGS hat eine sehr hohe Elektronenbeweglichkeit; das
Substrat kann deshalb neben den Pixeltransistoren die Treiberlogik und
weitere Displayelektronik aufnehmen.
Auf der SID zeigt Pioneer ein erstes ELDis-Resultat: Das dreizöllige
Aktivmatrix-OLED in CGS-Technik stellt auf 5,4 x 5,4 Zentimeter
vollfarbige Bilder mit einer Auflösung von 320 x 320 Bildpunkten dar;
die Pixel haben eine Kantenlänge von nur 0,168 Millimeter. Mit wenig
mehr als zwei Millimetern ist das Display verblüffend dünn.
Sony erregte Aufsehen mit einem 13-Zoll-OLED. Das unter der
Bezeichnung "Organic EL" laufende Display zeigt 800 x 600 Bildpunkte
mit einer Kantenlänge von 0,33 Millimeter (zum Vergleich: bei
15-zölligen LCD beträgt die Pixelgröße 0,3 Millimeter). Es leuchtet
laut Sony mit 300 cd/m2 und weist einen Kontrast von 200:1 auf. In
Konkurrenz zu dieser Technik zeigte Sony aber auch ein 13,2-zölliges
Feldemissionsdisplay (FED) gleicher Auflösung, das durch sehr hohe
Leuchtdichte (800 cd/m2), sehr hohen Kontrast von 800:1 und
ausgezeichnete Farbsättigung besticht.
eMagin nutzt die OLED-Technik von Kodak in hochauflösenden
Mikrodisplays. Die Firma bringt die organische Leuchtschicht direkt
auf einkristalline Siliziumchips auf. Jedes Pixel auf der 12,8 x 9
Millimeter kleinen Displayfläche hat eine Kantenlänge von 0,015
Millimetern. Mit seiner Auflösung von 852 x 600 Bildpunkten (SVGA+)
kann das Display PC-kompatibles VGA anzeigen, aber auch das
HDTV-kompatible 16:9-Format. eMagin hatte zwei Displays in eine
EyeTrek-Brille von Olympus eingebaut. Angeschlossen an die Playstation
2 überzeugte die so ausgestattete Videobrille durch leuchtende Farben
und extrem kurze Schaltzeiten. Die Massenproduktion der organischen
Mikrodisplays soll Ende des Jahres in Hopewell Junction starten,
Entwicklungskits mit OLED-Display und Ansteuerlogik sind ab sofort für
6500 Dollar zu haben.
Die Alternative zu organischen Leuchtanzeigen aus so genannten Small
Molecules sind die von Cambridge Display Technology (CDT) entwickelten
Polymer-LEDs. Die Bildqualität hinkt derzeit etwas hinterher, doch
erhofft man sich von Light Emitting Polymers (LEP) deutlich geringere
Fertigungskosten. Während die organischen Leuchtstoffe der SMOLEDs im
Vakuum auf das Substrat aufgedampft werden müssen, kann man das
organische Material der LEPs in Flüssigkeit auflösen und anschließend
wahlweise per Spin Coating - also durch Auftröpfeln auf die schnell
drehende Substratfläche - oder im Inkjet-Druckverfahren aufbringen.
Toshiba überraschte die Branche mit der Präsentation eines
vollfarbigen Polymerdisplays. Der Newcomer im Bereich der
Plastikanzeigen druckt sein LEP (Light Emitting Polymer) auf ein
TFT-Substrat aus Low Temperature Polysilizium (LTPS). Das 2,85-zöllige
Display unterstützt 260.000 Farben und 64 Graustufen. Auch wenn das
gezeigte Display noch etwas blass wirkte, markiert es doch die
Position von Toshiba im LEP-Business. Die Firma will organische
Displays bereits im April 2002 in Serie produzieren.
Epson zeigte ebenfalls ein vollfarbiges 2,8-Zoll-LEP-Display mit 250 x
150 Pixel und 64 Graustufen, das im Inkjet-Verfahren auf Polysilizium
hergestellt wurde. Als Dritter im Bunde führte Philips auf der SID
"gedruckte" LEP-Displays vor.
Vor kurzem hat auch ein deutsches Unternehmen von CDT die Lizenz zur
LEP-Fertigung erworben: Osram Semiconductor, ein
Gemeinschaftsuntenehmen von Osram und Infineon, will kleine
LEP-Displays zum Einbau in Handys und Autos herstellen. Die Firma
besitzt bereits eine Pilotanlage in San Jose und will noch dieses Jahr
eine LEP-Fab in Penang, Malaysia, in Betrieb nehmen.
Der Markt der organischen Leuchtanzeigen wird nach Ansicht des
Marktforschungsinstituts DisplaySearch von 24 Millionen Dollar im Jahr
2000 auf 3,3 Milliarden Dollar im Jahr 2005 anwachsen. Eine
konservativere Schätzung liefert Mitbewerber Stanford Ressources,
nämlich 1,6 Milliarden Dollar im Jahr 2007, erwartet aber für dieses
Jahr bereits ein Wachstum auf 84 Millionen Dollar. Die
Hauptanwendungen für organische Displays sieht Stanford Resources bei
den mobile Appliances und im Automobilsektor. ([30]uk)/ ([31]cp/c't)
References
29. http://www.heise.de/newsticker/data/wst-07.06.01-000/
30. mailto:uk@ct.heeise.de
Meldungen vom 07.06.2001:
Grüne Dächer schützen vor Elektrosmog
Für Gegner von Mobilfunksendeanlagen, die vor Gericht mit ihrer Klage
scheitern, bieten jetzt Wissenschaftler des Forschungslabors für
Experimentelles Bauen der Universität Gesamthochschule Kassel
([29]GhK) bauliche Möglichkeiten, sich vor den möglichen Auswirkungen
elektromagnetischer Wellen zu schützen. Sie fanden heraus, dass
begrünte Dächer und Hauswände aus Lehm einen effektiven Schutz gegen
solche Strahlen bieten. Durchgeführt wurden die Messungen am Institut
für Hochfrequenz-, Mikrowellen- und Radartechnik der [30]Universität
der Bundeswehr in München.
"Wer sich gegen hochfrequente Strahlungen von außen schützen will, ist
unter einem Lehmtonnengewölbe mit Grasdachabdeckung ideal
abgeschirmt", erklärt Professor Gernot Minke, der das Kasseler
Forschungslabor für Experimentelles Bauen leitet und als international
anerkannter Fachmann für Lehmbauten und experimentelles Bauen gilt.
Bei seinen Messungen konnte der Wissenschaftler eine fast
hundertprozentige Abschirmung des Hausinneren gegen Mobilfunkstrahlung
[31]belegen. Bereits Gründächer mit einer Schicht von 15 cm
Leichtsubstrat erbringen für die Frequenzbereiche von 1,8 bis 1,9 GHz
des Mobilfunk-E-Netzes und der schnurlosen DECT-Telefone eine
Strahlungsdämpfung von ca. 22 dB, was einer Strahlungsreduktion von
99,4 Prozent entspricht.
Für den künftigen Mobilfunkstandard UMTS, der im Frequenzbereich von
1,92 bis 2,17 GHz arbeitet, soll laut Minkes Messungen die Abschirmung
noch bessere Werte erreichen. Einen optimalen Reduktionswert von 49 dB
erreichte der Kasseler Architektur-Professor durch die Kombination aus
Lehmgewölbe mit Grasabdeckung. Ein herkömmliches Ziegeldach hingegen
reduziere die Strahlen im Frequenzbereich für das E-Netz und UMTS nur
um 50 Prozent.
Um nicht nur von oben, sondern auch von der Seite gegen die Strahlen
gewappnet zu sein, empfiehlt Minke künftigen Bauherren, dass möglichst
keine Türöffnungen zu bestehenden Basisstationen hin ausgerichtet
werden beziehungsweise dass diese mit einer metallischen Beschichtung
oder einer metallischen Fliegengitterdoppeltür - wie aus den USA
bekannt - versehen sein sollten. Fenster mit einer einfachen
Isolierverglasung oder Holzrahmen sind ebenso ein Schwachpunkt. Eine
moderne Wärmedämmverglasung erreiche dagegen aufgrund ihrer
Edelmetallbedampfung eine Abschirmung von 30 dB (99,9 Prozent). Für
Dachflächenfenster eignet sich ein Reflektor-Sonnenrollo, das in allen
Frequenzbereichen eine Abschirmung von 99,98 Prozent erbrachte.
Allerdings sei zu berücksichtigen, dass damit die niederfrequenten
Strahlungsquellen, wie sie im Hausinneren durch Elektrogeräte
auftreten, nicht vermindert würden. (Andreas Grote) / ([32]wst/c't)
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Gates spendet Milliarden für Gesundheitsprojekte
Während die internationale Presse nahezu täglich auf das Urteil in der
Berufungsinstanz des Kartellverfahrens gegen Microsft wartet,
präsentiert der Gründer des Software-Konzerns sich erneut als großer
Philanthrop. Nach einem Bericht des Wall Street Journal will Gates das
Kapital der [35]Bill und Melinda Gates-Stiftung um zwei Milliarden
US-Dollar aufstocken. Die Spende erhöht das Kapital der Stiftung, die
insbesondere Gesundheitsprojekte in der dritten Welt unterstüzt, auf
insgesamt 23 Millarden US-Dollar.
In ihrer ersten großen gesundheitspolitischen Rede hatte Melinda Gates
vergangene Woche die USA und andere reiche Nationen aufgefordert, ihre
Bemühungen im Kampf gegen AIDS "dramatisch" zu verstärken. Auf der
jährlichen Konferenz des Global Health Council erklärte Melinda Gates,
sie und ihr Ehemann wären empört darüber, dass neue Impfstoffe in der
Regel in den USA einige Jahre früher verfügbar wären als in
unterentwickelten Ländern. "Wenn es einen AIDS-Impfstoff gibt, dann
wollen wir ihn überall verfügbar machen", erklärte sie. ([36]wst/c't)
References
29. http://www.uni-kassel.de/
30. http://www.unibw-muenchen.de/
31. http://www.uni-kassel.de/presse/pm/jun01-01.ghk
32. mailto:wst@ct.heise.de
35. http://www.gatesfoundation.org/
36. mailto:wst@ct.heise.de
Meldungen vom 06.06.2001:
2050 sollen Fußball-Roboter gegen den Weltmeister antreten
In fünfzig Jahren, so die ehrgeizige Vorgabe der
Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft RoboCup, sollen humanoide Roboter
nach den offiziellen Regeln der FIFA gegen den amtierenden
menschlichen Fußballweltmeister antreten und gewinnen. Bis dahin ist
es noch ein weiter Weg, was man auch bei dem ersten [33]RoboCup German
Open vom 8. bis 10. Juni sehen können wird.
Veranstaltet wird RoboCup GermanOpen vom Institut für Autonome
intelligente Systeme der GMD in Sankt Augustin. Im [34]Heinz Nixdorf
MuseumsForum in Paderborn werden am Wochenende 30 Teams aus neun
Ländern in fünf Klassen um den Titel kämpfen. Das ist auch ein letzter
Test, bevor es dann zur Weltmeisterschaft geht, die seit 1997 jährlich
veranstaltet wird und dieses Mal vom 2. bis 10. August in Seattle
stattfindet.
Beim RoboCup wird in unterschiedlichen Ligen gespielt. Bei der
"Simulation League" spielen jeweils 11 Agentenprogramme auf einem
virtuellen Spielfeld. Mit dem Verzicht auf den Körper ist hier die
Perfektion natürlich am weitesten gediehen. Bei der Middle Size League
sind die völlig autonom agierenden und über Funk kommunizierenden
Spieler (drei Feldspieler und ein Torwart) bis zu 80 cm groß und
treten auf einem 5 x 9 Meter großen Spielfeld gegeneinander an. In der
Middle Size League kämpfen jeweils 5 Spieler, die in einen 18 cm
großen Zylinder passen müssen, auf einem Spielfeld von der Größe
152,5 x 274 cm gegeneinander. Hier darf eine Kamera über dem Spielfeld
als gemeinsames Auge mit verwendet werden. Seit 1999 gibt es auch die
Sony Legged Robot League, bei der die bekannten Sony-Hunde zum Einsatz
kommen. Jeweils drei Vierbeiner spielen in einer Mannschaft. Und in
der Junior League können Kinder selbst gebaute Roboter vorführen.
Die Fußballmeisterschaften der Roboter spiegeln in erster Linie den
technischen und wissenschaftlichen Stand wieder und sollen die
Forschung im Bereich KI und mobile autonome Roboter fördern. Aber es
gibt auch immer wieder etwas zu lachen, wenn etwa die Roboterhündchen
sich hinsetzen und einfach zuschauen, wie der Ball an ihnen vorbei
rollt, oder ein Torwart höflich den gegnerischen Stürmern Platz macht.
Natürlich werden die Spiele in Paderborn live über das Internet
[35]übertragen.
Siehe auch in Telepolis: [36]Noch 50 Jahre bis zum Entscheidungsspiel.
([37]fr/tp)
References
33. http://ais.gmd.de/GermanOpen/
34. http://www.hnf.de/
35. http://ais.gmd.de/GermanOpen/live_de_content.html
36. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/robo/7814/1.html
Vom Dotcom-Großverdiener zum Entwicklungshelfer
Die Pleite- und Entlassungswelle unter den Dotcom-Firmen in San
Francisco und im Silicon Valley hat dem amerikanischen Friedenskorps
zu einem unerwarteten Aufschwung verholfen. Bei der
Regierungsorganisation, die freiwillige Helfer in Entwicklungsländer
und Katastrophengebiete schickt, ist die Zahl der Bewerbungen im Raum
San Francisco seit Jahresbeginn um 55 Prozent gestiegen.
Die meisten Anfragen kämen von ehemaligen Dotcom-Mitarbeitern, die
ihren Job verloren haben und eine neue Lebensaufgabe suchten, sagt
Harris Bostic, Leiter des Peace Corps in San Francisco. Viele fänden
es "sexy", spannende Aufgaben im Ausland zu übernehmen, statt in der
Internet-Branche erneut auf Arbeitssuche zu gehen. Bostic beschreibt
einen typischen Fall einer Ex-Dotcom-Angestellten, die ihre Aktien
einlöste und es sich leisten kann, unbezahlt zwei Jahre als
Freiwillige im Ausland zu arbeiten.
Peace-Corps-Helfer verdienen kein Geld. Die Organisation, die 1961 von
Präsident John F. Kennedy ins Leben gerufen wurde, kommt für den
Lebensunterhalt, das Berufs- und Sprachtraining und die Reisekosten
auf. Derzeit sind 7300 Helfer in 76 Ländern in Afrika, Asien,
Lateinamerika und Osteuropa stationiert.
Ex-Dotcomer Jessica Hsu tauscht ihren gut bezahlten aber unsicheren
Computerjob bei einer Online-Werbefirma gegen einen zweijährigen
Aufenthalt in Haiti ein. Nach stressigen langen Arbeitstagen in der
High-Tech-Welt freut sich die 25-Jährige auf ein "einfaches" Leben.
Wie viele andere hätte auch sie sich gefragt, ob sie den Rest ihres
Lebens auf einen Computer starren wollte.
Der größte Unterschied ist der Verlust eines 5-stelligen Gehalts, doch
Harry Bostic sieht Ähnlichkeiten zwischen dem Einsatz beim Peace Corps
und dem Job in der Dotcom-Branche. In beiden Bereichen seien
Risikobereitschaft, Abenteuerlust und ein großer Tatendrang gefragt.
Nach jahrelangem Geldverdienen und einem Luxusleben sei es jetzt
wieder "cool", zu helfen und sich auf andere Werte zu besinnen.
Waren früher handwerkliche und landwirtschaftliche Kenntnisse beim
Einsatz in den Drittweltländern gefragt, sind jetzt Erfahrung mit
Computern und dem Internet begehrt. 13 Prozent der Peace-Corps-
Dienste haben mit Geschäftsgründungen und Unternehmensberatung zu tun.
Kürzlich wurde das erste Team von IT-Helfern mit Computern, Modem und
Druckern nach Belize entsandt. (Barbara Munker) / ([8]mw/c't)
Meldungen vom 01.06.2001:
Bundestag erwägt Umstieg auf Linux
Eine elfköpfige Abgeordneten-Kommission sucht nach einem neuen
Betriebssystem für den Bundestag. Die Entscheidung wird zwischen Linux
und Windows 2000 fallen. Auf den rund 5000 Arbeitsplatzrechnern von
Abgeordneten, Fraktionsmitgliedern und der Verwaltung ist derzeit noch
Windows NT installiert.
In drei bis vier Monaten will die Kommission des Ältestenrates für den
Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken und -medien
(IuK-Kommission unter dem Vorsitz von Uwe Küster (SPD) ihre
Erkenntnisse in schriftlicher Form dem Ältestenrat vorlegen, der dann
seine Entscheidung trifft. Bis dahin müssen Zuverlässigkeit, Ergonomie
sowie die Kosten beider Alternativen gegeneinander abgewogen werden.
Noch ist keine Vorentscheidung gefallen. Sicher ist jedoch, dass es
eine eindeutige Empfehlung geben wird. Die Möglichkeit, jedem
einzelnen Anwender die Entscheidung zu überlassen, schließt Küster
aus, denn man wolle Support nicht für zwei Systeme anbieten.
Vor zwei Monaten hatten Vertreter von Microsoft und SuSE auf Einladung
der Kommission die künftigen Entwicklungen in der Windows- und
Linux-Welt vorgestellt. Dies diente einem "ersten, groben Vergleich",
so Kommisions-Chef Küster. Um weitere Informationen zu sammeln, fuhren
sechs Kommissionsmitglieder in der vergangenen Woche nach Amerika.
Dort führten sie Gespräche mit Firmenvertretern von Microsoft, Red
Hat, Caldera, Oracle und, so Küsters, "mit Anwendern vor Ort".
Der Abwägung von Vor- und Nachteilen müsse nun eine Phase der
praktischen Erprobung folgen, sagte Küster. Deshalb schlägt er vor,
unter den Fraktionsmitgliedern Freiwillige zu suchen, die innerhalb
der bestehenden IT-Infrastruktur des Bundestages den Einsatz von Linux
und Windows 2000 erproben. Auf diesem Wege erhalte man Angaben "von
ganz normalen Anwendern". Innerhalb seiner Fraktion ließen sich leicht
etwa 30 Kandidaten für einen Test mit Linux finden.
Eckart von Klaeden sitzt für die CDU in der IuK-Kommision. Er äußerte
im Gespräch mit einem Internet-Newsdienst einige Bedenken gegen den
Umstieg auf Linux. Nach Ansicht von Kommisionsmitglied Josef Hollerith
(CSU) bleibt auch die Arbeit der Kommision nicht verschont von einer
gewissen "Lagerbildung die durch die ganze Computerwelt geht". Im
Gespräch mit heise online bezeichnete sich Hollerith als Fan von
Linux, das er als "offenes und funktionierendes System" sieht. Nach
seiner Meinung stehen die Chancen gut, dass der Abschlußbericht zu
Gunsten von Linux ausfällt. Der finanzielle Aspekt spiele bei der
endgültigen Entscheidung sicherlich auch eine Rolle; erste Priorität
habe allerdings eindeutig die Zuverlässigkeit. Generell sei er gegen
Monopole. Zur Microsoft-Strategie [2]gegen Linux sagte Hollerith: "Die
haben da einen eingekauft, der gegen Linux agiert."
Im Server-Bereich treffen die Fraktionen ihre Entscheidungen
selbständig. Sie haben unabhängige Rechenzentren mit eigenen Systemen
der Kommunikation, sogenannte "Vertrauensinsel". In der SPD-Fraktion
hat man seit 1995 die Umstellung auf Linux-Derivate betrieben.
Mittlerweile ist Linux dort auf allen Servern installiert. Der
Bundestag ist dagegen noch in einer Phase der Erprobung. Als erster
Netzknoten wurde der Mailserver von Windows NT auf Linux umgestellt.
Seitdem funktioniere der Mailversand einwandfrei, so Küster. Vorher
sei der Rechner beim Massenversand von E-Mails immer abgestürzt.
Wieviele der rund 100 Server in den Fraktionen und der Verwaltung
unter Linux laufen, konnte Küster nicht sagen. ([3]dwi/c't)
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US-Richter: FBI-Hack war legal
Die Methoden, mit denen das FBI im Mai zwei mutmaßliche russische
Cracker ausspioniert und in die USA [23]gelockt hat, verstoßen nicht
gegen die Verfassung. FBI-Fahnder hatten die Beschuldigten mit einem
fiktiven Job-Angebot geködert und nach der Einreise in die USA
verhaftet. Dem 20-jährigen Alexej Ivanov und dem 25-jährigen Vasilij
Gorshkov werden Einbrüche in Banken-Netzwerke und bei
Internet-Providern vorgeworfen. US-Richter John C. Coughenour hat nach
US-Medienberichten nun den Antrag des Anwaltes von Gorshkov
abgewiesen, der erreichen wollte, dass vom FBI beschaffte Dateien
nicht als Beweismittel zugelassen werden.
Um Beweise gegen die beiden Cracker zu bekommen, bediente sich das FBI
[24]umstrittener Methoden: Die Ermittler gründeten eine Scheinfirma
namens "Invita Security" und luden die Verdächtigen ein, persönlich
ihre Fähigkeiten als Sicherheitsberater zu demonstrieren. Die
Computer, mit denen sie bei Invita arbeiten sollten, waren allerdings
vom FBI präpariert. Über mitgeloggte Passwörter verschafften sich die
Fahnder Zugang zu den in Russland befindlichen Computern, von denen
sie umfangreiches Datenmaterial herunterluden.
Gorshkovs Anwalt argumetierte nun, das FBI habe gegen den [25]vierten
Verfassungszusatz verstoßen. Der Richer hielt dagegen, die Computer
der Verdächtigen hätten sich nicht in den USA befunden und wären auch
nicht das Eigentum von US-Bürgern. Aus diesem Grund sei der vierte
Verfassungszusatz nicht anwendbar. Außerdem hätten die FBI-Ermittler
zwar die umstrittenen Daten ohne richterliche Genehmigung
heruntergeladen, vor der Analyse der 250 Gigabyte Beweismittel hätten
sie sich allerdings einen Durchsuchungsbeschluss besorgt. Der Prozess
soll am 17. September beginnen. ([26]wst/c't)
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Internetpionier kritisiert Enfopol-Pläne
ICANN-Direktor Vinton Cerf hat die EU mit Nachdruck davor gewarnt, die
Direktive zum Datenschutz auszuhebeln. Die EU-Pläne [34]zur Bekämpfung
von Cybercrime in neu aufgetauchten Enfopol-Dokumenten stünden in
direktem Widerspruch zur EU-Datenschutzrichtlinie, sagte Cerf , der
maßgeblich an der Erarbeitung des TCP/IP-Standards beteiligt war, in
einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Die von der EU geforderte, jahrelange Speicherung so genannter
Verbindungsdaten stelle eine unzumutbare Belastung für die Provider
dar. Auch nur einen geringen Prozentsatz der täglich anfallenden Daten
lange Zeit zu speichern sei in der Praxis äußerst schwierig. Statt der
Speicherung von Verbindungsdaten gebe es genügend andere Methoden, um
"zu beobachten, was im Netz vor sich geht", erklärte Cerf. "Wenn
jemand explizit anordnet, dass ich Informationen speichern soll, tue
ich mein Bestes, um diese Informationen zu speichern". ([35]wst/c't)
Meldungen vom 30.05.2001:
Europäisches Parlament: Es gibt das globale Lauschsystem Echelon
In dem [26]vorläufigen Bericht des nichtständigen Ausschusses des
Europäischen Parlaments wird bestätigt, dass es das globale
Lauschsystem Echelon gibt, das von den Geheimdiensten der USA,
Kanadas, Großbritanniens, Australiens und Neuseelands betrieben wird,
aber wahrscheinlich nicht mehr unter diesem Namen läuft. Gesagt wird
allerdings auch, dass dessen Kapazitäten überschätzt wurden, vor allem
was das Abhören der Internetkommunikation angeht, und dass man keinen
Beweis für Wirtschaftsspionage gefunden habe. Duncan Campbell, dessen
Berichte die Diskussion über Echelon ausgelöst haben, weist allerdings
in den jetzt exklusiv von Telepolis veröffentlichten [27]Dokumenten
darauf hin, dass es dafür unübersehbare Hinweise gibt.
Nach dem vorläufigen Abschlussbericht des nichtständigen Ausschusses
werden Deutschland - weil sich hier in Bad Aibling eine NSA-Station
befindet - und England dazu aufgerufen, geheimdienstliche Aktivitäten
der USA auf ihrem Gebiet von der Einhaltung des Europäischen Abkommens
zum Schutz der Menschenrechte abhängig zu machen und dies auch zu
überprüfen. Empfohlen wird den EU-Bürgern, vertrauliche E-Mails auf
jeden Fall zu verschlüsseln. Wie weit die Bundesregierung weiß, was in
Bad Aibling geschieht, ist bislang trotz einer Anfrage im letzten Jahr
weitgehend unbekannt geblieben. Es habe zwar ein solches Lauschsystem
nach dem Krieg gegeben, aber man habe, so die [28]Auskunft der
Bundesregierung damals, über den aktuellen Stand der Dinge "keine
genauen Erkenntnisse". Die Bundesregierung wisse auch nicht, ob die
Privatsphäre von Bürgern oder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen
Wirtschaft dadurch gefährdet sei. Die NSA-Station in Bad Aibling
erfasse nur militärische Hochfrequenz- und Satellitenverkehre, nicht
aber die private Telekommunikation. Deren Arbeit geschehe im Rahmen
der NATO, ein "missbräuchliches Vorgehen" gegen Deutschland sei
ausgeschlossen, weil "unzulässig".
[29]Letztes Jahr hatte Ilka Schröder, grüne Abgeordnete des
Europäischen Parlaments und Mitglied des nichtständigen Ausschusses
für Echelon, Strafanzeige beim Generalbundesanwalt, bei der
Staatsanwaltschaft Traunstein und der Staatsanwaltschaft Berlin gegen
unbekannte Tatverdächtige und die deutsche Bundesregierung wegen
Betrieb und Tolerierung des Spionagesystems Echelon gestellt. Die
Stadtratsfraktion der grünen Liste in Erlangen hatte dann zur
Unterstützung am 12. 3. 2001 dieselbe Strafanzeige noch einmal
gestellt.
Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft
Berlin antworteten der grünen Liste, dass sie das Ermittlungsverfahren
wegen mangelnder Belege eingestellt haben. Die Staatsanwaltschaft
München II lehnte in ihrem Schreiben vom 15. 5. aus denselben Gründen
ein Ermittlungsverfahren ab: "Bloße Vermutungen rechtfertigen es
nicht, jemanden eine Tat zur Last zu legen." Die Strafanzeige enthalte
nur "allgemeine Behauptungen", sage aber nicht, welche Firma
beispielsweise mit Echelon abgehört und welches Patent dabei an
Konkurrenten verraten worden sei. Interessant aber ist die
Einschätzung der Rechtmäßigkeit von Echelon: "Ferner ist davon
auszugehen, dass die Tätigkeiten von Echelon von der Bundesregierung
völkerrechtlich gestattet worden ist, so dass auch von diesem Aspekt
aus ein rechtswidriges Handeln nicht erkennbar ist."
Mehr in Telepolis: [30]Gerichte weisen Echelon-Strafanzeige gegen die
Bundesregierung wegen fehlender Beweise ab ([31]fr/tp)
References
26. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/7736/1.html
27. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/7754/1.html
28. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/6748/1.html
29. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/6998/1.html
30. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/7736/1.html
31. mailto:fr@tp.heise.de
Meldungen vom 29.05.2001:
Intels Schlachtschiff Itanium läuft vom Stapel
Fast genau sieben Jahre nach der Vertragsschließung zwischen Intel und
HP hat Intel heute den Itanium (Merced) als ersten Repräsentanten der
neuen, gemeinsamen IA64-Architektur vorgestellt. Er kam jetzt mit rund
zweijährigen Verspätung auf den Markt und musste in der Zwischenzeit
miterleben, wie sich auf Grund massiver AMD-Konkurrenz die
32-Bit-Desktop-Prozessoren eine Performance-Schlacht lieferten und
sich taktmäßig weit an ihm vorbei in die Höhe schraubten. Mit seinen
maximal 800 MHz Takt bleibt der Itanium im vorgesehenen Rahmen, wobei
er bei etlichen klassischen Benchmarks hinter den schnellen
Desktop-Sprintern, aber auch hinter verbreiteten Serverprozessoren
zurückbleibt. Mit einem SPECint2000-Wert von 345 (base) liegt er unter
den Erwartungen etwa auf Pentium-III-800-Niveau, und damit weit hinter
Pentium 4-1,7GHz, Athlon 1,33 GHz, UltraSparc-III-900, Alpha
21264B-833, Mips R14k-500 oder HP PA8700-750.
Im Gleitkommabereich jedoch hält die neue Architektur, was sie
versprach. Dank der als "Drei-Adress-Maschine" organisierten 128
FPU-Register hängt der Itanium als Numbercruncher alles ab was im
Mikroprozessorbereich bislang Rang und Namen hat. Mit einem
Specfp2000-Basiswert von 700 übernimmt er die Spitzenposition klar vor
dem (lästigen) Hauskonkurrenten Pentium 4, der bei 1,7 GHz einen
SPECfp2000 von 595 erzielt. Erzgegner Sun erzielt hier mit der
UltraSparc III-900 nur 427 Punkte.
Ähnlich gut sieht es bei den Supercomputer-Benchmarks Linpack-1000 und
Cactus für den Itanium aus, wo er sich nur den gigantischen, enorm
teuren Vektorprozessoren von Fujitsu und NEC geschlagen geben muss.
Besonders teuer ist der Neuling indes nicht, zwischen 1177 (733 MHz, 2
MByte L3) und 4227 Dollar (800 MHz, 4 MByte L3) kostet ein
Prozessormodul (OEM-Preis); ein Klacks in der Serverszene. Das musste
man vor kurzem noch für einen Xeon-500 mit großen Caches auf den Tisch
legen.
Intel verhehlt nicht, dass der Itanium noch nicht richtig ausgereift
ist und sich die Software (Betriebssysteme, Compiler, Applikationen)
noch zumeist im Betastadium befindet. Die jetzt verkauften Systeme
setzten gewissermaßen die schon seit einem halben Jahr laufende
Pilotphase öffentlich fort. Der Itanium soll nur als "Enabler" für die
64bittige Architektur IA64 dienen. IBM bietet hierfür die
IntelliStation Z Pro als Workstation mit zwei Prozessoren ab etwa 17
000 Dollar an (ab 29. Juni im Handel). Dabei handelt es sich
weitgehend um Intels "White Box", die auch diverse anderen OEMs mehr
oder weniger leicht verändert offerieren. Ähnliches gilt für den
Vierfach-Server (Codename Lion). Der ein oder andere OEM (Dell,
Compaq) hat größere eigene Variationen davon entwickelt. Hitachi und
NEC werfen gar ihre Supercomputer-Erfahrung in die Waagschale und
haben 8fach- und 16-fach-Itanium-Server mit eigenen Chipsätzen und
Crossbars entwickelt.
Bull, HP, Siemens Fujitsu, SGI, Mitsubishi und Fujitsu - all jene OEM
die neben den oben genannten mit ihren Systemen schon seit Jahren von
IDF zu IDF, von CeBit zu CeBit "tingeln", wollen etwa ab Juli/August
endlich mit ihren Itanium-Systemen auf den Markt. Sie müssen sich auch
sputen, denn am Jahresende soll bereits der Itanium-Merced-Nachfolger
McKinley in die Pilotphase eintreten. Und dem wird ein ganz erheblich
höheres Performance-Potential zugeschrieben.
Näheres zu Intels Itanium finden Sie in c't 12/2001 (am 5. Juni am
Kiosk). ([49]as/c't)
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Mozilla 1.0 kommt erst Ende des Jahres
Mozilla-Fans, die nach den schnell aufeinanderfolgenden letzten so
genannten Milestones mit den Nummern 0.8 und [60]0.9 darauf gehofft
hatten, der Browser würde bald in einer endgültigen Version 1.0
verfügbar sein, werden enttäuscht sein: Das Mozilla Project, das die
Entwicklung des Open-Source-Browsers organisiert, plant, die
endgültige Version nicht vor dem letzten Quartal des Jahres
fertigzustellen. Dies geht aus einer Roadmap hervor, die die
Mozilla-Entwicklergemeinde auf ihrer Homepage [61]veröffentlicht hat.
Bis zum Erscheinen der endgültigen Version sollen noch diverse
Milestones mit den Versionsnummern 0.9.x veröffentlicht werden.
In der [62]Roadmap vom Ende des vergangenen Jahres waren die
Mozilla-Entwickler noch davon ausgegangen, Mozilla 1.0 bis Mitte 2001
veröffentlichen zu können. Ein kleiner Trost für Mozilla-Freunde: Auch
die bisherigen Versionen laufen bereits stabil und flott, so dass man
sich bereits ein gutes Bild des Browsers machen kann. Sie stehen auf
der Mozilla-Homepage [63]zum Herunterladen bereit. ([64]jo/c't)
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Sorge um Datenmissbrauch bremst E-Commerce
Sicherheitsbedenken halten immer noch viele Verbraucher von
Einkaufstouren im Internet ab. "Wir haben Akzeptanzprobleme beim
E-Commerce, der Datenschutz ist dabei ein zentrales Thema", sagt Rolf
Bender, Regierungsdirektor für Medienrecht im
Bundeswirtschaftsministerium.
Voraussichtlich Anfang Juni berät der Bundestag eine Neufassung des
Teledienstdatenschutzgesetzes, das den Datenschutz im Internet regelt.
"Mit der Novelle erwarten wir einen Push für den elektronischen
Handel", sagt Bender.
Das Internet ist zwar längst zu einem riesigen Warenhaus geworden,
aber der Boom im E-Commerce ist hier zu Lande bislang ausgeblieben.
Weltweit erreichte der Umsatz im Handel via Datennetz laut Studien im
vergangenen Jahr 285,9 Milliarden US-Dollar (derzeit rund 650
Milliarden Mark). Deutschland hatte daran nur einen Anteil von 9,1
Milliarden US-Dollar. Einzelhändler erreichten im vergangenen Jahr
nach Schätzung ihres Verbands einen Online-Umsatz von fünf Milliarden
Mark - damit steuern sie lediglich 0,5 Prozent zum gesamten
Einzelhandelsumsatz bei.
Internet-Shopper sorgen sich zu Recht um den Missbrauch ihrer
persönlichen Daten: In einer Untersuchung hat die TÜV Nord Security
GmbH Hamburg Ende vergangenen Jahres festgestellt, dass beim
Datenschutz mehr als 70 Prozent der Anbieter im grauen Bereich
operieren. So holten 86 Prozent nicht das Einverständnis der Käufer
ein, wenn sie deren Daten an Dritte vermittelten. Die Löschung von
Kundendaten garantierten 91 Prozent nicht ausdrücklich, 79 Prozent
belehrten ihre Nutzer nicht oder kaum über den Datenschutz.
"Die Regeln des Datenschutzes im Internet sind nicht schlecht, sie
werden nur nicht befolgt", sagt Werner Schmidt, Vize-Sprecher des
Bundesbeauftragten für Datenschutz. "Die Anwender sorgen für
erhebliches Misstrauen und schaden dem Marktplatz E-Commerce, der
deutlich hinter seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten bleibt."
Auch das Bezahlen übers Netz und die vielen unterschiedlichen Systeme
verunsichern die Surfer. So nutzten nach einer Untersuchung der
Hamburger Unternehmensberatung Mummert + Partner bisher nur 1,5
Prozent der Online-Kunden so genannte elektronische Geldbörsen. Drei
viertel der Internet-Nutzer bevorzugten wegen Sicherheitsbedenken bei
ihren ersten Einkäufen per Mausklick eine gewöhnliche Rechnung. 64
Prozent der Verbraucher gaben an, dass eine sichere und verschlüsselte
Übertragung den Online-Einkauf attraktiver machen würde.
Nach dem Teledienstdatenschutzgesetz ist ein E-Commerce-Anbieter
verpflichtet, möglichst wenig personenbezogene Daten zu erheben und
diese nur so lange zu speichern, wie es zur Geschäftsabwicklung nötig
ist. Kunden müssen schriftlich einwilligen, wenn ihre Angaben für
Werbung verwendet werden sollen. Diese Zustimmung ist auch bisher
schon auf elektronischem Weg erlaubt. Die Novelle soll diese
Möglichkeit noch erleichtern und sie an weniger strenge
Voraussetzungen koppeln.
Bei Verstößen sollen künftig Bußgelder bis zu 100.000 Mark erhoben
werden können. "Ziel der Novelle ist es, das Gesetz
anwendungsfreundlicher und transparenter zu machen", erklärt Bender.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue
Medien (BITKOM) und die Initiative D21 fordern ein Gütesiegel,um den
E-Commerce anzukurbeln. "Wir brauchen eine Art TÜV-Siegel wie beim
Auto, eine Marke, die das Vertrauen des Verbrauchers hat", sagt
BITKOM-Geschäftsführer Bernhard Rohleder. (Iris Auding, dpa) /
([70]wst/c't)
References
49. mailto:as@ct.heise.de
60. http://www.heise.de/newsticker/data/ghi-08.05.01-000/default.shtml
61. http://www.mozilla.org/roadmap.html
62. http://www.mozilla.org/roadmap/roadmap-25-Sep-2000.html
63. http://www.mozilla.org/releases/
64. mailto:jo@ct.heise.de
70. mailto:wst@ct.heise.de
Meldungen vom 28.05.2001:
Voyager landete vor Serienende im Internet
Amerikanische Fernsehsender beklagen sich über den zunehmenden Handel
mit noch nicht gesendeten Episoden von TV-Serien, die bei der
Übertragung zur lokalen Fernsehstation "abgefangen" wurden.
Nach einem Bericht des US-Nachrichtenservices CNET setzen die Piraten
den Hebel auf der Strecke vom Satelliten zur Empfangsstation der
lokalen Fernsehsender an, an die die Filme und Serien einige Tage vor
der Ausstrahlung geschickt werden. Benötig werden hierfür
Satellitenschüsseln mit circa drei Metern Durchmesser, weshalb vor
allem die Wüstenregionen von Nevada ein beliebtes Einsatzgebiet sind.
Da die Übertragungszeiten natürlich nicht öffentlich bekannt gegeben
werden, müssen sich die Videopiraten zudem regelrecht auf die Lauer
legen.
Aufgrund der geringen Einwohnerzahl in diesen Gebieten wurden diese
"Mitschnitte" von den amerikanischen TV-Sender bislang geduldet.
Mittlerweile ist der Internet-Handel mit noch nicht ausgestrahlten
Episoden allerdings sprunghaft angestiegen. Ganz oben auf der
Beliebtheitsskale standen zuletzt die finale Episode der SF-Serie
"Star Trek: Voyager" sowie die Season Finales von "Frasier" und "The
Simpsons". Daher ist nun davon auszugehen, dass die Sender den Handel
mit den so genannten "TVRips" gerne unterbinden würden - allerdings
ist die Rechtslage nach Expertenmeinung nicht eindeutig.
Die größte Vorteile der "TVRips" liegen einerseits in der guten Bild-
und Tonqualität, andererseits werden die Sendungen werbefrei
übertragen. Dafür sind die Datenmengen, die über das Internet
verbreitet werden, nicht gerade klein: Eine Video-Datei mit einer
halbstündige Episode ist schon mal mehrere hundert MByte groß.
Neben den "TV-Serien-Piraten" zapft noch eine zweite Gruppe die
Übertragungen ab, denen es aber nicht um Fernsehserien geht, sondern
um ungeschnittenes Material für Nachrichtensendungen mit Blut, Gewalt
und Toten. Bereits 1996 wurden entsprechende Mitschnitte
sichergestellt, die ein Videopirat veröffentlichen wollte.
([13]nij/c't)
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Linux-Superrechner auf dem Vormarsch
Superrechner, die mit Linux betrieben werden, finden sowohl in
Forschungseinrichtungen als auch bei kommerziellen Anwendungen immer
mehr Interesse: An der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg
wurde heute der Beowulf-Cluster Tina offiziell eingeweiht, und auch
beim jüngsten Supercomputer-Deal zwischen IBM und WesternGeco geht es
um einen Linux-Rechner.
Für Uni-Institute haben die Linux-Cluster neben technischen Details
den Vorteil, vergleichsweise billig zu sein. Die Magdeburger Physiker
bauten ihren Rechner aus 72 handelsüblichen PCs zusammen. Dadurch ist
er mit 452.000 Mark viel preisgünstiger als herkömmliche
Hochleistungsrechner. "Mit seiner Leistung gehört er dennoch zur
Weltelite der Supercomputer", sagt der Physiker Stephan Mertens, der
den Rechner gemeinsam mit Kollegen entwickelte. Mit dem heutigen Tag
ist die Testphase abgeschlossen und Tina ist offiziell am Netz. Schon
während der Probephase hatten die Magdeburger Forscher den Rechner
präsentiert, so auch im Februar [14]auf der CeBIT.
In der internationalen [15]Rangliste der Superrechner steht das
Magdeburger Projekt mit seiner Leistung von 118 GFlops auf Platz 31,
in Deutschland auf Platz vier. Leistungsfähigere Rechner dieser Art
stehen in der Bundesrepublik laut Mertens nur in [16]Chemnitz (422
GFlops), Wuppertal und Tübingen.
[17]IBM hatte bereits Anfang des Jahres [18]angekündigt, in Zukunft
verstärkt auf Linux zu setzten. Nach dem Supercomputer für [19]Shell
bekam IBM nun einen weiteren Auftrag dieser Art von [20]WesternGeco.
Auch dieses Unternehmen, das ein joint venture zwischen Schlumberger
und Baker Hughes ist und seismische Messungen durchführt, setzt auf
ein Linux-Cluster zur Datenanalyse. Der neue Rechner wird aus 256
eServer aus der xSerie von IBM bestehen, die mit einen Pentium III
Prozessor mit 933 MHz ausgerüstet sind. ([21]dwi/c't)
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Wieder Installationsschlüssel auf Microsoft-Webseiten
[22]Microsoft hebelt den selbst entworfenen Software-Kopierschutz aus,
der das Installieren eines Programms erst nach Eingabe eines so
genannten Product Key erlauben soll. Schon [23]vor einem Jahr hatte
c't solche Schlüssel auf den öffentlich zugänglichen Webseiten des
Microsoft Developers' Network MSDN gefunden. Dort hatten die Redmonder
für einige Produkte neben den Inhaltsangaben der MSDN-CDs
freundlicherweise auch gleich die passenden Keys mit veröffentlicht.
Diese funktionierten auch zusammen mit anderen Releases der jeweiligen
Programme, etwa von handelsüblichen Microsoft-CDs.
Hatte der Softwarekonzern die unfreiwillige Raubkopier-Hilfe im
vergangenen Jahr noch als Versehen bezeichnet und auch gleich von den
damals aufgefallenen Webseiten entfernt, so zeigt sich jetzt bei
[24]neueren Verzeichnissen, dass Microsoft aus diesem Fehler nicht
viel gelernt hat: Erneut finden sich dort einige der
Installations-Hilfen, die man mit der Suchphrase "key" auf der
Webseite ausfindig machen kann. Das Benutzen dieser Zeichenketten ist
zwar illegal, aber es funktioniert. Allerdings sind nur einige wenige
Programme betroffen, noch dazu meist veraltete, etwa verschiedene
Versionen von Windows 95. ([25]hps/c't)
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Windows NT treibt Versicherungsprämie hoch
Der IT-Versicherer [26]Wurzler bringt ein ganz neues Moment in die
leidige Diskussion, ob Windows oder Linux unterm Strich mehr kosten.
Nach einem Bericht der Interactive Week zahlen Kunden bei Wurzler für
eine Versicherung gegen Cracker-Angriffe fünf bis 15 Prozent höhere
Prämien, wenn ihre Systeme auf Windows NT statt unter Linux laufen.
Laut Wurzler sind die Administratoren von Open-Source-Systemen fitter
und eifriger darin, Bugfixes einzuspielen und Sicherheitslücken zu
schließen, sodass es dort zu geringeren Schäden durch Rechnereinbrüche
kommt. Wurzler gehört zu den Großen der Branche und steht
beispielsweise hinter einer Cracker-Versicherung, die HP den Anwendern
von HP-UX-Systemen anbietet.
Andere Firmen, die ähnliche Versicherungen anbieten, wollen sich
diesem Schritt allerdings nicht anschließen. Ihr Argument: Der Einsatz
von Windows sei lediglich ein Faktor in der gesamten Risikobewertung -
auch wenn der Windows-Einsatz möglicherweise mit anderen
Risikofaktoren zusammenhänge. Wurzler allerdings ist mit
Microsoft-Produkten noch nicht fertig: Zurzeit schaue man sich den
Internet Information Server (IIS) genauer an, so John Wurzler.
([27]odi/c't)
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Echelon verstößt gegen Menschenrechte
Ein umfangreicher Bericht des Echelon-Ausschusses des
Europaparlaments, der in dieser Woche veröffentlicht werden soll,
kommt zu dem Ergebnis, dass elektronische Überwachungsmaßnahmen von
US-Geheimdiensten gegen die Europäische Menschenrechtskonvention
verstoßen, auch wenn sie, so wie behauptet wird, zu
Strafverfolgungszwecken erfolgen.
Vier neue Studien über "Abhörkapazitäten - Auswirkungen und
Ausnutzung" hatte der nicht ständige Untersuchungsausschuss über das
Echelon-Abhörsystem im Dezember 2000 bei dem britischen Journalisten
Duncan Campbell in Auftrag gegeben. Die neuen Studien brachten den
bisherigen Bericht [40]"Interception Capabilities 2000" auf den
aktuellsten Stand und erweiterten das Untersuchungsgebiet vor allem
auf die so genannte "communications intelligence" (COMINT) und deren
Implikationen für Wirtschaft und internationalen Handel. Die Studien
eins bis drei wurden mit Erlaubnis des Ausschusses in Telepolis
veröffentlicht (siehe [41]"Echelon Special").
In Bericht 2, [42]"COMINT impact on international trade", erläutert
Campbell anhand einer detaillierten Dokumentation überwiegend
amerikanischer Medienquellen die erklärte Politik der US-Regierung in
den neunziger Jahren, elektronische Aufklärung für wirtschaftliche
Zwecke zu nutzen. Dabei beriefen sich Regierungsvertreter wie der
Ex-CIA-Direktor James Woolsey immer wieder darauf, die Geheimdienste
zur Spionage gegen europäische Unternehmen nur deshalb zu benutzen,
weil diese mit Bestechung und anderen unfairen Handelspraktiken
arbeiten würden. Diese von amerikanischer Seite als "Einebnung des
Spielfeldes" bezeichnete Politik führte zur Schaffung eines neuen
Gremiums zur Förderung des Außenhandels, das Trade Promotion
Coordination Commitee (TPCC) - mit direktem Input geheimdienstlicher
Information vom CIA und direkten Verbindungen zur US-Wirtschaft durch
ein so genanntes "Advocacy Center".
Dem US-Kongress wurde kürzlich mitgeteilt, dass als Ergebnis der
"Einebnung des Spielfeldes" amerikanische Firmen Verträge im Wert von
145 Milliarden US-$ im Laufe der neunziger Jahre erhielten. Laut vom
Advocacy Center veröffentlicher Berichte über "Erfolgs-Stories" haben
europäische Firmen dramatische Einbußen hinnehmen müssen. Frankreich
entgingen Exporte im Wert von nahezu US-$ 17 Milliarden, Deutschland
US-$ 4 Milliarden.
Der Echelon-Ausschuss kommt nun zu der Schlussfolgerung, dass es gar
nicht nötig ist, zu entscheiden, ob in allen diesen Fällen wirklich
Bestechung oder andere unfaire Praktiken im Spiel waren, wie von den
USA behauptet wird. In dem Bericht werden die USA darauf hingewiesen,
"dass alle EU-Staaten über funktionierende Strafrechtssysteme
verfügen." Lägen Verdachtsmomente vor, so habe "die USA die
Strafverfolgung den Gastländern zu überlassen. Liegen keine
Verdachtsmomente vor, so ist eine Überwachung als unverhältnismäßig
einzustufen, folglich menschenrechtswidrig und daher unzulässig",
heißt es in der Vorabversion des Berichts.
Insbesondere für Deutschland und das Vereinigte Königreich könnten die
politischen Implikationen des Berichts noch problematisch werden. Denn
zwei der größten elektronischen Abhörstationen der USA befinden sich
in Bad Aibling, Bayern, sowie Menwith Hill, England. In den
Empfehlungen am Schluss des Berichts heißt es daher, "dass es guten
Grund zu geben scheint ... an Deutschland und das Vereinigte
Königreich zu appellieren, ihre Verpflichtungen unter der Europäischen
Menschenrechtskonvention ernst zu nehmen und die Genehmigung weiterer
Geheimdienstaktivitäten der NSA auf ihrem Staatsgebiet davon abhängig
zu machen, ob diese mit der Europäischen Menschenrechtskonvention in
Einklang zu bringen sind."
Mehr in Telepolis: [43]Deutschland und Vereinigtes Königreich
verstoßen mit NSA-Spionageverbindungen gegen Menschenrechte (Duncan
Campbell ([44]ame/tp)
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Datenschützer Jacob gegen Lauschangriff im Internet
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Joachim Jacob, hat vor
einer umfassenden Überwachung des Internet gewarnt. Er wende sich
entschieden gegen die von der Bundesregierung geplante Schaffung einer
technischen Infrastruktur, die die Überwachung des Internet-Verkehrs
"entscheidend erkleichtern könnte", sagte Jacob der Leipziger
Volkszeitung.
Eine derartige Überwachung "würde einen unverhältnismäßigen Eingriff
in das Grundrecht auf Persönlichkeitsschutz darstellen", warnte Jacob
in dem heute veröffentlichten [47]Interview. Hintergrund ist die
[48]Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV), deren
[49]neuester Entwurf zur Zeit vom Bundeswirtschaftsministerium
erstellt wird. Im Prinzip solle dabei nachverfolgt werden können, wer
welche Internet-Geschäfte mache und wer welche E-Mail-Kontakte habe,
heißt es in dem Bericht.
Das Bundeswirtschaftsministerium habe diese Vorwürfe zurückgewiesen,
hieß es weiter. Die Ermittlungsbehörden von Bund und Ländern hätten
eine mögliche Überwachung als unverzichtbares Mittel für die
Verbrechensbekämpfung bezeichnet, sagte ein Sprecher der Zeitung. Die
Vermutung, es gehe um eine großflächige Beschneidung der Privatsphäre,
habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Es handele sich immer nur um
gerichtlich angeordnete Einzelfälle. (dpa)/ ([50]cp/c't)
References
13. mailto:nij@ct.heise.de
14. http://www.heise.de/newsticker/data/wst-07.02.01-001/
15. http://www.top500.org/
16. http://www.heise.de/newsticker/data/axv-25.07.00-002/
17. http://www.ibm.com/
18. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-05.02.01-002/
19. http://www.heise.de/newsticker/data/odi-12.12.00-001/
20. http://www.westerngeco.com/
21. mailto:dwi@ct.heise.de
22. http://www.microsoft.com/germany/
23. http://www.heise.de/newsticker/data/hps-02.05.00-000/
24. http://msdn.microsoft.com/subscriptions/index/cdtable.asp
25. mailto:hps@ct.heise.de
26. http://www.jswum.com/
27. mailto:odi@ct.heise.de
40. file://localhost/export/homes/dippel/heisenews/www.europarl.eu.int/stoa/publi/pdf/98-14-01-2en_en.pdf
41. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/default.html
42. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/7752/1.html
43. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/7754/1.html
44. mailto:ame@tp.heise.de
47. http://www.lvz-online.de/lvz/zeitung/news/73129.html
48. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/4954/1.html
49. http://www.heise.de/newsticker/data/fr-18.02.01-000/
50. mailto:cp@ct.heise.de
Meldungen vom 21.05.2001:
Kreditkartenmissbrauch im Internet nimmt zu
Das Kreditkartenunternehmen Visa legte heute die aktuellen Zahlen zum
Kreditkartenmissbrauch vor. Fast um das dreifache gestiegen sind alle
Betrugsfälle, in denen die Karte beim Einkauf nicht wirklich vorlag,
wozu neben Post und Telefon auch das Internet gehört. Der Anteil stieg
von fünf Prozent (1998) auf dreizehn Prozent der Schäden. Die
Abschreibungen durch Missbrauch im Internet bezifferte Visa auf 1,4
Millionen Mark jährlich - etwa fünf Mark pro Karte und Jahr. Insgesamt
ist das Schadensvolumen jedoch zum ersten Mal nach zwei Jahren im IV.
Quartal 2000 um 0,01 Prozentpunkte zurückgegangen. Anfang des Jahres
hatte Visa-Sprecherin Christina Horn noch [2]erklärt, im vergangenen
Jahr habe es "keine signifikanten Steigerungen" von Betrugsfällen im
Internet gegeben. Die Höhe des Schadens, der durch Betrug mit
Visa-Karten im Internet entstehe, bezifferte die Sprecherin auf rund
"drei Prozent vom Gesamtumsatz".
Häufigste und am schnellsten wachsende Betrugsart ist das Fälschen von
Karten. Rund 47 Prozent der Schäden führt Visa darauf zurück. Im
Vergleichszeitraum für das Jahr 1998 waren es noch 33 Prozent.
Gestohlene Karten sind mit 25 Prozent immer noch die zweitgrößte
Schadensursache, stellt Visa fest. Allerdings mit sinkender Tendenz,
im Abrechnungsjahr 1998 lag der Anteil noch bei 32 Prozent. Obwohl
deutsche Visa-Karten zu 69 Prozent im Inland verwendet werden,
geschehen 80 Prozent der Schäden im Ausland. Die Länder, in denen
Missbrauch mit deutschen Karten am häufigsten vorkommt, sind laut Visa
die USA und Spanien, gefolgt von Italien und Frankreich.
Um dem Kartenbetrug wirkungsvoller zu begegnen will Visa in Europa bis
zum Jahr 2005 von Magnetstreifen auf Chips umstellen. Als Teile eines
Neun-Punkte-Sofortprogramms sollen verstärkt Händler identifiziert und
verfolgt werden, bei denen der Verdacht besteht, das Kartendaten
kopiert werden. Visa will darüberhinaus stärker in IT-gestützte
Frühwarnsysteme investieren, etwa das schon 1995 vorgestellte
Cardholder Risk Identification System ([3]CRIS). Damit will Visa
automatisch sämtliche Zahlungen, die mit einer Kreditkarte getätigt
werden überwachen und bei Auffälligkeiten Alarm schlagen. Das System
ist lernfähig und funktioniert wie ein neuronales Netzwerk - es würde
beispielsweise ansprechen, falls ein Kunde, der nie Schmuck kauft
plötzlich wiederholt für hohe Summen Schmuck einkauft.
Der Account Generation Monitor ist ein weiteres Programm, mit dem Visa
Betrügern vorbeugen will. Damit werden automatisch generierte
Kreditkarten-Nummern erkannt, wenn sie in einem bestimmten
Zahlenbereich räumlich und zeitlich gehäuft gebraucht werden. Wird bei
einer Transaktion ein erhöhtes Missbrauchsrisiko bemerkt, will Visa
innerhalb von zehn Minuten die Bank benachrichtigen. Die Bank soll
dann die Rechtmäßigkeit der Transaktion überprüfen und gegebenenfalls
den Kunden informieren oder das Konto sperren. ([4]fro/c't)
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Neue Speichertechnik für größere Festplatten
Ende März hat IBM eine neue Familie von [54]Notebook-Festplatten mit
bis zu 48 GByte angekündigt - erst jetzt verriet der Hersteller etwas
über die Technik, die darin zum Einsatz kommt. Bis zu 25,7 Millarden
Bit pro Quadratzoll (ein halbes Gigabyte pro Quadratzentimeter) bringt
die neue Travelstar auf ihren Magnetscheiben unter, anderthalb mal so
viel wie die vorige Generation.
Noch vor wenigen Jahren glaubte man, in dieser Größenordnung läge eine
prinzipielle Grenze magnetischer Speichermedien, die eine weitere
Steigerung der Datendichte unmöglich machen würde. Sie resultiert
daraus, dass man die magnetischen "Körner", aus denen die
Informationsschicht besteht, nicht beliebig klein machen kann. Zu
kleine magnetische Partikel verlieren nämlich ihre ferromagnetischen
Eigenschaften und werden oberhalb einer spezifischen Temperatur
"superparamagnetisch". Das bedeutet, dass die magnetische Orientierung
und somit die gespeicherten Informationen im Laufe der Zeit verloren
gehen.
Mit einer neuartigen Beschichtung der Speichermedien gelang es den
Forschern bei IBM, eine höhere thermische Langzeitstabilität zu
erzielen, ohne dafür eine höhere Koerzitivität und somit schwierigere
Beschreibbarkeit der Medien in Kauf nehmen zu müssen. AFC-Medien
(antiferromagnetically coupled) bestehen aus drei Schichten: Zwischen
zwei magnetischen Lagen, die aus einer komplexen
Kobalt-Platin-Chrom-Bor-Legierung bestehen, befindet sich eine nur
drei Atomlagen dicke Schicht aus dem nichtmagnetischen Metall
Ruthenium. Bei genau dieser Dicke sorgt die Ruthenium-Schicht dafür,
dass die Magnetisierungsrichtungen der beiden anderen Schichten
antiparallel gekoppelt sind, das heißt die untere Schicht ist stets
anders herum magnetisiert als die obere.
Bereits seit 1990 erforscht IBM die AFC-Beschichtung mit Ruthenium.
Die neue Travelstar ist das erste Produkt, in dem sie zum praktischen
Einsatz gelangt. Später will IBM die Technik in allen Produktlinien
einsetzen. Man erwartet, in Zukunft mit AFC-Medien Daten zuverlässig
mit 100 Gigabit pro Quadratzoll speichern zu können, möglicherweise
mehr. Für eine Desktop-Festplatte würde dies eine Kapazität von 400
GByte bedeuten, Notebook-Platten könnten 100 GByte speichern, und das
Zweimarkstück-große Microdrive hätte eine Kapazität von 6 GByte.
([55]bo/c't)
References
1. http://www.heise.de/
2. http://www.heise.de/newsticker/data/em-29.01.01-000/
3. http://www-s2.visa.com/av/news/PRfraud112697.vhtml
4. mailto:fro@ct.heise.de
54. http://www.heise.de/newsticker/data/bo-03.04.01-000/
55. mailto:bo@ct.heise.de
Meldungen vom 19.05.2001:
Europäische Strafverfolger fordern noch weitergehende Überwachung
Die britische Organisation [11]Statewatch hat auf ihren Webseiten die
Kampagne [12]SOS Europa gestartet, um vor den Wünschen der
europäischen Polizeistellen und Geheimdienste nach immer
weitergehender Überwachung zu warnen. Nach den Vorstellungen der
europäischen Strafverfolger sollen in Zukunft Telefongespräche - aus
dem Festnetz genauso wie vom Handy -, Faxe, E-Mail, die Inhalte aller
Webseiten sowie der gesamte Netztraffic aufgezeichnet und "für
mindestens sieben Jahre" archiviert sowie den "Bedarfsträgern"
zugänglich gemacht werden.
Hinter der exorbitanten Forderung steht die europäische Arbeitsgruppe
für polizeiliche Zusammenarbeit, besser bekannt unter dem Kürzel
Enfopol. Telepolis hatte das Treiben der jahrelang außerhalb jeglicher
Kontrolle agierenden Truppe 1998 aufgedeckt ([13]Telepolis Special
Echelon). Der damals geplante "Lauschangriff" wurde nicht zuletzt
aufgrund der von den Telepolis-Berichten ausgelösten Medienschelte
zunächst auf Eis gelegt, beziehungsweise teilweise in das Europäische
Rechtshilfeabkommen [14]eingebaut.
Die neuen Enfopol-Dokumente, die Statewatch teilweise bereits vom
zuständigen Rat der Europäischen Union ausgehändigt bekommen und auf
der SOS-Europa-Seite veröffentlicht hat, knüpfen weitgehend an die
alten Leitlinien an. Wie bisher stellen die Strafverfolger klar, dass
es ihnen um die lückenlose Überwachung aller Formen von
Telekommunikation geht, also neben dem "klassischen" Telefonverkehr
auch um E-Mail, Mobil- und Satellitenfunk sowie die Webnutzung.
"Kennungen", zu den die Europolizisten Zugang haben wollen, umfassen
Nutzeradressen, Gerätenummern, Passwörter oder Email-Accounts.
Im Papier Enfopol 38 vom 24. April, das Telepolis vorliegt,
verdeutlicht die französische Delegation der beim Rat der EU
angesiedelten Polizei-Arbeitsgruppe die Hintergründe der neuen
Forderung: Verbindungsdaten werden darin als "eines der Fundamente der
Verfolgung von Computerverbrechen" bezeichnet. Allein diese
technischen Daten könnten Kriminalbeamte auf die Spur von
Cybergangstern oder zur Quelle eines Verbrechens führen. Sie seien
daher der "unverzichtbare Startpunkt jeder Ermittlung im Bereich der
Informationstechnologie". Ebenfalls erforderlich sei es, "dass eine
Lösung für die mit den verschiedenen Formen der Anonymität im World
Wide Web verbundenen Probleme gefunden werden". Als Beispiel nennt das
Papier Internetcafés, die bereits in vielen Fällen für Betrügereien
genutzt worden seien. Das Beispiel Bombay könnte einen Weg zeigen, wie
derartige Verbrechen verhindert werden können: In der indischen
Großstadt soll das Surfen in öffentlichen Internetcafés bald nur noch
mit Ausweis möglich sein ([15]Ausweise für Internetcafes).
In einer ersten Reaktion zeigte sich Andy Müller-Maguhn, Sprecher des
Chaos Computer Clubs im Gespräch mit Telepolis "irritiert von der
anhaltenden Ignoranz" des Enfopol-Gremiums gegenüber
Datenschutzaspekten. Harald Summa, Geschäftsführer des Verbands der
deutschen Internet-Wirtschaft eco hält die Planung angesichts der
anfallenden Speichermengen für "vollkommen unmöglich". (Stefan Krempl)
Mehr in Telepolis: [16]Europäische Strafverfolger fordern die totale
Telekommunikations-Überwachung. ([17]fr/tp)
References
11. http://www.statewatch.org/
12. file://localhost/export/homes/dippel/heisenews/www.statewatch.org/soseurope.htm
13. file://localhost/export/homes/dippel/heisenews/www.heise.de/tp/deutsch/special/enfo/default.html
14. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/enfo/6515/1.html
15. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7677/1.html
16. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/enfo/7684/1.html
17. mailto:fr@tp.heise.de
Meldungen vom 18.05.2001:
Trojaner spioniert E-Payment aus
Ein neues Trojanisches Pferd namens "Eurosol" droht, ernsthafte
Schäden anzurichten: Eurosol sucht und stiehlt geheime
Account-Informationen des Internet-Bezahlsystems [7]WebMoney. Wie der
russische Antiviren-Hersteller [8]Kaspersky Labs berichtet, handelt es
sich bei Eurosol um einen extrem gefährlichen Schädling. Zwar seien
momentan noch keine Fälle bekannt, in denen Opfer tatsächlich um
Geldbeträge betrogen wurden, aber nach Schätzungen von Kaspersky
dürften schon rund 300 WebMoney-Nutzer ihre geheimen
Konto-Informationen unwissentlich preisgegeben haben.
Das Trojanische Pferd klinkt sich in die Software des WebMoney-Systems
"CC-Bank" ein und spioniert dann systematisch eingegebene Daten aus.
Außerdem durchsucht Eurosol den Rechner nach vorhandenen Schlüsseln
für WebMoney. Hat das Programm die relevanten Informationen, so
verschickt es sie verschlüsselt an einen FTP-Server. Ein besonderer
Clou dabei: Hat der Anwender die Personal Firewall AtGuard installiert
und glaubt deswegen gegen Trojanische Pferde gefeit zu sein, befindet
er sich auf dem Irrweg - Eurosol setzt AtGuard ausser Gefecht, bevor
er die Daten an den FTP-Server schickt. Dazu ändert es die
Einstellungen des Firewalls so ab, dass er TCP/IP-Verbindungen zu dem
FTP-Server erlaubt.
Kaspersky empfiehlt allen WebMoney-Anwendern, Ihre Platten auf den
Schädling zu scannen; Erkennungs- und Entfernungs-Routinen für Eurosol
bietet Kaspersky auf seiner [9]Website. Allgemeine Informationen zu
Trojanischen Pferden und Links zu Antiviren-Herstellern finden sie auf
der [10]Antiviren-Seite von c't. ([11]pab/c't)
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Linux vs. Microsoft: schneller, aber teurer
In der [75]Top-Ten-Liste des TPC-H für 100-GB-Datenbanken führt seit
neuestem IBMs DB2 auf einem unter Linux betriebenen Server von SGI.
Bislang war Microsofts SQL Server unter Windows 2000 in dieser Liste
unangefochtener Anführer und taucht nach wie vor auf den Plätzen zwei
bis zehn auf.
Der TPC-H-Benchmark soll die Fähigkeiten von Datenbanksystemen beim
Verarbeiten komplexer Anfragen dokumentieren, wie sie typischerweise
im Bereich Entscheidungsunterstützung auftreten. Allerdings schreibt
das [76]Transaction Processing Performance Council nichts über die
verwendete Hardware vor. Unter Kritikern gelten die
Benchmark-Ergebnisse daher eher als Maß dafür, wie gut
Server-Hersteller ihre Maschinen auf den Einsatz im Datenbankbereich
optimieren können, als dass sie die Performance der verwendeten
Software messen.
Die beim TPC-H führenden Software-Anbieter hält das jedoch zumeist
nicht davon ab, viel Lärm um die eigene Spitzenposition zu machen - so
auch im aktuellen Fall, obwohl der Vergleich zwischen den Konkurrenten
stark hinkt: Die besten Microsoft-Ergebnisse wurden auf Systemen von
Unisys beziehungsweise Compaq mit jeweils acht Prozessoren erzielt,
bei denen sich die Kosten des Gesamtsystems auf etwa 280 000 Dollar
beliefen. Die jetzt führende Maschine von SGI besitzt dagegen 16 CPUs
und kostet in der verwendeten Konfiguration knapp 950 000 Dollar. In
der wichtigen Kategorie "Price / QphH", die die Performance ins
Verhältnis zum Systempreis setzt, liegt das Linux-System damit
abgeschlagen auf Platz zehn.
Bleibt abzuwarten, welche Antwort die Microsoft-Strategen auf das
vorliegende Ergebnis aushecken: Zunächst können sie sich wohl mit
diesem Ergebnis zufrieden geben und es als weiteres Indiz für die
kürzlich aufgestellte [77]Behauptung werten, Linux sei am Ende teurer
als Windows. Wahrscheinlich wird man aber doch über kurz oder lang
einen Hersteller finden, der bereit ist, eine noch größere und
schnellere Maschine zu bauen, mit der dann der SQL Server wieder als
Sieger dasteht. ([78]hos/c't)
References
7. http://www.webmoney.ru/eng/index.htm
8. http://www.kaspersky.com/
9. http://www.kaspersky.com/de/news.asp?tnews=0&nview=1&id=215&page=0
10. http://www.heise.de/ct/antivirus
11. mailto:pab@ct.heise.de
75. http://www.tpc.org/tpch/results/h-ttperf.idc
76. http://www.tpc.org/
77. file://localhost/newsticker/data/odi-09.05.01-000/
78. mailto:hos@ct.heise.de
Meldungen vom 17.05.2001:
Werbung per E-Mail: Gerichte streiten über Zulässigkeit
Lästige Werbung im Briefkasten lässt sich schon lange vermeiden:
Gerichte haben den Verteilern von Prospekten und Anzeigenzeitungen
deutliche Grenzen gesetzt. So müssen die Boten an Briefkästen mit dem
Aufkleber "Keine Werbung" tatenlos vorbeigehen. Doch die
Werbestrategen gehen mit der Zeit: Sie haben für die Verbreitung ihrer
Konsumbotschaften die elektronische Post entdeckt. Während der
Bundesgerichtshof (BGH) sogar Werbung per Brief eingeschränkt hat
(Az.: I ZR 160/71), stehen Grundsatzurteile zum elektronischen
Prospekt noch aus.
Zu den bisher grundlegenden Entscheidungen zählt ein Beschluss des
[70]Landgerichts Berlin vom Mai 1998. Die Richter hatten es dabei vor
allem auf die Kosten der elektronischen Post abgesehen:
Unaufgeforderte E-Mail-Werbung sei rechtswidrig, weil sie Kosten bei
den Adressaten verursache. Schließlich müssen die je nach
E-Mail-Zugang Telefon- und Internetgebühren für das Lesen der
Werbebotschaft bezahlen. Dieser Schutz gelte auch für Freiberufler
oder Unternehmer. Wenige Monate zuvor hatte bereits das Amtsgericht
Brakel so entschieden.
Für das [71]Landgericht Traunstein ist die neue Werbemethode sogar
eine größere Belästigung als die herkömmlichen Werbebriefe und
-prospekte. Schließlich könnten E-Mails "unvergleichlich billiger,
schneller, arbeitssparender und gezielter" an viele Adressaten auf
einmal verschickt werden können. Dem hat sich auch eine weitere Kammer
des Landgerichts Berlin angeschlossen: E-Mail- Werbung ohne Zustimmung
des Empfängers sei nicht nur unlauter im Sinne des Wettbewerbsrechts,
sondern auch eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts.
Der virtuelle Briefkasten muss auch nicht mit einem Aufkleber "Keine
Werbung" geschützt werden. Um den E-Mail-Briefkasten frei von Werbung
zu halten, muss der Empfänger nach Ansicht des Landgerichtes der
E-Mail-Werbung nicht ausdrücklich widersprechen.
Strittig ist die Frage, ob der E-Mail-Briefkasten überlaufen kann. Die
Traunsteiner Richter hielten das für kaum möglich. Das sah das
Berliner Landgericht anders: Die Verteilung von Papierwerbung
verursache hohe Kosten. Dieser Selbstregulierungsmechanismus fehle bei
der E-Mail-Werbung. Es sei daher schlichtweg nicht abzusehen, mit
welchen Mengen an E-Mail-Werbung der Verbraucher ohne gerichtlich
gezogene Grenzen konfrontiert werde.
Das Landgericht Braunschweig urteilte freundlicher über die
vermeintliche Belästigung. Danach sei E-Mail-Werbung nur dann
unzulässig, wenn der Empfänger diese Werbung "offenkundig abgelehnt
hat". Noch einen Schritt weiter geht das Amtsgericht Kiel, das keine
Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sah. Außerdem gebe es
keinen auf diese Form der Werbung bezogenen verfassungsrechtlich
verbürgten Anspruch, "in Ruhe gelassen zu werden".
Eine Grundsatzentscheidung des BGH zum virtuellen Angebotszettel steht
bisher noch aus. Aus den früheren Entscheidungen wird allerdings
deutlich, dass der BGH den Schutz der Privatsphäre der Verbraucher
regelmäßig höher bewertet hat als die Werbe- und Wettbewerbsfreiheit.
Jedenfalls hat er an dieser Rechtsprechung auch festgehalten, als er
die Zulässigkeit der so genannten Telex-Werbung und die Werbung im
Btx-Mitteilungsdienst zu beurteilen hatte. Rechtsexperten gehen daher
davon aus, dass der BGH in Fortführung seiner bisherigen
Rechtsprechung zumindest einer ausufernden E-Mail-Werbung Grenzen
setzen werde. (Paul Glauben, dpa) / ([72]wst/c't)
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Endlich offiziell: Service Pack 2 für Windows
Jetzt ist das zweite Service Pack für Windows 2000 sowohl in deutscher
als auch englischer Version offiziell erhältlich. Es ersetzt über 500
auf dem Microsoft-Server separat verfügbare Hotfixes. Microsoft behebt
darin nicht nur Fehler und schließt Sicherheitslücken, sondern stellt
mit der Installation des Service Pack eine Installation automatisch
auch auf 128-Bit-Verschlüsselung um. Das war bisher nur durch die
Installation spezieller, kurz nach der Markteinführung von Windows
2000 bereitgestellter Updates oder durch die Installation modernerer
Varianten des Internet Explorers zu bewerkstelligen.
Ferner enthält das Service Pack spezielle Korrekturen, die eine
bessere Verträglichkeit mit bestehender Software für Windows 9x und NT
gewährleisten sollen - letztlich eine Funktion, die auch in Windows XP
Einzug halten wird. Eine ausführliche Liste, welche Korrekturen das
Service Pack mitbringt, stellt Microsoft in seiner Knowledgebase
bereit. Auf der Microsoft Website ist ein [94]Dokument erhältlich, das
einen Überblick über die Installation der Korrekturen sowie Verweise
auf die entsprechenden Meldungen in der Knowledgebase enthält.
Ein erster Vergleich der deutschen endgültigen Version mit der seit
einigen Tagen zum Download [95]erhältlichen rund 100 MByte großen
Netzwerk-Version hat keine Unterschiede hervorgebracht. Wer es nicht
abwarten konnte, hat also Glück gehabt - theoretisch hat immer noch
die Gefahr bestanden, dass die zum Download zugängliche Variante nicht
der endgültigen entspricht: Angeblich soll Microsoft die
Download-Adressen seinen Support-Kunden letztlich als
Versuchskaninchen schon vorab verraten haben, um Pannen wie beim
sechsten und letzten Service Pack für NT 4 auszuschließen - damals
hatten [96]Fehler im TCP/IP-Stack Lotus Notes torpediert, und
Microsoft musste ein Service Pack fürs Service Pack nachliefern.
([97]ps/c't)
References
70. http://www.berlin.de/home/Land/RBm-Just/Gerichte/Landgericht
71. http://www.justiz.bayern.de/justiz-traunstein/
72. mailto:wst@ct.heise.de
94. http://www.microsoft.com/Windows2000/downloads/servicepacks/sp2/loc/readme_de.htm
95. http://www.heise.de/newsticker/data/ps-15.05.01-000/
96. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-12.11.99-000/
97. mailto:ps@ct.heise.de
Meldungen vom 16.05.2001:
Uneinigkeit in der Industrie über Urheberrecht
Seit 1996 verhandeln 47 Staaten über die "Hague Convention on
Jurisdiction and Foreign Judgements". Sie soll in Zeiten der
Globalisierung und des E-Commerce die Grundlagen für eine
transnationale Rechtsprechung im Wirtschafts- und Zivilrecht legen.
Rechtsstreitigkeiten sollen jeweils prinzipiell in dem Land gelöst
werden, in dem die betreffenden Personen wohnen, Firmen einen Sitz
haben oder sich das unbewegliche Eigentum befindet, auf das sich der
Rechtsstreit bezieht. Die Unterzeichnerstaaten würden also die
jeweilige Rechtsprechung in den anderen Ländern anerkennen.
Ob geistiges Eigentum wie Patente oder Urheberrechte auch in das
Übereinkommen aufgenommen werden, ist noch nicht entschieden. Hierzu
fand gestern in Washington eine Konferenz statt. Während die Vertreter
der Urheberindustrieen das Vorhaben des internationalen Abkommens
begrüßten, um die durch die unterschiedlichen nationalen Rechtsräume
bestehenden Löcher bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen zu
schließen, sind große Telekommunikationsunternehmen wie AT&T oder
Cable & Wireless nicht so begeistert davon und plädieren für eine
Ausnahmeregelung. Sie fürchten, sie könnten für Verstöße gegen das
Copyright rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
Aber es gibt auch ganz andere Bedenken. So befürchten
Bürgerrechtsorganisationen wie die ACLU, dass durch das internationale
Übereinkommen auch die in den USA sehr weitgehende Meinungsfreiheit
beschnitten werden könnte. Verwiesen wird auf das Urteil des
französischen Gerichts gegen Yahoo ([51]Yahoo zieht vor ein
amerikanisches Gericht). Auch David Chiu von GILC warnte die
Amerikaner, dass dieses Übereinkommen dazu führen könnte, die
Rechtsprechung in Ländern wie China, Frankreich oder Deutschland zu
akzeptieren.
Mehr in Telepolis: [52]Uneinigkeit über internationales Abkommen.
([53]fr/tp)
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IBM setzt auf Opera-Browser
Netvista Internet Appliance
Der kleine norwegische Browser-Hersteller Opera Software hat einen
großen blauen Fisch an Land gezogen: IBM wird seine Webpad-ähnliche
"Netvista Internet Appliance" mit Opera 5.0 ausliefern.
Die [71]Netvista Internet Appliance soll in erster Linie als Browser
und E-Mail-Client dienen, der über einen Server verwaltet wird.
[72]Ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff gehört zu den ersten
Einsatzgebieten des Geräts. Das farbige Flachdisplay der Appliance ist
etwas größer als eine Din-A-5-Seite; die Eingabe geschieht per
Tastatur und Maus. Als Betriebssystem setzt IBM auf das
Embedded-Betriebssystem QNX Neutrino.
Für Opera bedeutet der QNX-Port die sechste Plattform für ihren
Browser. Bisher ist der Browser für BeOS, EPOC, [73]Linux und
[74]Windows verfügbar; eine Version für MacOS ist [75]in Arbeit. Im
Laufe der nächsten Wochen will Opera die QNX-Version seines Browsers
auch auf seiner [76]Website zum Download anbieten.
([77]ghi/c't)
Meldungen vom 10.05.2001:
Waffenstillstand im Hacker-Krieg
Der Schlagabtausch zwischen chinesischen und amerikanischen Hackern
scheint sich nach intensiven Aktivitäten in den vergangenen Wochen
[9]abzukühlen. Nach einem Bericht der New York Times haben chinesische
Hacker am Mittwoch den Waffenstillstand erklärt. Auf der Site der so
genannten Honker Union of China ([10]H.U.C.) wurde dem Bericht zufolge
erklärt, das Ziel, 1000 amerikanische Web-Sites mit elektronischer
Grafitti zu schädigen, sei jetzt erreicht. Sollte es weitere Attacken
geben, so gingen diese nicht mehr auf das Konto der Honker.
Web-Sites, die sich auf die Beobachtung und Kommentierung von
Hack-Angriffen auf Web-Sites spezialisiert haben, verfügen inzwischen
über eine umfangreiche Dokumentation gehackter Seiten. Tatsächlich gab
es in der ersten Mai-Woche Hunderte Attacken, sowohl in den USA als
auch in China. Allerdings werden die Ereignisse von den Beobachtern
nicht eindeutig in einem politischen Zusammenhang gesehen. Auf der
Site von [11]attrition.org findet sich sogar ein [12]Artikel, in dem
der Cyberwar als Ergebnis einer "Self-fullfilling Phrophecy"
bezeichnet wird. Auch unter der Adresse [13]alldas.de findet man eine
stündlich aktualisierte Liste gehackter Seiten. Die Bewertung ist dort
ähnlich zurückhaltend.
In jedem Fall hat die Beachtung der Hacker-Aktivitäten in den Medien
den Hackern selbst zu einiger Bekanntheit verholfen. "Pr0phet",
Mitglied der US-Hackergruppe PoizonBOx hat sich in mehreren Interviews
zu den Ereignissen der vergangenen Wochen [14]geäußert. ([15]dwi/c't)
====================================================================
Die nationale Sicherheit verlagert sich in den Weltraum
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld machte in seiner ersten
großen Pressekonferenz vor zwei Tagen unmissverständlich klar, dass
für die USA der Weltraum auch militärisch hohe Priorität einnimmt. Das
geplante Raketenabwehrsystem NMD ist nur Vorreiter der
Neuorientierung. "Stärker als jedes andere Land", so leitete der
Verteidigungsminister seine Erklärung ein, "hängen die USA im Hinblick
auf Sicherheit und Wohlergehen vom Weltraum ab. Unser tägliches Leben
ist zunehmend enger mit dem Weltraum verbunden. Unsere Häuser,
Schulen, Geschäfte und Krankenhäuser sind auf Satellitendienste
angewiesen. Satelliten ermöglichen die globale Kommunikation,
Fernsehsendungen, Wetterberichte, Navigation von Schiffen, Flugzeugen,
Lastkraftwagen und Autos, die Synchronisierung von Computern,
Kommunikation und Stromnetzen."
Weil auch das Militär entscheidend auf die satellitengestützten
Funktionen im Weltraum angewiesen ist - "Satelliten sind auch unsere
globalen Augen und Ohren" -, seien die USA besonders gefährdet. Daher
müssen "unsere Interessen im Weltraum" geschützt und vertreten werden.
Die Geschichte habe gelehrt, so Rumsfeld, wie wichtig Abschreckung
sei. Deswegen sei für die neue Sicherheitsstrategie nicht das Ziel
primär, in einem Konflikt zu gewinnen, sondern andere durch
Abschreckung davon abzuhalten, die nationalen Sicherheitsinteressen
der USA zu verletzen.
Zunächst kündigte Rumsfeld an, dass die Streitkräfte auch
organisatorisch die neue Bedeutung des Weltraums widerspiegeln
müssten. Die Luftwaffe soll für die neuen Aktivitäten vornehmlich
zuständig sein, die von einem Vier-Sterne-General geleitet werden. Mit
der CIA würde eng zusammengearbeitet werden müssen. Die Ausrichtung
auf den Weltraum sei auch maßgeblich für die Umorientierung und
Neuorganisation des gesamten Militärs. Natürlich wurde Rumsfeld
während der Pressekonferenz auch gefragt, ob er neue Waffen in den
Weltraum bringen wolle. Seine Antwort war ausweichend, aber nicht
direkt verneinend.
Mehr in Telepolis: [39]Militarisierung des Weltraums. ([40]fr/tp)
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Der "Pons" kostenlos im Web
Unter dem Namen "[41]PonsLine" gibt es jetzt eine kostenlose
Online-Variante der Pons-Wörterbücher. Die englische und italienische
Version steht bereits zur Verfügung, die französische, spanische und
polnische soll bald folgen.
Für jede Sprache sind rund 120.000 Stichwörter und Redewendungen
gespeichert. Gesucht wird in einer kleinen Suchmaske, in der das
unbekannte Wort und auch die Suchrichtung einzugeben sind. Wird das
Stichwort gefunden, so erhält der Suchende genaue Angaben zu Bedeutung
und Ausprache, teilweise ergänzt um Angaben zur Wortfamilie. Auch
Sprichworte und Redewendungen werden angezeigt. ([42]dwi/c't)
References
9. http://www.heise.de/tp/deutsch/html/result.xhtml?url=/tp/deutsch/special/info/7551/1.html
10. http://www.cnhonker.com/
11. http://www.attrition.org/
12. http://www.attrition.org/security/commentary/cn-us-war.html
13. http://www.alldas.de/
14. http://security.alldas.de/interviews/?iv=3
15. mailto:dwi@ct.heise.de
39. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/7591/1.html
40. mailto:fr@tp.heise.de
41. http://www.pons.de/
42. mailto:dwi@ct.heise.de
Meldungen vom 09.05.2001:
Überwachungssoftware "SpectorSoft" bereits im Einsatz
Die umstrittene Schnüffelsoftware [32]SpectorSoft ist inzwischen auch
in deutscher Sprache erhältlich. Offiziell kann das Tool seit 23.
April für 149 Mark erworben werden. Der Spector-Client kann jeden
Programmstart, jede besuchte Website sowie Chats aufzeichnen und
funktioniert wie eine Überwachungskamera. Das Programm macht permanent
Screenshots.
Bekannt wurde SpectorSoft in den USA mit dem Einsatz im Privatbereich.
(siehe [33]US-Datenschnüffler enttarnt geheime Liebschaften) Gehörnte
Ehemänner und -frauen ersparen sich damit den kostspieligen
Privatdetektiv. Zu den Kunden zählen aber auch Unternehmen, die ihre
Mitarbeiter überwachen wollen. Noch vor dem offiziellen Vertriebsstart
gab es zahlreiche Bestellungen. "Mit Stand 11. 4. 2001 wurden 300
Lizenzen für Österreich vergeben, davon 180 an Firmen. 1000 Lizenzen
für Deutschland, davon rund 500 an Firmen", so der österreichische
Journalist [34]Gerald Reischl im Telepolis-Gespräch.
Carsten Rau, Geschäftsführer der [35]ProtectCom, die SpectorSoft
hierzulande vertreibt, beziffert den Anteil von Firmen am
Gesamtbestellvolumen inzwischen bereits auf 75 Prozent. "Spector wird
unserer Erfahrung nach hauptsächlich von Firmen eingesetzt. Viele
EDV-Firmen benutzen Spector für Schulungen und zur Protokollierung von
Fernwartungsarbeiten. Spector wird dafür als Tätigkeitsnachweis und
Qualitätskontrolle für die ausgeführten Tätigkeiten benutzt. Die
restlichen 25 Prozent Privatkunden setzen Spector zur Kinder- oder
Partnerüberwachung ein", erklärt Rau gegenüber heise online.
Rechtliche Probleme sieht der ProtectCom-Chef nicht. Das Unternehmen
sei auf "Datensicherheitslösungen spezialisiert" und würde "Hand in
Hand mit Datenschützern" arbeiten. Tatsächlich findet sich auf der
Firmenhomepage unter der Rubrik FAQ der Hinweis, dass mit der
Lizenzvereinbarung auch die Verpflichtung eingegangen wird,
Mitarbeiter über den Einsatz von Spector zu informieren. Carsten Rau
betont: "Wir haben Spector bereits im Fernsehen vorgestellt - im
Beisein von Juristen und staatlichen Datenschützern. Diese stehen dem
Einsatz von Spector zwar aus moralischer Sicht skeptisch gegenüber,
haben aber mehrfach bestätigt, dass es keine gesetzliche Handhabe
gegen den Einsatz von Monitoring Software in Deutschland gibt."
Rechtsexperte Stefan Jaeger hat hingegen nicht nur moralische
Bedenken. Die Überwachung von Kindern sei rein rechtlich noch relativ
unproblematisch. Die Partnerüberwachung wäre bereits wesentlich
heikler, etwa in Bezug auf den 'Datenspionageparagraf' 202a im
Strafgesetzbuch. Ein Unternehmer schließlich brauche nicht zu glauben,
dass er das Programm aus "Spaß und Tollerei" einsetzen könne, um etwa
zu prüfen, ob Mitarbeiter ihre Zeit beim "Spielen vertrödeln", wie es
auf der SpectorSoft-Homepage marketingorientiert heißt. So weist
Jaeger darauf hin, dass auch Überwachungskameras nicht willkürlich zur
allgemeinen Büroraumüberwachung eingesetzt werden dürfen. "Zahlreiche
arbeitsrechtliche Bestimmungen sind beim Einsatz von Spector zu
berücksichtigen. Es wird sicher eine gewisse Anzahl von legalen
Einsatzbereichen geben, aber auch viele illegale Einsatzmöglichkeiten.
Ein Unternehmer, der Spector kauft, muss sich bewusst sein, dass er es
ist, der letztendlich rechtliche Probleme bekommen kann, falls
Arbeitnehmerrechte durch den Einsatz verletzt werden. ProtectCom als
bloßer Verkäufer von Spector, wird kaum in Schwierigkeiten geraten,
wäre aber grundsätzlich gut beraten, die Kunden über die Gesetzeslage
vollumfänglich aufzuklären", meint Jaeger. Immerhin empfiehlt auch
ProtectCom schlussendlich via Homepage eine Beratung mit dem
jeweiligen Firmenanwalt. (Brigitte Zarzer)
Mehr in Telepolis: [36]Spectorsoft und andere Mittel für Datensammler
([37]fr/tp)
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Elektronisches Papier noch in diesem Jahr marktreif
Jahrzehntelang haben die Forscher an der Entwicklung des
elektronischen Papiers getüftelt. Die Erfindung sollte sogar nach
Meinung mancher Enthusiasten eines Tages Zeitungen, Bücher und Notizen
auf Papier verdrängen.
Das Material ist dünn wie Papier, lässt sich wie eine Zeitung
zusammenrollen und zeigt mit Hilfe seiner elektronischen Tinte jeden
beliebigen Text an. Nun wollen zwei weltweit renommierte
Forschungsinstitute endlich dem elektronischen Papier zum Durchbruch
verhelfen. Nach jahrelanger Forschungsarbeit treten das Xerox Palo
Alto Research Center (PARC) und das Massachusetts Institut of
Technology (MIT) in einem Kopf-an- Kopf-Rennen um die ersten
kommerziellen Erfolge ihrer Erfindungen gegeneinander an.
"Erste Praxis-Einsätze unseres elektronischen Papiers wird es bereits
2001 geben", ist Patrick Mazeau vom [44]Xerox Research Center (XRCE)
in Grenoble überzeugt. In einem Showroom kann er erste Prototypen mit
der im legendären kalifornischen Forschungslabor Xerox PARC
entwickelten Technologie präsentieren. Für die Kommerzialisierung der
Technologie gründete Xerox Ende vergangenen Jahres eigens die Firma
Gyricon Media. Noch 2001 will die Xerox-Tochter preiswerte, leichte
und vor allem Strom sparende Dokumente herstellen, die zum Beispiel
als Werbeflächen oder digitale Preisschilder in Supermärkten zum
Einsatz kommen sollen.
Doch Xerox arbeitet nicht allein am elektronischen Papier: Erst vor
rund vier Wochen [45]präsentierte das Unternehmen [46]E Ink in
Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) erstmals ein flexibles,
weniger als ein Millimeter dünnes Display. Der Prototyp lässt sich
ähnlich wie die Xerox-Erfindung wie eine Zeitung zusammenrollen und
kann auf einer Fläche von derzeit rund 12 mal 12 Zentimetern ein
elektronisches Schwarzweiß-Bild anzeigen. Die Wissenschaftler der 1997
von den MIT-Forschern Barrett Cominskey und J.D. Albert gegründeten
Firma druckten auf eine dünne Kunststofffolie insgesamt 256 kleine
Transistoren, über der sich eine Schicht aus winzig kleinen
Mikrokapseln befindet. Wird eine der kleinen Kapseln mit Strom
versorgt, bewegt sie sich an die Oberfläche und erzeugt zusammen mit
anderen Kapseln die programmierte Darstellung.
"Wir haben bewiesen, dass E Ink in der Lage ist, mit den weltweit
führenden Herstellern die nächste Generation von Displays für
elektronische Geräte zu entwickeln", sagte E Ink-Chef Jim Juliano. Das
elektronische Papier könne künftig als Buch oder Zeitung gebunden
werden oder in den verschiedensten mobilen Geräten zum Einsatz kommen.
Anders als elektronische Bücher soll sich das Medium fast wie Papier
anfühlen und beim Leser den Eindruck vermeiden, er sitze vor einem
Laptop.
Ob als Tageszeitung, Handheld-Bildschirm oder als digitale Werbefläche
- die Idee des elektronischen, unendlich wieder beschreibbaren Papiers
ist bereits rund 25 Jahre alt und kann auf eine recht wechselvolle
Geschichte zurückblicken. In den frühen 70er Jahren suchte erstmals
Nick Sheridon, Forscher am Xerox PARC, nach Alternativen für
Computerbildschirme, die damals mit starkem Flimmern und zu dunkler
Darstellung äußerst augenunfreundlich waren. Sheridon entwickelte die
Technik, die dem elektronischen Papier noch heute zu Grunde liegt.
Mikroskopisch kleine Bällchen, die auf der einen Seite schwarz, auf
der anderen Seite weiß sind, werden durch elektrische Ladung zum
Rotieren gebracht. Je nachdem, ob ihre schwarze oder ihre weiße Seite
nach oben zeigt, lässt sich beliebiger Text darstellen.
Doch bei Xerox stieß Sheridons Erfindung lange Zeit auf wenig
Begeisterung. Das elektronische Papier hätte fast das gleiche
Schicksal ereilt wie so manch andere Entwicklung aus den Xerox-
Forschungslabors. Der Druckerspezialist erfand in den frühen 80er
Jahren die weltweit erste Maus und die grafische Benutzeroberfläche -
zwei Dinge, über die heute jeder Personal Computer verfügt. Das
Potenzial der Erfindungen erkannten jedoch erst Unternehmen wie Apple
und Microsoft und vermarkteten sie mit riesigem Erfolg.
Erst in den 90er Jahren propagierte Xerox das elektronische Papier
wieder als Zukunftsperspektive, das sich zum Beispiel als endlos
wiederbeschreibbare Zeitung einen Platz im Alltag der Menschen erobern
sollte. Etwa seit dieser Zeit tüfteln aber auch die Forscher am MIT an
ihrer Technologie und der Realisierung praxistauglicher Produkte.
(Renate Grimming, dpa) / ([47]wst/c't)
References
32. http://www.spectorsoft.de/
33. http://www.heise.de/newsticker/data/hob-02.10.00-000/default.shtml
34. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7580/1.html
35. http://www.protectcom.de/
36. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7580/1.html
37. mailto:fr@tp.heise.de
46. http://www.eink.com/
47. mailto:wst@ct.heise.de
Meldungen vom 08.05.2001:
Schlechte Noten für Suchmaschinen
Deutsche Bibliothekare, Dokumentare und Archivare stellen
Suchmaschinen im Internet ein schlechtes Zeugnis aus. Auf der noch bis
Donnerstag in Frankfurt stattfindenden Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis
([6]DGI) beklagte DGI-Präsident Horst Neißer, dass auf dem
Informationssektor im Internet eine Wildwest-Mentalität herrsche.
"Beim Internet geht es meist um Technik, Leitungskapazitäten oder
Webdesign, aber nicht darum, was mit der Technik eigentlich
transportiert wird", kritisierte Neißer weiter. Dabei schaffe die
Informationsflut ein riesiges Arbeitsfeld für Bibliothekare und
Dokumentare. Bei Büchern gebe der Verlag Aufschluss über die Qualität
- im Internet dagegen sei es viel schwerer, die Quellen zu bewerten.
Neißer bedauerte, dass Informationsspezialisten oft im Schatten der
Informatiker stünden: "Das liegt wohl an der Faszination des
Internets, um die Inhalte aber manövrieren alle herum."
"Das Internet hat sich zur Quasselbude entwickelt", sagte Arnoud de
Kemp vom Heidelberger Springer-Verlag. Auch die Suchmaschinen könnten
keine Schneisen in den Informationsdschungel schlagen: Wenn man die
Ergebnisse aller Suchmaschinen zusammennehme, zeigten sie nur 32
Prozent der im Internet vorhandenen Fachinformationen. Auch der
Informatik- Professor Jürgen Krause sieht noch viele Nachteile bei
Suchmaschinen. Sie seien noch weit vom Ziel "einer ballastarmen" Suche
im Netz entfernt. ([7]fro/c't)
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Kontroverse um Verschlüsselung in Holland
Die holländischen Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden möchten
gerne Klartext-Zugriff auf verschlüsselte Dateien im Netz haben. Das
enthüllte die niederländische Datenschutz-Organisation [10]Bits of
Freedom mit der Veröffentlichung bislang geheimer Dokumente.
Die holländischen Strafverfolgungsbehörden wollen
Verschlüsselungs-Treuhandorganisationen, in der Fachsprache auch
Trusted Third Parties (TTPs) genannt, zur Verwendung von
Verschlüsselungssystemen zwingen, die über einen Generalschlüssel den
Strafverfolgungsbehörden Zugang zu verschlüsselten Botschaften
gewähren - in Echtzeit und ohne Wissen der Überwachten. Sollte die
Selbstregulation der Industrie nicht zu dem gewünschten Ergebniss
führen, dass die Systeme eine Hintertür für "rechtmäßigen Zugang" der
Behörden aufweisen, will die Regierung dafür sorgen, "dass man die
TTP-Systeme dergestalt organisiert, dass die ermächtigten Behörden auf
die entschlüsselten Kommunikationsströme zugreifen können", heißt es
in einem der veröffentlichten Protokolle.
Einen Zwang zur Entschlüsselung oder die Übergabe des jeweiligen
Krypto-Schlüssels einzelner User sehen die Regierungspläne nicht vor,
sondern eine Lösung, die euphemistisch "obligatorische
Selbstregulierung" genannt wird. Von Seiten der Wirtschaft ist man
über die Pläne wenig erfreut und verweist darauf, dass in den
Niederlanden keine gute Treuhänder-Infrastruktur entstehen könne, wenn
nur die niederländischen TTPs zur Zusammenarbeit mit den Behörden
verpflichtet seien. Die Kunden würden dann auf ausländische Treuhänder
zurückgreifen.
Mehr in Telepolis: [11]Holländische Regierung setzt
Verschlüsselungs-Treuhänder unter Druck (Jelle van Buuren)/
([12]ame/tp)
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Wem gehört das Wissen?
Das Paradox könnte größer kaum sein: Just in der so genannten
Informations- oder Wissensgesellschaft sieht es nicht gut aus mit dem
Grundrecht der Menschen auf Information und mit dem freien Zugang zum
Wissen. Angesichts dieser unausgeglichenen Lage machte sich eine
Expertenrunde auf dem Kongress [62]Gut zu wissen. Links zur
Wissensgesellschaft der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin am letzten
Wochenende Gedanken über Gegenstrategien.
Noch nie hat es einen Ökonomen von Belang gegeben, der für den
Patentschutz eintrat und ihn als innovationsfördernd beschrieb. Dass
das Patentregime trotzdem ins Leben gerufen und rechtlich sanktioniert
wurde, wertete Bernd Lutterbeck, Professor für Informationsrecht an
der TU Berlin als "Sieg der Juristen und Protektionisten". Politiker
lassen sich nach Ansicht Lutterbecks aber nach wie vor zu schnell von
Firmen wie Microsoft einlullen, die auf die traditionellen
Eigentumsregime aufsetzen, um ihre Interessen zu verfechten. Die "sind
aber nicht die Interessen der Allgemeinheit", so Lutterbeck, und nicht
einmal die der europäischen Softwareindustrie. Der Leiter der
Patentabteilung von SAP habe ihm jedenfalls erst kürzlich versichert,
dass seine Firma eigentlich keine Softwarepatente brauche. Eine
Patentstrategie hätten die Walldorfer nur aufgebaut, um den
Wettbewerbern im amerikanischen Markt etwas entgegensetzen zu können.
Ganz ein Kind seiner Zeit ist für Rainer Kuhlen, Professor für
Informationswissenschaft an der Universität Konstanz, auch das
Urheberrecht. Kuhlen sieht das auf europäischem und US-amerikanischem
Boden entstandene Urheberrecht angesichts der fortschreitenden
Globalisierung als "obsolet" an. Andere Völker und Kulturräume hätten
ein ganz anderes Verständnis von "intellektuellem Eigentum". "Wir
erdreisten uns", kritisiert der am Forum Information Ethics der Unesco
beteiligte Forscher, "unser historisch begrenztes Weltbild der ganzen
Welt überzustülpen."
Der kleinste gemeinsame Nenner lautet für Kuhlen daher: Radikal die
sich aus dem Urheberrecht ableitenden Verwertungsrechte "aufgeben und
alles frei ins Netz stellen". Angesichts der "fortschreitenden und
unaufhaltsamen Kommerzialisierung weiter Wissensbereiche", forderte
der Wissenschaftler die Politik auf, "neue öffentliche Foren des
freien Informationsaustausches zu ermöglichen", statt der
Informationswirtschaft weitere Zugeständnisse zu machen. Konkret
wünscht sich Kuhlen die "Einrichtung und den Betrieb öffentlicher
Wissenschafts-, Kultur- oder Ausbildungs-Server" mit offen
zugänglichen Ressourcen. Als wegweisend betrachtet er die jüngst
bekannt gegebene Entscheidung des Massachusetts Institute of
Technology, mittelfristig fast die kompletten Lehrinhalte zur freien
Nutzung für jedermann im Netz anzubieten.
"Wir beschäftigen in Zukunft keine Bibliothekare mehr, sondern
Hacker", kündigte Gabriele Beger, Direktorin der Berliner
Stadtbibliothek, auf dem Panel in Berlin daher halb ernst, halb
ironisch gemeint an. Die Rolle der Bibliotheken als "Garanten des
Wissens" ist für sie gefährdet. Ihre Hoffnung ist, dass immer mehr
Autoren an den Verlegern vorbei das Netz als Vertriebsweg für ihre
Arbeiten entdecken. Ein wenig rosiges Bild der Zukunft der
Wissensgesellschaft zeichnete Andy Müller-Maguhn, ICANN-Direktor und
Sprecher des Chaos Computer Clubs. Seiner Ansicht nach sind die
Politiker gerade dabei, soziale Bedingungen zu schaffen, in denen alle
Möglichkeiten der Nutzer zum freien Informationsaustausch
kriminalisiert werden. Denn gleichzeitig mit dem Vordringen von
Lösungen rund ums Digital Rights Management "wird der
Überwachungsstaat installiert". (Stefan Krempl)
Mehr in Telepolis: [63]Die Nutzer brauchen eine Lobby.
([64]fr/tp)
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Meldungen vom 07.05.2001:
Forscher entwickeln Mobiltelefon für Gehörlose
Mobilfunknetze der dritten Generation UMTS sollen Gehörlosen ganz neue
Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen. Europäische Wissenschaftler
entwickeln dazu ein UMTS-taugliches Mobiltelefon, mit dem Gehörlose
nicht nur in Gebärdensprache telefonieren sondern auch Informationen
abfragen können, teilte der Lehrstuhl für Technische Informatik an der
RWTH Aachen heute mit. Das dreijährige Vorhaben mit zehn Partnern aus
Spanien, England, Schweden und Deutschland werde mit rund zwölf
Millionen Mark von der Europäischen Kommission gefördert.
Für das Projekt wurde ein Laptop-ähnliches Videotelefon mit einer
kleinen Kamera ausgestattet. Durch die Übertragung von Bildern könnten
zwei Gehörlose "ganz natürlich in Gebärdensprache" miteinander
telefonieren. Zum Gespräch mit Hörenden werde eine Dolmetscherzentrale
eingerichtet, teilte Jörg Zieren vom Aachener Lehrstuhl mit. Der
Dolmetscher übersetze die Gebärdensprache für die Hörenden.
Die Steuerung solle über Text- und Grafikmenüs, aber auch über die
Gebärdensprache möglich sein. Dazu entwickeln die Aachener
Wissenschaftler ein System, das die Gebärdensprache übersetzt und etwa
bei der Menüwahl zum Einsatz kommt. Das Projekt WISDOM (Wireless
Information Services for Deaf people on Move), das von Gehörlosen
begleitet werde, soll Ende 2003 abgeschlossen sein.
Die Gehörlosen dürfte die zu erwartende technische Unterstützung für
ihre eigene Kommunikationsform besonders freuen, nachdem ihnen
hierzulande Fachleute lange Zeit zwingend die akustische Kommunikation
vorschreiben wollten, obwohl Gehörlosen der wichtigste Teil der
erforderlichen Sensorik fehlt. Und auch die UMTS-Hersteller und
-Netzbetreiber dürften die Initiative gern sehen, da sich mit ihr die
Möglichkeiten der künftigen Highspeed-Mobilnetze eindrücklich
demonstrieren lassen. ([65]dz/c't)
References
6. http://www.dgd.de/
7. mailto:fro@ct.heise.de
11. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7572/1.html
12. mailto:ame@tp.heise.de
62. http://www.bildung2010.de/gutzuwissen
63. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/konf/7570/1.html
64. mailto:fr@tp.heise.de
65. mailto:dz@ct.heise.de
Meldungen vom 07.05.2001:
IIS-Sicherheitsloch: Hacks haben sich verdreifacht
Eine Woche nach Veröffentlichung des [7]Sicherheitslochs in Microsofts
Webserver IIS machen sich die Auswirkungen drastisch bemerkbar:
[8]Jüngste Statistiken des Sicherheits-Portals [9]attrition.org zeigen
die sprunghafte Zunahme der Website-Hacks unter NT, worunter auch
Windows 2000 mit IIS fällt: Während in den vergangen zwei Jahren
NT-Systeme mit 15 bis 20 Hacks pro Tag zwar schon an der Spitze lagen,
werden seit dem Bekanntwerden der IIS-Sicherheitslücke weit über 40
Hacks pro Tag registriert.
Nach Schätzungen verschiedener Sicherheitsexperten liegt die Zahl der
betroffenen Systeme weltweit zwischen einer und zwei Millionen. Zudem
befürchtet man, dass viele Administratoren den von Microsoft
bereitgestellten [10]Patch nur sehr schleppend einspielen. Das könnte
sich rächen. Bereits einen Tag nach Bekanntwerden der Lücke tauchten
passende Exploits auf. Somit brauchen potenzielle Angreifer nicht
einmal besonderes Know-how, um ein System zu kompromittieren.
([11]pab/c't)
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Kommunizieren von einem Nervensystem zum anderen
1998 hatte Kevin Warwick, ein britischer und sehr publicitybewusster
Professor der Kybernetik, sich für ein paar Tage einen [22]Chip
implantieren lassen. Für diesen September kündigt er mit Cyborg 2.0
eine Fortsetzung an. Dann sollen ihm und seiner Frau Chips in den
linken Arm eingepflanzt werden, die mit Nerven verbunden werden und
angeblich in der Lage sein sollen, neben Bewegungsimpulsen auch
Empfindungen wie Schmerzen abzunehmen und zu versenden: "Ich habe das
langfristige Ziel, Mitteilungen zwischen Menschen allein durch
Gedanken zu senden", kommentierte der Forscher sein Vorhaben, der von
sich sagt, dass er auf keine Weise nur ein Mensch bleiben wolle.
Die etwa bei ihm während der Bewegung eines Fingers abgenommenen
Nervenimpulse werden an einen Computer gesendet und dort weiter in den
Arm seiner Frau, wo sie über Elektroden wieder die Nerven stimulieren
sollen. Warwick hofft, dass die relevanten Signale für eine Bewegung
nicht nur abgenommen, sondern auch an den jeweils Anderen gesendet und
dort reproduziert werden können. Ob die neuronalen Erregungsmuster des
einen Menschen genau die Impulse beim Anderen auslösen, die notwendig
sind, um die Bewegung zu reproduzieren, ist natürlich prinzipiell eine
interessante Frage. Würde das gelingen, dann wäre dies in der Tat eine
Gedankenübertragung - oder auch eine Fernsteuerung. Ähnlich wie
Bewegungsimpulse könne man womöglich, wie Warwick meint, auch eine
Empfindung wie Schmerz, der ein "sehr klar abgehobenes elektronisches
Signal im Nervensystem" sei, aufzeichnen und in einem anderen Menschen
wieder abspielen. Daher nennt er den Chip auch telepathisch.
Ankündigen lässt sich vieles. Für die Öffentlichkeit jedenfalls
kokettiert Irena Warwick damit, dass das Anzapfen der neuronalen
Impulse im Arm irgendwie eine sehr intime Sache sei. Sie wolle nicht,
dass ihr Ehemann "mit einer anderen Frau vernetzt" ist. Warwick selbst
hat dazu auch eine praktische Idee: die neuronalen Aufzeichnungen
ließen sich natürlich speichern und zu späterer Gelegenheit wieder
abspielen, um dieselben Wirkungen zu erzeugen. Das wäre vielleicht im
Fall von Schmerz für Folterer verlockend, andererseits, so Warwick,
könne man so ja auch möglicherweise Schmerzen blockieren.
Mehr in Telepolis: [23]Der telepathische Chip des britischen
Professors. ([24]fr/tp)
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Quantenteleportation und Kryptographie
1997 hatten Prof. Dr. Anton Zeilinger und sein Team die erste
Quanten-Teleportation über immerhin etwa einen Meter Entfernung
realisiert. In ihrem Experiment zerstörten sie Photonen und schafften
es, deren Polarisation, d. h. die Richtung des Spins, als Information
an andere Photone weiterzuleiten, die diese Information aufgriffen und
dadurch die Eigenschaften der zerstörten Photonen replizierten.
Prinzipiell könne das Photon, das die Eigenschaften des ersten Photons
repliziert, beliebig weit entfernt sein.
In der Zeitschrift Nature berichtete Anton Zeilinger kürzlich über die
weitere Forschung, die über die "Entanglement purification for quantum
communication" (Verschränkungs-Reinigung für Quanten-Kommunikation) zu
Quantencomputer und Quantenkryptographie führen soll. Teleportation
nennt man die Herstellung einer exakten Kopie eines Quantensystems an
einem anderen Ort durch Ausnutzung verschränkter Zustände, dabei wird
das Original eigenschaftslos (informationslos), d. h. es überträgt
alle seine Eigenschaften und ist dann selbst "ausgewaschen", sozusagen
seiner Information beraubt. Es ist also kein echter Kopierprozess,
sondern eine vollständige Informationsübertragung.
Verschränkung bedeutet, dass ein Paar Photonen durch die Messung die
gleichen Eigenschaften hat, auch über große Entfernungen. Albert
Einstein hatte diesen Effekt bereits 1935 entdeckt und ihn als
"spukhafte Fernwirkung" bezeichnet. Wird nun ein Photon eines solchen
verschränkten Paares in seinen Eigenschaften verändert, dann ändert
sich das zweite, entfernte Photon parallel und gleichzeitig. Die
Eigenschaften werden in Nullzeit über eine große Entfernung
übertragen. Lässt man ein drittes Photon (das Photon, das teleportiert
werden soll) mit einem Photon dieses verschränkten Paares
interagieren, dann ändert sich das zweite Photon des verschränkten
Paares am anderen Ort.
Quantenkryptographie verwendet ebenfalls solche verschränkten
Photonenpaare und erzeugt damit an zwei verschiedenen Orten dieselbe
Folge von Zufallszahlen. Prof. Zeilinger dazu: "Dieser Schlüssel kann
dann zur Verschlüsselung verwendet werden. Ein möglicher Lauscher
würde sofort entdeckt, da er Korrelationen stört, was zu verschiedenen
Zufallsfolgen auf beiden Seiten führt. Dies kann durch einen
öffentlichen Vergleich von einem Teil der Bits des Schlüssels
festgestellt werden. Sind die Schlüssel korrumpiert, werden sie
einfach nicht verwendet."
Zeilingers in Nature vorgestellte Verschränkungsreinigung (entaglement
purification) erlaube es, durch einen quantenmechanischen Vergleich
aus zwei Paaren, die beide schlechter sind, ein besseres zu erzeugen.
Der wesentliche Vorteil der neuen Entdeckung sei, dass
Quantenkommunikation über größere Entfernungen durchgeführt werden
könne: "Mit der neuen Methode kann man sicherlich bis zu Entfernungen
von etwa 50 bis 100 Kilometern gehen. Die neue Methode ist auch dafür
verwendbar, Quantenteleportation über größere Entfernungen zu
etablieren und Quantenteleportation als eine der wichtigsten Methoden
mit der künftigen Quantencomputerinformation austauschen zu können."
Zeilinger, der sich als Anhänger der "Kopenhagener Interpretation"
sieht, der zufolge der quantenmechanische Zustand die Information ist,
die wir über die Welt haben: "Es stellt sich letztlich heraus, dass
Information ein wesentlicher Grundbaustein der Welt ist. Wir müssen
uns wohl von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich
existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer Beobachtung,
irgendwann verabschieden."
Das gesamte Gespräch mit Anton Zeilinger finden Sie in Telepolis:
[38]"Es stellt sich letztlich heraus, dass Information ein
wesentlicher Grundbaustein der Welt ist." ([39]fr/tp)
References
7. http://www.heise.de/newsticker/data/pab-02.05.01-000/
8. http://www.attrition.org/mirror/attrition/os-graphs.html#SPECIAL
9. http://www.attrition.org/
10. http://www.microsoft.com/Downloads/Release.asp?ReleaseID=29321
11. mailto:pab@ct.heise.de
22. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2448/1.html
23. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/7562/1.html
24. mailto:fr@tp.heise.de
38. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/7550/1.html
39. mailto:fr@tp.heise.de
Meldungen vom 04.05.2001:
XML Schema: DTD-Nachfolger freigegeben
Am 2. Mai hat das World Wide Web Consortium nach zwei Jahren Arbeit
die Spezifikation für XML Schema freigegeben. Drei Teile -
[67]Einführung, [68]Strukturen, [69]Datentypen - beschreiben, wie
Entwickler künftig die Art und Struktur von XML-Dokumenten definieren
können. XML-Schemata sollen die bislang benutzten
Dokumenttyp-Definitionen (DTDs) mittelfristig ablösen.
Im Vergleich zu DTDs bieten XML-Schemata mehr Möglichkeiten, indem sie
beispielsweise die Zuordnung von Elementen zu bestimmten Datentypen
erlauben. Außerdem lassen sich vorhandene Schemata in eigene einbinden
und überschreiben.
Mit [70]XSV, dem XML Schema Validator, haben das W3C und die
Universität Edinburgh ein Werkzeug entwickelt, dass die syntaktische
und strukturelle Korrektheit von Schemata prüft. ([71]hb/iX)
References
67. http://www.w3.org/TR/xmlschema-0/
68. http://www.w3.org/TR/xmlschema-1/
69. http://www.w3.org/TR/xmlschema-2/
70. http://www.w3.org/2001/03/webdata/xsv
Meldungen vom 03.05.2001:
Experte: "Das Internet ist ein großer Misthaufen"
Für das Internet in seiner heutigen Form hat einer der Väter des
weltweiten Datennetzes nur wenige lobende Worte übrig. "Das Internet
ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze
und Perlen finden kann", sagte [70]Joseph Weizenbaum, Wissenschaftler
am renommierten US-Forschungsinstitut Massachusetts Institute of
Technology (MIT) bei einem Fachseminar am Mittwoch in Hamburg.
Das Internet sei dem Fernsehen sehr ähnlich geworden. Die Proportionen
von sinnvollen, interessanten Sendungen und der riesigen Menge blanken
Unsinns seien in beiden Medien vergleichbar. Weizenbaum arbeitete Ende
der 60er Jahre an der Entwicklung des Arpanet mit, dem militärischen
Vorläufer des heutigen Internet.(dpa) / ([71]wst/c't)
Meldungen vom 27.04.2001:
Das Internet, ein "Tummelplatz übelster Krimineller"
Das Internet wird nach Darstellung des Mainzer Innenministers Walter
Zuber (SPD) "zum Tummelplatz von Kriminellen der übelsten Sorte". Das
gelte etwa für Verletzungen des Urheberrechts, Betrugsdelikte,
Rechtsextremismus, Kinderpornografie und Wirtschaftsspionage, sagte
der Politiker heute in der Landespolizeischule auf dem
Hunsrück-Flughafen Hahn. Die scheinbare Anonymität des weltweiten
Datennetzes sei für Kriminelle verlockend.
Nach Zubers Worten ist die rheinland-pfälzische Polizei "gut
gerüstet", um diese Formen der Kriminalität zu bekämpfen. Mehr als
4500 Arbeitsplätze an Computern stünden den Polizeibeamten des Landes
zur Verfügung. Alle ihre Dienststellen seien miteinander vernetzt.
([3]em/c't)
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Faltlautsprecher für die Hosentasche
Lautsprecherfolie
Forscher am Thin Film Research Center des regierungsanhängigen
koreanischen Institute of Science and Technology (KIST,
www.kist.re.kr/Teams/kist/english/home.html) haben einen folienartigen
Lautsprecher entwickelt, der so dünn ist, dass man ihn zusammenrollen
und in der Hosentasche mitnehmen kann. Der Lautsprecher selbst besteht
lediglich aus einem piezoelektrischen Material, das nicht dicker als
Papier ist.
Piezoelektrische Filme und Keramiken, die elektrische Energie in
mikroskopisch kleine Vibrationen an der Materialoberfläche umwandeln,
sind im Prinzip nicht neu und kommen schon seit zehn Jahren zum
Einsatz, etwa in Lautsprecherkomponenten, unter Wasser in
Sonarsystemen oder Polizeisirenen. "Auch zusammenrollbare Lautsprecher
haben japanische Firmen bereits aus piezoelektrischer Keramik
hergestellt und vermarktet", weiß der piezoelektrische Experte Kenji
Uchino von der [10]Universität Birmingham. "Hört man solche
Lautsprecher alleine, dann klingt das immer etwas blechern, aber
zusammen mit einem unterstützenden Bass hört sich das Ganze dann recht
nett an."
Um diesen Nachteil noch in den Griff zu bekommen, haben die
koreanischen Forscher das Projekt an ein Team von Sound-Designern
übergeben, die nun den Klang der niedrigeren Frequenzen optimieren
sollen. Zusammen mit einem etablierten Hersteller für Lautsprecher
rechnet Koh damit, dass ein gut klingender, falt- und
zusammenrollbarer Lautsprecher schon in einem Jahr in den Läden
erhältlich sein könnte. Da die Lautsprecher nur aus Elektroden und dem
piezoelektrischen Film bestehen, dürfte ihr Preis geringer sein als
herkömmliche Lautsprecher mit ihren zum Teil recht aufwendigen
Komponenten.
Bei einer ersten Demonstration mit einem 100 Quadratzentimeter großen
Lautsprecher waren Kohs Forscherkollegen sichtlich beeindruckt,
erwarteten sie doch noch eine Blackbox oder etwas ähnliches Klobiges.
Zwar hat Kollege Uchino die koreanische Entwicklung noch nicht selbst
gesehen, sieht aber in der piezoelektrischen Lautsprechertechnologie
in Zukunft jede Menge an Anwendungsmöglichkeiten. "Besonders Notebooks
und Desktop-Computer eignen sich hierfür hervorragend", meint Uchino,
denn die Lautsprecher-Folien sind durchsichtig. "Das gesamte Display
könnte einmal als Lautsprecher benutzt werden." Andreas Grote
([11]em/c't)
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Durchbruch bei Herstellung von Nanotube-Transistoren
IBM-Wissenschaftler haben einen Prozess entwickelt, um mit so
genannten Carbon-Nanotubes Feldeffekttransistoren von der Größe von
nur rund 10 Atomen herzustellen - gut 500-mal kleiner als bisherige
Transistoren. In der neuesten Ausgabe von [19]Science (Vpl 292, Ussue
5517) vom 27. April 2001 berichten Wissenschaftler aus dem IBM Watson
Research Laboratoy in Yorktown von ihren Erfolgen mit einem Verfahren,
das sie "konstruktive Destruktion" getauft haben.
Nanotubes sind langgezogene Röhrchen von nur rund einem Nanometer
Durchmesser, die aus zahlreichen miteinander verknüpften Ringen von
jeweils sechs Kohlenstoff-Atomen bestehen. Je nach interner Struktur
können sie leitend "metallisch" oder halbleitend sein. Das man mit den
halbleitenden Röhrchen kleinste Schalter realisieren kann, hatten
Wissenschaftler der Harvard University schon vor rund einem Jahr
bewiesen (siehe auch "Rechnen mit Nanostäbchen", c´t 15/00, S. 40).
Die IBM-Wissenschafter können mit ihrer konstruktiven Destruktion nun
ganze Arrays solcher Schalter auf der Oberfläche eines oxidierten
Silizium-Wafers herstellen, indem sie von den bei der Herstellung
gemeinsam entstehenden metallischen und halbleitenden Nanotubes
gezielt die metallischen zerstören. Mit diesem Verfahren könnte der
Grundstein für eine völlig neue, auf Kohlenstoff beruhende
Halbleitertechnologie gelegt sein, mit der sich in einigen Jahren
Speicher in Terabit-Regionen und sehr schnelle Prozessoren realisieren
lassen. ([20]as/c't)
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Bug in der Restore-Funktion von Windows Me
Microsoft hat jetzt einen Fehler der Systemwiederherstellungsfunktion
von Windows Millennium Edition (Me) [53]bestätigt und einen Patch zum
[54]Download bereitgestellt. Der Bug steckt in dem Algorithmus, der
die Dateinamen der so genannten Wiederherstellungspunkte ermittelt.
Diese Momentaufnahmen des Betriebssystems sollen nach einer
fehlerhaften Installation etwa von Treibern oder Programmen die
Rückkehr zu einem funktionierenden Stand des Systems ermöglichen. Sie
werden im Ordner _restore im Stammverzeichnis gespeichert. Der Fehler
würde laut Microsoft dazu führen, dass mit den Momentaufnahmen, die
nach dem 8. September 2001 Jahres erstellt werden, keine
Wiederherstellung mehr möglich ist. ([55]axv/c't)
Meldungen vom 20.04.2001:
EU-Erkenntnisse über globales Lauschsystem Echelon
Im Interview mit [44]Telepolis verdeutlicht Gerhard Schmid,
Berichterstatter des nichtständigen Echelon-Untersuchungsausschusses
des Europaparlaments, die Vorgehensweise und die bisherigen
Erkenntnisse des Ausschusses. Grundsätzlich bestehe kein Zweifel für
ihn, dass es ein unter dem so genannten UKUSA-Vertrag betriebenes,
[45]globales Abhörsystem gebe, sagte Schmid, wobei die Bezeichnung
dafür nicht unbedingt ECHELON lauten müsse.
Schmid sagte, er habe "nie die Erwartung gehegt, dass die Dienste von
sich aus freiwillig Details erzählen". Trotzdem sei der Ausschuss für
ihn keine Alibiveranstaltung, denn "das systematische Sammeln,
Auswerten und Bewerten von öffentlich zugänglichen Informationen
bringt schon was". In dem ausführlichen Interview erklärt Schmid im
Detail die Abhörmöglichkeiten eines solchen Systems. Intelsat, die
Satelliten für transkontinentale Telefonkommunikation, seien
grundsätzlich abhörbar, sagt Schmid, ebenso wie nichtverschlüsselte
Videokonferenzen über Satellit. Die Wahrscheinlichkeit, dass
Internet-Traffic via Echelon abgehört werde, habe sich laut Schmid
reduziert, seitdem weniger Datenverkehr über US-Knoten gehe. Etwa 95
Prozent des innerdeutschen E-Mail-Austauschs werde heute über DE-CIX
in Frankfurt am Main abgewickelt.
Kabelgebundene Kommunikation lässt sich laut Schmid "nur dann abhören,
wenn man physischen Zugang zum Kabel hat. Beim Echelon-Staat USA
reduziert sich dies auf die Verbindungen, die in die USA hinein- und
wieder herauskommen." Dasselbe gelte auch für Großbitannien. Auf der
Basis von Gesprächen mit Vertretern der britischen Regierung in London
erklärte Schmid, diese leugne, dass Abhörmöglichkeiten zur so
genannten Konkurrenzspionage eingesetzt würden. Wirtschaftlich
motiviertes Abhören, das in Großbritannien mit der Formulierung
"economic well-being" gesetzlich legitimiert ist, beziehe sich vor
allem auf Verletzungen von Sanktionen, sagte Schmid.
Das vollständige Interview mit Gerhard Schmid bringt Telepolis:
[46]Das globale Abhör-Puzzle (Christiane Schulzki-Haddouti) /
([47]ame/tp)
References
44. http://www.telepolis.de/
45. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/default.html
46. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/7428/1.html
47. mailto:ame@tp.heise.de
Meldungen vom 19.04.2001:
Citrix macht Server-Farmen zur Goldgrube
[7]Citrix, Produzent von Application-Server-Software, konnte seinen
Umsatz im ersten Quartal 2001 auf 133 Millionen US-Dollar steigern.
Noch bedeutender als dieser Zuwachs um 7,7 Prozent gegenüber dem
vorherigen Quartal mutet allerdings der Reingewinn von 28,9 Millionen
US-Dollar an, der im gleichen Zeitraum um 49 Prozent zugelegt hat.
Vergleicht man die Werte mit dem ersten Quartal 2000, beziffert sich
das Umsatzwachstum auf 4,2 Prozent, der Reingewinn hat jedoch um 27
Prozent abgenommen.
Trotz der schwankenden Werte kann der Hersteller der
Server-Softwarepakete Metaframe und NFuse Gewinne aus jeder
Umsatz-Million erwirtschaften, wie man sie sonst allenfalls vom
Mitbewerber Microsoft, der ja mit dem Windows-2000-Terminal-Server ein
ähnliches Produkt vermarktet, gewöhnt ist. Beim zweiten
Citrix-Konkurrenten, der [8]Tarantella-Division von SCO, sieht die
Wirtschaftslage mit 6,5 Millionen US-Dollar Verlust aus 3,2 Millionen
US-Dollar Einnahmen, wie im Januar verlautbart, dagegen geradezu
desolat aus. ([9]hps/c't)
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Weitere Landessprachen fürs DNS
Wer eine ganz bestimmte arabische Domain unter .com auf jeden Fall
haben muss, sollte sich heute darum kümmern. Ab heute Abend nimmt
[27]VeriSign/NSI, der Adressprovider für .com-, .net und .org-Domains,
Vorregistrierungen für Domains in Arabisch und rund zwei Dutzend
weiteren Sprachen beziehungsweise Schriften entgegen. Die dritte Runde
in der Testphase für die Registrierung nicht-englischsprachiger
Domains war mehrfach verschoben worden. Ziel von VeriSign ist es, in
Zukunft Domains in allen in Unicode verfügbaren Schriftsystemen zu
registrieren.
Der Run auf die ASCII-kompatiblen und mit der Vorsilbe bq--
gekennzeichneten Adressen hat seit dem [28]Start im November deutlich
nachgelassen. Damals wurden innerhalb des ersten Monats nach VeriSigns
Angaben rund 700.000 asiatische Adressen registriert, nach knapp einem
halben Jahr spricht VeriSign nun von 850.000. Die europäischen
Sprachen, die [29]seit Februar registriert werden können, sind demnach
wohl deutlich weniger gefragt.
Gerade mal ein paar Hundert europäisch-sprachige Adressen hat die am
Test beteiligte Domainregistrar Key-Systems registrieren können. Mit
einer Registrierung der arabischen Domains wird es bei der Firma wohl
nichts werden, weil man nicht über das passende Eingabesystem für die
arabischen Domains verfüge, so ein Vertreter des Unternehmens. Das
ebenfalls am Test beteiligte US-Unternehmen Register.com warnt auf
seiner Webseite potenzielle Kunden vor der Verwendung eines falschen
Zeichensatzes bei der Arabisch-Eingabe - ISO-8859-6 muss es sein,
sonst erhält man bei der Kodierung nicht den korrekten ASCII-String.
Unter den 35 am Test beteiligten Registrierunternehmen ist im Moment
keines aus einem arabischen Land.
Nach wie vor ist unklar, ob und wann die als ASCII-Adressen - genauer
gesagt als Row-based Ascii Compatible Encoding ([30]RACE) -
registrierten Domains tatsächlich zu den landessprachlichen Webseiten
führen. Der Versand von E-Mail über diese Adressen ist nicht möglich.
Eine [31]Arbeitsgruppe der Internet Engineering Task Force (IETF) soll
sich bis zum Sommer auf eine der vielen vorgeschlagenen Lösungen
einigen. DNS-Experte und IAB-Chef John Klensin warnte inzwischen
davor, einfach auf eine schnelle Lösung auf der Ebene der
Applikationen beim User zu setzen. Klensin plädiert vielmehr für eine
grundsätzliche Nachrüstung von DNS-Servern und Routern. Zu allem
Überfluss haben inzwischen rund ein halbes Dutzend Unternehmen Patente
für ihre Lösungen angemeldet, unter anderem VeriSigns Partner i-dns
und Walid.
Um den Kunden wenigstens einen Hoffnungsschimmer zu geben, will
VeriSign in den kommenden Wochen erstmals die Auflösung der Domains
unter der Second-Level-Domain .mltb.com (für multilingual testbed)
ermöglichen.
VeriSign-Vertreter wie Roger Cochetti versprechen zudem, man werde
sich für die Kunden auch um die Migration der jetzt registrierten
Adressen zum letztlich ausgehandelten Standard kümmern. [32]Ob dies
technisch möglich ist, kann aber noch niemand mit Bestimmtheit sagen.
Trotzdem sind auch hierzulande bereits Interessenten auf die Idee
gekommen, RACE-kodierte "bq--"-Adressen [33]unter .de anzubieten. Mit
Konvertierungstools lassen sich die Strings aus den entsprechenden
Schriftsystemen übersetzen. Wer weiß, so die Devise, ob VeriSign sich
am Ende nicht doch durchsetzt. (Monika Ermert) / ([34]jk/c't)
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Brennstoffzelle versorgt erstmals Camcorder
Für Benutzer von Handys, Organizer, Notebooks, portablen Musikgeräten
oder Camcordern arbeiten Forscher an vier deutschen und einem
amerikanischen Fraunhofer-Institut unter der Leitung des
Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ([41]ISE) an einem
serienreifen und zuverlässigen [42]Brennstoffzellen-System für den
Massenmarkt. Die Leistungsfähigkeit ihres Systems wollen die Forscher
auf der Hannover Messe Industrie (Halle 18, 1. OG, Wasserstoffstand
J04 und Halle 7, Forum Microtechnology, Stand E30, Vitrine) am
Beispiel eines handelsüblichen Camcorders demonstrieren, dessen Akku
durch eine Brennstoffzelle ersetzt wurde. Sie soll mit einer Leistung
von 10 Watt bei einer Spannung von 8 Volt ausreichend Strom für das
Gerät liefern. "Unser Exponat ist eine Premiere, denn zum ersten Mal
zeigen wir ein voll funktionstüchtiges und gehäuseintegriertes
Brennstoffzellensystem", meint Christopher Hebling vom ISE.
Bei gleichem Volumen und Gewicht wie ein herkömmlicher Camcorder-Akku
lässt sich mit der vorgestellten Brennstoffzelle genauso lange
arbeiten. "Das ist die eigentliche Neuheit", erklärt Ulf Groos vom ISE
nicht ohne Stolz, "und in Zukunft werden wir bei gleichem Volumen
doppelt solange arbeiten können wie heute." Grundlage für das System
ist eine streichholzschachtelgroße Miniatur-Brennstoffzelle. Sie
besteht aus 16 Bipolarplatten, die in der klassichen Stackbauweise
aufeinander gestapelt und verklebt werden und die einen
durchschnittlichen Wirkungsgrad von 50 Prozent aufweisen. Als Tank für
den Wasserstoff dient ein Metallhydridspeicher, der schnell und
einfach ausgetauscht werden kann. Die Mini-Brennstoffzelle soll
weitaus mehr Ladezyklen als bisherige Akkus unbeschadet überstehen.
Ihr Betrieb ist geräuschlos, erzeugt keine schädlichen Abgase und
verlangt nur einen geringen Wartungsaufwand. Eine Selbstentladung wie
bei herkömmlichen Akkus gibt es systembedingt nicht. Selbst nach einem
Jahr Lagerung ist der Speicher noch voller Energie.
Die [43]Brennstoffzelle kehrt das Prinzip der Elektrolyse um und
erzeugt aus Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie. Im
Gegensatz zu Batterien und Akkus besitzt sie jedoch keinen
gespeicherten Energievorrat, sondern liefert erst just in dem Moment
Energie, in dem ihr von außen die benötigten Gase bereitgestellt
werden. Den benötigten gasförmigen Wasserstoff erhält die
Brennstoffzelle aus dem separaten kleinen Tank.
Ist der Tank leer, könnte sich der Nutzer später einmal per
Internet-Versand neue Tanks bestellen oder an der Tankstelle oder im
Kiosk nachkaufen, während er den leeren Speicher zum Wiederbefüllen
zurückgibt: "Das könnte einmal ganz ähnlich funktionieren wie heute
mit der Kohlendioxid-Patrone für die Wasserbereitung zu Hause - sie
holen sich gegen Pfand eine neue im Kaufhaus und geben die alte ab",
erklärt Groos. Ein solches Pilotprojekt läuft bereits erfolgreich in
Island, wo Wasserstofftanks für eine universelle
12-Watt-Brennstoffzelle an Tankstellen verkauft werden. Auch bei dem
Elektronikversandhaus [44]Conrad sind Wasserstoffspeicher heute schon
erhältlich.
Für Camcorder rechnen die Forscher mit einem vergleichbaren Preis, den
man auch für einen Akku bezahlen müsste, für kleinere Geräte wird die
Brennstoffzellenlösung noch etwas teurer. "Allerdings erhalten Sie
dann mit der Brennstoffzelle auch ein leistungsfähigeres und
flexibleres System." Besonders dort, wo kleine Leistungen über eine
lange Laufzeit benötigt werden, ist die Brennstoffzelle günstiger.
Trotzdem rechnen die Forscher damit, dass die Brennstoffzelle in der
jetzigen Form bei einer Markteinführung zunächst eher für hochpreisige
Geräte interessant ist.
Durch eine extrem flache Anordnung von serienverschalteten Zellen
lässt sich die Energieversorgung aber beispielsweise auch auf der
Rückseite eines MP3-Players realisieren. Damit ließen sich dann
"mittelfristig bestimmt auch Handys und Organizer betreiben",
prophezeit Groos, "und sollte sich Bluetooth durchsetzen, dann ist das
besonders für diese netzunabhängigen kleinen Einheiten interessant."
Momentan hat ein Camcorder jedoch die optimale Größe, da die
Brennstoffzelle für den Einlass des Wasserstoffs ein Ventil benötigt;
darüber hinaus ist ein Lüfter notwendig. Beides benötigt einen
gewissen Raum in der Zelle. Für kleinere Geräte wie Organizer oder
Handy könnte später als Brennstoff auf Methanol umgestiegen werden,
weil dafür kein Ventil benötigt wird. Allerdings ist die Forschung auf
dem Gebiet des Methanols noch nicht so weit.
Kritiker der Technik jedoch betonen, dass die Herstellung von
Wasserstoff zu viel Energie verbraucht und dadurch die
Kohlendioxid-Bilanz negativ ausfällt. "Derzeit gibt es zumindest im
Bereich für kleinere Brennstoffzellensysteme noch keine umfassende
Öko-Bilanz", gibt Groos zu. "Das Umweltbundesamt hat jedoch in einer
Studie nachgewiesen, dass bei der Herstellung herkömmlicher Akkus
mehrere hundert Male mehr Energie reingesteckt werden muss als später
rauszuholen ist, hinzu kommt noch die Schwermetallbelastung." Bei der
Brennstoffzelle dagegen werden keine toxischen Materialien verwendet,
das eingesetzte Platin ist wieder verwendbar. "Die Brennstoffzelle
besitzt nachweislich eine sehr hohe Lebenserwartung, alle eingesetzten
Materialien sind recycelbar, die Zelle ist unendlich oft ladbar - ich
meine, dass die Öko-Bilanz im Vergleich zu einem herkömmlichen Akku
deutlich günstiger ausfällt."
Zwar arbeitet der jetzt vorgestellte Brennstoffzellen-Prototyp in
einem Sony-Camcorder, aber Kooperationen gibt es derzeit mit noch
keiner Firma. Anders sieht das bei Notebooks aus, hier soll in 3
Jahren ein System marktreif sein. Die Forscher denken aber schon
weiter. In einer Designstudie haben sie einen LCD-Projektor
entwickelt, der mit einer 200-Watt-Lampe und zwei Wasserstofftanks 2
Stunden lang betrieben werden kann. Geplant ist auch ein Powerpack in
Buchgröße, das die Arbeit einer portablen Steckdose verrichten soll.
Daran lassen sich das Notebook anschließen, das Handy aufladen oder
eine normale Lampe betreiben. Zusätzlich sind zwei Solarpanels
integriert, die Energie aus Sonnenlicht erzeugen und einen internen
Akku aufladen sollen. (Andreas Grote) / ([45]jk/c't)
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IBM trotzt der Hightech-Krise
Krise? Welche Krise? Der Computer-Konzern IBM zeigt sich recht
unbeeindruckt von der bisherigen Krisenstimmung in der
Hightech-Branche, die am gestrigen Mittwoch durch ein Ergebnis von
Intel, das [86]nicht ganz so schlecht wie befürchtet ausfiel, erst
einmal ins Positive drehte. Big Blue war eine der wenigen Firmen, die
in den letzten Wochen keine Gewinnwarnung ausgab - nun legte der
Konzern Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, nach denen er im
zweiten Quartal hintereinander ein starkes [87]Umsatz- und
Gewinnwachstum verbuchen konnte.
Der Gewinn stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 15 Prozent auf
1,75 Milliarden US-Dollar. Lag IBM damit noch innerhalb der
Erwartungen der Wall Street, konnte die Firma diese beim Umsatz sogar
noch übertreffen: Um 8,8 Prozent stieg der Umsatz auf 21,04 Milliarden
US-Dollar; die Analysten hatten einen Zuwachs von 7 Prozent erwartet.
IBM steigerte den Umsatz in Nord- und Südamerika um 6 Prozent auf 9
Milliarden US-Dollar und den Umsatz in der Region Europa/Naher
Osten/Afrika um 3 Prozent auf 5,6 Milliarden US-Dollar. Bei
unveränderten Wechselkursen wäre dort der Umsatz sogar um 11 Prozent
gestiegen. In Asien legte das Unternehmen um 8 Prozent auf 4,3
Milliarden US-Dollar zu. Im OEM-Geschäft setzte IBM 2,1 Milliarden
US-Dollar um. Die Hardwareumsätze stiegen um 11 Prozent auf 8,5
Milliarden US-Dollar. Im Dienstleistungsbereich gab es einen Anstieg
um 12 Prozent auf 8,5 Milliarden US-Dollar. IBM verbuchte in dem
Dreimonatsabschnitt neue Dienstleistungsabkommen mit einem Wert von
10,2 Milliarden US-Dollar und hatte am Ende des Quartals einen
Dienstleistungsauftragsbestand von 87 Milliarden US-Dollar.
Der Softwareumsatz stagnierte dagegen mit 2,9 Milliarden US-Dollar. Im
Finanzbereich gab es einen Umsatzanstieg um 2 Prozent auf 832
Millionen US-Dollar, während IBM mit seinen Unternehmensinvestments
einen Umsatzrückgang von 19 Prozent auf 276 Millionen US-Dollar hatte.
IBM-Chef Louis Gerstner verwies auf die breit gestreute
Produktpalette, innovative Produkte und den starken
Dienstleistungsbereich. "In Zeiten wie diesen hilft uns unsere Stärke
als diversifiziertes und von Dienstleistungen getriebenes
Unternehmen", betonte er. Das Desktop-Computer-Geschäft litt jedoch
nach seinen Angaben wie bei anderen Anbietern auch. Dies sei nicht nur
eine zyklische Frage. Es handele sich um ein reifes Geschäft, das die
IT-Branche nicht mehr antreibe. IBM sei sicherlich nicht gegen breite
Abstriche bei Kundenausgaben immun. Angesichts der jüngsten Resultate
rechnet Gerstner jedoch damit, dass IBM besser abschneiden wird als
die meisten seiner Konkurrenten, gleich wie sich der Markt sich in
diesem Jahr entwickelt. Der Finanzchef von IBM zeigte sich jedenfalls
zuversichtlich, die Prognosen für das Gesamtjahre einhalten zu können.
Danach will der Konzern einen Gewinn von 4,87 US-Dollar pro Aktie
erzielen, eine Steigerung um fast 10 Prozent gegenüber 2000.
Die Inverstoren freuen die Zahlen und der optimistische Blick in die
Zukunft jedenfalls: Der Kurs der Aktie konnte [88]im Rahmen des
Kursfeuerwerks am gestrigen Mittwoch in New York schon während des
regulären Handels um 6,82 Prozent auf 106,50 US-Dollar zulegen. Im
nachbörslichen Handel stieg das Papier noch einmal auf 112,81
US-Dollar. ([89]jk/c't)
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Windows: Gefahr durch scheinbare Textdateien
Infolge einer Sicherheitslücke in Windows 98, NT und 2000 können
harmlos aussehende Dateitypen wie *.txt beliebigen Code ausführen. Der
Trick, den der bulgarische Sicherheitsexperte Georgi Guninski auf
seiner [114]Homepage veröffentlicht hat, ist verblüffend einfach:
Durch das Anhängen einer Class-ID (CLSID) an einen Dateinamen wird die
Dateierweiterung umgangen und das der Class-ID zugeordnete Programm
gestartet.
Nachvollziehen kann man das ganz einfach, indem man eine neue
Textdatei erstellt und diese in
"neu.txt.{3050F4D8-98B5-11CF-BB82-00AA00BDCE0B}" umbenennt. Windows
zeigt die angehängte Class-ID nicht an, aber ein Doppelklick auf die
vermeintliche txt-Datei öffnet den HTML Application Host (mshta.exe),
welcher dann in der Lage wäre, potentiell schädliche Programmroutinen
in der entsprechenden Datei auszuführen.
Solche "gefälschten" Dateien erkennt der Benutzer an ihrem Symbol;
nach dem Umbenennen der Textdatei verändert Windows das Symbol im
Beispiel auf den Standard für *.hta-Dateien. Weiterhin offenbaren die
Datei-Eigenschaften (Rechtsklick auf die Datei, dann "Eigenschaften")
den wahren Programmnamen und Dateitypen.
Microsoft ist nach Angaben von Guninski über das Problem informiert;
ob und wann es einen Patch dafür geben wird, ist bislang nicht
bekannt. ([115]pab/c't)
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Internetnutzung: Frauenanteil wächst stetig
Seit Ende März gibt es [135]neue Ergebnisse der Gesellschaft für
Konsumforschung ([136]GfK) in Nürnberg zur Internetnutzung in
Deutschland. Nach einem Zuwachs von 34 Prozent in den letzten sechs
Monaten liegt die Zahl der Internet-Nutzer danach jetzt bei 46 Prozent
aller Befragten. Damit wären 24,2 Millionen Bundesbürger zwischen 14
und 69 Jahren online. Der Frauenanteil liegt der Studie zufolge jetzt
bei 42 Prozent.
Bereits zum siebten Mal hat die GfK Medienforschung Daten zur
Internetnutzung erhoben. Seit 1997 findet diese Struktur-Analyse zur
Internetnutzung in halbjährlichem Abstand statt, und zwar im Namen der
Auftraggeber-Gemeinschaft GfK Online Monitor. Zu den Auftraggebern
gehören unter anderem AOL Deutschland, die Bertelsmann eCommerce
Group, die Deutsche Telekom AG und die G+J Electronic Media Service
GmbH. Vergleicht man die aktuellen Daten mit bisherigen Ergebnissen,
fällt der kontinuierliche Anstieg des Frauenanteils auf. Ende 1997
betrug er nur 29 Prozent, ein Jahr später 31 Prozent und lag Ende 1999
dann bereits bei 39 Prozent.
Im Februar diesen Jahres wurde in einer Studie von [137]Jupiter MMXI
einem Frauenanteil von 36 Prozent aller deutschen Surfern berichtet.
Aber wenn die absoluten Zahlen sich auch unterscheiden, so ist der
Trend zu mehr weiblicher Internetnutzung doch eindeutig. Rein
zahlenmäßig haben die Frauen also beinahe mit den Männern
gleichgezogen - aber gibt es qualitative Unterschiede in den
Surfgewohnheiten? Eine ganze Reihe von Studien und Projekten haben
sich mit dieser Fragestellung befasst. Die Ergebnisse dieser Studien
sollten Webseiten-Betreiber aufhorchen lassen.
Birgit Kampmann, Leiterin des Projekts "Frauen ans Netz" in Bielefeld,
sagt, Frauen seien seltener und kürzer im Internet, gingen dafür aber
zielgerichteter auf Informationssuche. Von besonderem Interesse seien
Informationen zum Arbeitsmarkt und Serviceangebote, die Zeit sparen
helfen. meinte sie in einem Gespräch mit gms/dpa. Auch die Jupiter
MMXI-Studie ergab, dass Frauen gezielt nach Informationen zu Reisen,
Einkaufen und Karriereplanung suchen. Überdurchschnittlich oft
besuchten Surferinnen dieser Studie zufolge die Site des Arbeitsamts.
"Frauen sind eben kommunikativer", so fasst Birgit Kampmann einen
weiteren Aspekt spezifisch weiblicher Internetnutzung zusammen. Dies
deckt sich mit Ergebnissen des [138]Zukunftsinstituts in Frankfurt.
Unter dem Titel "[139]Die Zukunft des Internet" hat Matthias Horx, der
Leiter des Instituts, Ergebnisse zu diesem Thema vorgelegt. Demnach
beteiligt sich ein Fünftel der deutschen Surferinnen regelmäßig an
Chats im Netz.
Um Web-Inhalte auch auf die Bedürfnisse der weiblichen Nutzer besser
abzustimmen, sollten mehr Frauen an der Gestaltung von Websites
beteiligt sein. Diese Forderung wurde im März auf der internationalen
Konferenz "[140]WOW - Woman on the Web" in Hamburg mit Nachdruck
vertreten. Dieses Ziel verfolgt auch das Projekt "[141]idee-it" in
Bielefeld. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend in Berlin sowie Unternehmen, Verbänden und
Städten sollen Mädchen und junge Frauen für IT-Jobs gewonnen werden.
([142]dwi/c't)
References
7. http://www.citrix.de/
8. http://www.tarantella.com/
9. mailto:hps@ct.heise.de
27. http://www.nsi.com/
28. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-10.11.00-004/
29. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-27.02.01-008/
30. http://www.ietf.org/internet-drafts/draft-ietf-idn-race-03.txt
31. http://www.ietf.org/html.charters/idn-charter.html
32. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-14.11.00-004/
33. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-27.02.01-008/
34. mailto:jk@ct.heise.de
41. http://www.ise.fhg.de/
42. http://www.ise.fhg.de/german/fields/field3/mb3/index.html
43. http://www.heise.de/newsticker/data/klp-18.04.01-000/
44. http://www.conrad.de/
45. mailto:jk@ct.heise.de
86. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-18.04.01-000/
87. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-17.01.01-011/
88. http://www.heise.de/newsticker/data/ku-18.04.01-000/
89. mailto:jk@ct.heise.de
114. http://www.guninski.com/
115. mailto:pab@ct.heise.de
135. http://www.heise.de/newsticker/data/hag-20.03.01-002/
136. http://www.gfk.de/
137. http://www.jupitermmxi.com/
138. http://www.zukunftsinstitut.de/
139. http://www.zukunftsinstitut.de/Internet.html
140. http://www.heise.de/newsticker/data/atr-13.03.01-000/
141. http://www.Idee-it.de/
142. mailto:dwi@ct.heise.de
Meldungen vom 18.04.2001:
Brennstoffzelle: Begeisterte Forscher, zögerliche Industrie
In einem Hamburger Kindergarten hat sich die Technik schon bewährt,
dennoch sind Verbraucher und Industrie noch immer skeptisch. "Sie
wissen einfach zu wenig über das Prinzip der Brennstoffzelle", sagte
[39]Arno Evers. Mit dem von ihm organisierten Auftritt von Unternehmen
und Forschungsinstituten auf der Hannover Messe macht er seit 1995
Werbung für die "saubere Energiequelle". "Vor sechs Jahren haben wir
mit zehn Ausstellern angefangen, in diesem Jahr werden es knapp 70
sein."
Ob im Handy, im Auto oder im Großkraftwerk - überall funktioniert die
Brennstoffzelle nach dem gleichen Prinzip. Sie erzeugt Strom und Wärme
aus Wasserstoff und Sauerstoff, indem sie chemische in elektrische
Energie umwandelt. Dabei entstehen Wasser und Wärme - sozusagen als
Abfallprodukte. "Dieser Abfall kann genutzt werden, ohne schädliche
Emissionen auszustoßen und ohne mechanische Vorgänge, die laut sind
und Verschleiß mit sich bringen", sagt Evers. Zudem zeichneten sich
Brennstoffzellen durch hohe Speicherkapazität und Effizienz aus.
Unternehmen und Forschungsinstitute arbeiten seit Jahren an der
Weiterentwicklung der "zukunftsträchtigen Technologie". So gelang es
Wissenschaftlern des [40]Forschungszentrum Jülich Anfang des Jahres
mit einer Brennstoffzelle die "1000-Watt-Schallmauer" zu überwinden.
"Der von uns entwickelte Brennstoffzellen-Stapel liefert 1600 Watt und
reicht damit für den Durchschnittsverbrauch eines Einfamilienhauses",
sagte Bert de Haart vom Jülicher Forschungsteam.
"Wir entwickeln die Technologien, die Industrie muss die
serientauglichen Systeme entwickeln." Noch sei der Einsatz von
Brennstoffzellen teurer als der von konventionellen Energieträgern.
"Wir arbeiten daran, dass ein Brennstoffzellenantrieb in Zukunft
genauso viel kostet wie ein Dieselmotor", sagt de Haart.
Auch die Automobilindustrie hat die Brennstoffzelle längst für sich
entdeckt. Opel präsentierte im letztjährigen Genfer Automobilsalon den
Kompakt-Van Zafira mit Brennstoffzellen, BMW arbeitet an einem
Bord-Energiesystem, das von Brennstoffzellen betrieben wird und
DaimlerChrysler wird sein neuestes Brennstoffzellen-Modell, NECAR5,
auf der Hannover Messe vorstellen. Der Stuttgarter Autobauer will
zudem im nächsten Jahr mit Brennstoffzellen angetriebene Stadtbusse
ausliefern. Im Jahr 2004 sollen dann die ersten serienmäßigen Pkw
folgen - allerdings nicht in großer Stückzahl.
Der Frankfurter Verband der Automobilindustrie (VDA) misst dem System
zwar ein hohes Zukunftspotenzial zu, erwartet die serienmäßige
Herstellung aber erst in einigen Jahren: "Wir rechnen damit, dass ein
verbreiterter Einsatz dieser anspruchsvollen emissionsfreien Antriebe
in Serienfahrzeugen gegen 2010 möglich sein wird", sagte VDA-Präsident
Bernd Gottschalk. Und Brennstoffzellen-Promoter Evers weiß auch,
warum: "Im Jahr 2004 wird in Kalifornien ein Gesetz in Kraft treten,
nach dem 10 Prozent der Flotte eines jeden Herstellers emissionsfrei
fahren müssen." So seien die Hersteller, die auf dem kalifornischen
Markt bestehen wollen, gezwungen, solche Fahrzeuge anzubieten. "Über
kurz oder lang wird dann auch Europa folgen."
Ein weiteres Einsatzfeld der Brennstoffzellen sind Geräte wie Handys,
Laptops oder Discman. Das [41]Fraunhofer-Institut für Solare
Energiesysteme (ISE) wird auf der Hannover Messe Industrie
Produktneuheiten für die gesamte "Mobile-Office-Branche" und die
Kommunikationstechnologie vorstellen. "Erstmals können wir ein
funktionstüchtiges und gehäuseintegriertes Brennstoffzellensystem
zeigen", erläutert Ulf Groos vom Fraunhofer ISE. Noch ein Jahr
veranschlagt er für die weitere Entwicklung, danach läge es an den
Industriepartnern serienmäßige Produkte auf den Markt zu bringen.
(Britta Schmeis, dpa) / ([42]klp/c't)
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Neue Batterie ist umweltfreundlicher und leistungsfähiger
Wissenschaftler am Anorganisch-Chemischen-Institut der [58]Universität
Heidelberg haben einen neuartigen Hochleistungsakku entwickelt, der
flexibler, leichter, umweltfreundlicher und leistungsfähiger ist als
herkömmliche Akkus.
Die beiden Forscher Volker Seifried und Professor Roland Krämer
benutzten dafür ein neuartiges "organisches" Material für die
Speicherung der elektrischen Energie, das aus der Chinon-Stoffgruppe
stammt. Das Prinzip haben die Heidelberger Chemiker der Natur
abgeschaut, denn Chinone sind auch in den menschlichen Zellen für die
Speicherung und Übertragung von elektrischer Ladung zuständig. Für den
chemischen Einsatz wird Chinon synthetisch aus Erdölkomponenten
gewonnen.
Im jetzt vorliegenden Modell des Chinon-Hochleistungsakkus mit einer
Spannung von 1 Volt beziehungsweise 2,4 Volt und einer Leistung von
etwa 300 Ah/kg ist die Energie mehr als doppelt so dicht gepackt wie
in einem herkömmlichen Nickel-Cadmium- oder Nickel-Metallhydrid-Akku.
"Damit erreichen wir die gleiche Leistung bei halbem Gewicht
beziehungsweise die doppelte Betriebsdauer bei gleichem Gewicht",
verkündet Krämer nicht ohne Stolz. Im Gegensatz zu den herkömmlichen
Akkus, die mit giftigem Schwermetalloxiden arbeiten, ist der
Chinon-Anteil, je nach verwendeter chemischer Struktur, biologisch
abbaubar, kompostierbar oder verbrennt zu ungiftigen Metallsalzen.
Ein weiterer Vorteil des organischen Energieträgers gegenüber
herkömmlichen Akkus liegt in seiner Anpassungsfähigkeit an bestimmte
Anwendungsgebiete. Durch eine gezielte Veränderung der chemischen
Struktur kann beispielsweise der Schwerpunkt mehr auf die Leistung,
auf das Gewicht oder die Flexibilität des Akkus verschoben werden. So
arbeiten die Forscher derzeit an der Herstellung von polymeren
Chinonen mit kunststoffähnlichen Eigenschaften, die sich dann
beispielsweise zu formflexiblen Folienakkus formen lassen und kleine,
portable Geräte noch leichter machen. Typisches Anwendungsgebiet ist
daher neben verschiedenen tragbaren elektronischen Geräten auch das
Mobile Computing.
"Überall dort, wo hohe Leistung bei geringem Gewicht gefragt ist, also
beispielsweise beim Mobile Computing oder Handys, aber später
vielleicht auch einmal in Elektro-Fahrzeugen, wo heute noch schwere,
teure und giftige Blei-Batterien eingesetzt werden, bringt unsere
Technik Vorteile", erklärt Krämer. Doch auch als ganz normaler Akku
für den Walkman oder die Taschenlampe soll die Chinon-Variante einmal
in die Warenhäuser kommen.
Doch die Markteinführung dürfte noch auf sich warten lassen, "denn die
momentane Akkuproduktion ist in erster Linie auf die Verwendung der
herkömmlichen Schwermetalloxide ausgerichtet". Trotzdem rechnen die
Forscher fest damit, dass ihr Akku, für den sie das deutsche Patent
eingereicht haben, in den nächsten Jahren als konkurrenzfähiges
Produkt auf den Markt kommen wird. Auf der Hannover Messe Industrie
(Halle 18, G 06) ist der Chinon-Hochleistungsakkumulator erstmals zu
sehen.
Auch das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ([59]ISIT)
arbeitet gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität Kiel an
formflexiblen Folienakkus für portable Geräte. Der Folienakku besteht
dabei aus beschichteten Folien und einer Elektrolytpaste. Er ist
nahezu beliebig formbar und speichert mehr Energie als ein
Lithium-Ionen-Akku. Die weniger als 1 mm dünnen Akkufolien sollen auch
einmal SmartCards mit Energie für Displays und Ähnliches versorgen.
(Andreas Grote) / ([60]jk/c't)
References
39. http://www.h2fair.de/wir/indexd.html
40. http://www.kfa-juelich.de/
41. http://www.fraunhofer.de/german/profile/ise.html
42. mailto:klp@ct.heise.de
58. http://www.uni-heidelberg.de/
59. http://www.isit.fhg.de/
Meldungen vom 17.04.2001:
Haftung für Links
Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat sich erstmals mit der Frage
beschäftigt, ob der Betreiber einer Website für einen Link auf eine
andere Website haftet. Unter Anlehnung auf die deutsche Rechtsprechung
hat der OGH bei einem Antrag auf einstweilige Verfügung entschieden,
dass sich derjenige, der ein Angebot auf einer anderen Webseite
verlinkt, sich diesen Inhalt zu Eigen macht und daher auch
wettbewerbsrechtlich dafür verantwortlich ist.
Bei dem Prozess geht es darum, dass eine Zeitung gegen den Betreiber
einer Website geklagt hatte, von der unter der Überschrift
"Stellenangebote/Joboffers" auf eine andere Website ein Link gelegt
wurde. Dort wurden wettbewerbswidrig Stellenanzeigen aus der Zeitung
ohne Erlaubnis veröffentlicht. Die Entscheidung des OGH betrifft erst
einmal nur den Antrag auf einstweilige Verfügung.
Während ein "bloßer Service-Provider" nur "distanziert fremde Inhalte
bereithält", könne der Betreiber einer Website durchaus für den
fremden Inhalt auf einer anderen verlinkten Website haften, wenn er
sich diese zu Eigen macht. Dafür spricht nach Ansicht des Gerichts,
wenn "der auf seiner Website einen Link setzende Anbieter den Inhalt
der über den Link erreichbaren fremden Website so räumlich und
sachlich in seine eigene Website ein(bindet), dass sie zu deren
Bestandteil wird". Das aber heißt, dass die eigene Website durch die
Links erweitert und vervollständigt wird. Grundsätzlich wollte das OGH
aber den Tatbestand nicht klären, da im vorliegenden Fall die Sachlage
eindeutig wäre: "Ob diese Haftungsgrundsätze auch dann gelten, wenn
der Link bloß ein Fundstellennachweis ist (so etwa bei reinen
Link-Sammlungen, die erkennbar als Serviceleistung auf Websites
angeboten werden), muss hier nicht entschieden werden."
Mehr in Telepolis: [44]Haftbar für Inhalte auf einer verlinkten
fremden Website. ([45]fr/tp)
Meldungen vom 11.04.2001:
TÜV entdeckt Sicherheitsloch in Firewall
Bei einer routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung mehrerer Kunden aus
dem Bereich Internet-Providing (ISP) entdeckten die Spezialisten der
[24]TÜV data protect gravierende Sicherheitsmängel in der
Firewall-Software "IP Filter". Diese kommt insbesondere auf
BSD-Systemen wie OpenBSD, FreeBSD und NetBSD zum Einsatz. Betroffen
sind Version 3.4.16 sowie die älteren Releases.
Die Behandlung von fragmentierten Paketen kann dazu führen, dass der
Firewall Pakete, die er nach den Regeln eigentlich verwerfen müsste,
trotzdem an das System weiterleitet. Konkret muss ein Angreifer dazu
zunächst ein Paket an einen offenen TCP-Port senden. Der Firewall
merkt sich dann in einem speziellen Cache diese reguläre Verbindung
und wendet diese Cache-Regel auch auf folgende Pakete an, die sich
zwar an einen anderen TCP-Port richten, aber dieselben
IP-Informationen tragen. Die Lücke lässt sich auch ausnutzen, wenn der
Firewall fragmentierte Pakete verwerfen soll. Auf diesem Weg lassen
sich beliebige Dienste auf dem Firewall-Rechner erreichen.
Nachdem einer der Entdecker die Sicherheitsklücke und die notwendigen
Tools, um die "getarnten" Pakete zu erzeugen, auf der Mailingliste
Bugtraq veröffentlicht hat, ist dringend anzuraten, auf die bereits
korrigierte Version 3.4.17 von [25]IP Filter umzustellen. ([26]ju/c't)
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Macromedia und Intel bringen Shockwave in die dritte Dimension
[49]Macromedia kündigte eine neue Version ihres Entwicklungstools
Director Shockwave Studio an. Die Version 8.5 werde vor allem um
3D-Authoring-Funktionen erweitert, die eine Einbindung
dreidimensionaler Animationen in die eigene Webseite ermöglicht. Dabei
bedient sich das Unternehmen der von Intel entwickelten [50]Internet
3D-Technologie. "Mit der kombinierten Power von Macromedia Director
8.5 und Intels 3D-Technologie gibt es endlich eine standardisierte
Plattform zur Entwicklung und Verbreitung von 3D-Inhalten an die
breite Basis der Shockwave-Nutzer", zeigte sich Kevin Lynch, Präsident
der Macromedia, recht euphorisiert.
Director 8.5 enthält ferner eine schnellere Version des Shockwave
Multiuser Servers, der jetzt mit bis zu 2.000 Anwendern die doppelte
Anzahl an Verbindungen verwalten kann wie bisher. Außerdem unterstützt
die Software jetzt auch Flash 5 und RealMedia-Streaming-Dateien.
Abgespielt werden die Inhalte von dem kostenlos erhältlichen
Shockwave-Player. Eine englischsprachige Version des Director 8.5
Shockwave Studio soll vorausichtlich im Mai zum Preis von 1199
US-Dollar in den Handel kommen. Ein Upgrade von Version 8.0 wird 199
US-Dollar kosten. Die deutschsprachige Version soll ab Juni erhältlich
sein. Eine Beta-Version des neuen Browser-Plugins für Shockwave 3D
steht [51]bereits zum Download bereit.
Macromedias Hauptkonkurrent Adobe hat auf der CeBIT 2001 eine eigene
Lösung für 3D-Welten namens "[52]Atmosphere" vorgestellt. Im
Unterschied zu Macromedia bietet Adobe neben einer Beta-Version des
Browser-Plugins auch eine öffentliche Beta seines Entwicklungstools
"Atmosphere Builder" [53]zum Download an. ([54]sha/c't)
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IDE für Perl und Python läuft im Browser
Innerhalb des Browsers Mozilla läuft die Perl- und
Python-Entwicklungsumgebung "Komodo" von ActiveState. Aus
XUL(XML-based User Interface Language)- und JavaScript-Dateien erzeugt
der Browser zur Laufzeit die Benutzeroberfläche, die unter anderem
über einen interaktiven Debugger verfügt. Er kann auch zur Fehlersuche
in Programmen benutzt werden, die auf anderen Rechnern laufen.
Laut ActiveState enthält die IDE ein Regular Expression Toolkit, das
die Erstellung und Entwanzung regulärer Ausdrücke erleichtern soll.
Online-Hilfe, automatische Vervollständigung von Funktionsaufrufen
sowie ein- und ausklappbare Codeteile sollen die Arbeit mit dem
Werkzeug erleichtern.
Obwohl der Hersteller [107]Komodo als plattformübergreifend
bezeichnet, ist die Version 1.0 bisher nur für Windows erhältlich; die
Linux-Variante gibt es nur als Prerelease. Für den Einsatz in der
Ausbildung ist Komodo [108]frei, andere Anwender müssen 295 US-Dollar
Jahresgebühr für ein Abonnement von "ASPN Komodo" bezahlen, das
Updates und Online-Zugang zu technischer Dokumentation beinhaltet.
([109]ck/iX)
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Meldungen vom 10.04.2001:
Sicherheitsloch in FTP-Servern unter Unix
[123]PGP Security hat eine Sicherheitslücke in mehreren FTP-Servern
gefunden, die es Angreifern unter gewissen Umständen gestattet, vollen
Zugriff auf betroffene Rechner zu erlangen. Möglich ist das durch
einen Fehler in der glob()-Funktion. Betroffen sind nach
augenblicklichem Kenntnisstand FreeBSD 4.2, OpenBSD 2.8, NetBSD 1.5,
Irix 6.5.x, HPUX 11 und Solaris 8.
Die glob()-Funktion dient dazu, Wildcards (zum Beispiel "*.txt") für
Datei- und Directory-Namen auch im FTP-Protokoll zu verwenden. Ein
Fehler in der Implementierung ermöglicht es Angreifern, einen so
genannten Buffer Overflow zu erzeugen; im schlimmsten Fall kann ein
Angreifer damit beliebigen Programmcode auf dem betroffenen Rechner
ausführen.
Das Computer Emergency Response Team (CERT) stellt in einem
[124]Advisory weitere Einzelheiten zu dieser Sicherheitslücke sowie
Informationen zu Patches bereit. ([125]pab/c't)
References
24. http://www.tuev-dataprotect.com/
25. http://coombs.anu.edu.au/~avalon/
26. mailto:ju@ct.heise.de
49. http://www.macromedia.com/
50. http://developer.intel.com/ial/3Dsoftware/index.htm
51. http://www.macromedia.com/software/shockwaveplayer/public_beta/
52. http://www.heise.de/newsticker/data/ghi-26.03.01-000/
53. http://www.adobe.com/products/atmosphere/
107. http://www.ActiveState.com/ASPN/About/Komodo
108. http://www.ActiveState.com/ASPN/About/Open
109. mailto:ck@ix.heise.de
123. http://www.pgp.com/
124. http://www.cert.org/advisories/CA-2001-07.html
125. mailto:pab@ct.heise.de
Meldungen vom 10.04.2001:
Fälschungssichere Tickets aus dem Internet
Am Anfang stand der Ärger über die Schlange vor der Kinokasse. Eine
halbe Stunde warten, und dann ist am Ende die letzte Karte weg. "Das
darf doch in Zeiten von Internet gar nicht mehr sein." Christoph Busch
vom Fraunhofer-Institut für graphische Datenverarbeitung
([30]Fraunhofer IGD) in Darmstadt kann sich bei diesem Thema immer
wieder aufregen. Und er ist nicht der einzige. Deshalb ist er
überzeugt, dass sein Patent für eine fälschungssichere Eintrittskarte
per Internet ein Renner wird. Das System könnte für Eintrittskarten
die Bedeutung erlangen, die das Datenkompressionsprogramm MP3 für die
Musiküberspielung hat.
Die zündende Idee kam dem Abteilungsleiter für Sicherheitstechnologie
beim Feierabendbier, als wieder einmal die Rede auf die Kinoschlangen
kam. Die Wissenschaftler ließen ihre Gedanken fliegen und wurden
fündig: Eine elektronische Verschlüsselung gepaart mit einem Barcode,
jener Strichfolge, mit der auch Lebensmittel an der Kasse abgerechnet
werden. Allerdings hat Busch auf den so genannten zweidimensionalen
Code zurückgegriffen, bei dem die Striche in rechtem Winkel
übereinander liegen. Auf diese Weise können dort viel mehr
Informationen untergebracht werden.
Dieses quadratische Webmuster soll nun die Eintrittskarten der Zukunft
prägen. Am Einlass kann der Scanner sofort erkennen, wann das Ticket
gekauft und ob es schon einmal vorgezeigt wurde. Die Karten können mit
jedem Drucker ausgedruckt werden, "selbst auf meinem Exemplar aus
Studententagen, das hellgrau auf weiß druckt", bestätigt Busch. Sie
können gefaxt werden und sind selbst in zerknittertem Zustand noch
eindeutig zu identifizieren.
Im Kulturzentrum "[31]Centralstation" in Darmstadt hat diese Zukunft
bereits begonnen. "Dort kann ich noch eine Stunde vor
Veranstaltungsbeginn eine Karte aus dem Internet ausdrucken lassen",
begeistert sich Busch. Als er seinem Freund Alexander Marschall, einem
der Geschäftsführer der "Centralstation", die Erfindung ans Herz
legte, war dieser wenig begeistert. "Ich wollte nicht schon wieder ein
neues Ticketsystem einführen." Inzwischen gehört er zu den glühendsten
Verfechtern.
"Natürlich versuchen immer wieder Besucher, mit einer kopierten Karte
hereinzukommen, vor allem bei ausverkauften Veranstaltungen", erzählt
Marschall. Sie werden dann freundlich an die Kasse geschickt und
müssen sich dort unangenehmen Fragen stellen. "Von 50 Betroffen kommt
nur einer unten an, die anderen geben ihr Vorhaben auf", sagt
Marschall. Den Code zu knacken, hält er für fast unmöglich. "Dafür
müssten alle Rechner der Welt drei Jahre lang rechnen, und dieser
Aufwand ist für eine Eintrittskarte wohl nicht angemessen."
Bei der "Centralstation" nutzen auch die Vorverkaufsstellen den
Internet-Verkauf. "Jeder kann auf 100 Prozent des Kontingents
zurückgreifen", erklärt Marschall. Damit sind die Zeiten vorbei, in
denen einige Vorverkaufsstellen auf Karten sitzen blieben, die in
anderen händeringend gesucht wurden. Hat jemand seine Karte verloren,
so kann ihm die "Centralstation" mit Hilfe seiner Daten eine neue
ausstellen.
Gesichert hat sich das Patent die Münchner Firma "[32]Net-Up", der
Marschall als Berater zur Seite steht. Einige kleine Kulturträger wie
das E-Werk in Erlangen oder die München-Pasinger Fabrik vertrauen auf
die Innovation. Mit der "Körperwelten-Ausstellung" in Berlin hat sich
bereits auch ein prominenter Kunde gefunden. "Wir stehen im Moment
außerdem mit einem der beiden großen Ticketverkäufer in Deutschland in
Verhandlungen", sagt Marschall. Finanziert wird das System weitgehend
durch den Kartenverkauf. Rund 1,50 Mark pro Ticket gehen an "Net-Up"
und einige Pfennige an das Fraunhofer-Institut, erklärt Marschall:
"Die Kunden merken davon nichts, die Karten werden weder billiger noch
teurer."
Ob die neue Technik ein Erfolg wird, hängt nicht zuletzt von den
Kunden ab. In der "Centralstation" nutzen etwa 15 Prozent das
Online-Angebot. Das größte Hindernis ist für Marschall die menschliche
Psyche: Viele Kulturliebhaber steuern ihre festen Vorverkaufsstellen
wegen der Ansprache an. Andere lehnen das Internet ab, eine
Einstellung, die der Geschäftsführer nur allzu gut kennt: "Meine
Freundin würde sich nie so eine Karte holen." (Ingo Senft-Werner, dpa)
/ ([33]wst/c't)
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Erster Schweizer Open-Source-Preis verliehen
Im gut gefüllten Auditorium maximum der ETH Zürich wurde am gestrigen
Montag der erste Preis für die beste Schweizer Software verliehen, die
als Open Source entwickelt wurde. Veranstaltet wurde der Wettbewerb
von [52]/ch/open, der Swiss Open Systems User Group und der IT-Gruppe
der Abteilung Elektrotechnik der Universität. Qualifizieren konnte
sich nur GPL-Software, die von einem Schweizer oder einem in der
Schweiz lebenden Mitbürger entwickelt wurde. Acht eingereichte
Projekte wurden auf Originalität, Qualität des Source-Codes und der
Dokumentation und auf Portabilität überprüft und gewertet.
Den ersten Preis gewann der professionelle Softwareentwickler Andreas
Müller mit seinem High-Availablity-Projekt [53]Failover. Der zweite
Preis ging an den Studenten Kay Römer, der eine CORBA-Implementierung
unter dem Namen [54]Mico ins Rennen schickte. Der dritte Preis ging an
den in Zürich forschenden Andrew Muston und sein CAD-Projekt QCad
(http://www.qcad.org). Ursprünglich sollte ein Preisgeld gezahlt
werden, doch wurde die Jury vom Einbruch in das Büro der /ch/open/
kalt erwischt. Sun Microsystems Schweiz spendete in letzter Minute
Hardwarepreise und eine Reise in die US-Labors. Alle Teilnehmer des
Wettbewerbs werden auf der [55]Wettbewerbssite beschrieben.
Zum Festvortrag nach der Preisverleihung kam Richard Stallman zu Wort,
der sich in einem zweistündigen Monolog kräftig bemühte, die
sprengende Wirkung freier Software im Sinne der Free Software
Foundation gegen allzu lasche Interpretationen der Open Source
hervorzuheben. Stallmann setzte mit seiner Kritik an der
bevorstehenden Volkszählung im Kanton Genf an, die komplett mit
proprietärer Software abgewickelt wird. So wüssten die Bürger im
Musterland der Bürgerbeteiligung am Ende nicht, was über sie wie
gesammelt und verarbeitet wird. Die nächste Konferenz, die sich mit
dem Konzept freier Software und ihren politischen Konsequenzen
befasst, ist die [56]Oekonux, die vom 28.4. bis 30.4. an der
Fachhochschule Dortmund abgehalten wird. (Detlef Borchers) /
([57]wst/c't)
References
30. http://www.igd.fhg.de/
31. http://www.centralticket.de/
32. http://www.net-up.de/
33. mailto:wst@ct.heise.de
52. http://www.ch-open.ch/
53. http://failover.othello.ch/index.html
54. http://www.mico.org/
55. http://opensource.ee.ethz.ch/
56. http://www.oekonux.de/
57. mailto:wst@ct.heise.de
Meldungen vom 06.04.2001:
Krypto-Plug-in der Post verschickt Klartext
Nach Erkenntnissen der Fachzeitschrift [10]KES verschickt das
Mail-Client-Plug-in "eTrust Mail für Microsoft Outlook" im
Zusammenspiel mit Microsoft Exchange 2000 verschlüsselte Nachrichten
zusätzlich auch im Klartext. Das Sicherheitsloch fiel bei
Interoperabilitätstests auf und wurde von der [11]Deutschen Post
eBusiness GmbH Geschäftsfeld Signtrust bestätigt. Betroffen sind
sowohl die Version 1.01 als auch die neue Version 1.11. Innerhalb
einer Exchange-2000-Umgebung, etwa im Intranet, tritt der Fehler
normalerweise ständig auf, beim Versand an einen externen SMTP-Server
nur dann, wenn der Absender oder sein Mail-Administrator als
Übertragungsformat RTF (Rich Text Format) gewählt hat. Mit einem
Exchange Server 5.5 oder einer direkten Anbindung an einen
SMTP/POP3-Server tritt der Fehler nach Angaben der Tester hingegen
nicht auf.
Beim Versand der aktuellen Version weist die Deutsche Post Signtrust
zwar bereits darauf hin, dass eTrust Mail in Kombination mit einem
Microsoft Exchange Server 2000 "zurzeit nicht einsetzbar" sei, gibt
aber keinen Hinweis auf ein Sicherheitsproblem. Beim Betrieb mit
Exchange 2000 zeigen sich jedoch zunächst keine Auffälligkeiten.
Normalerweise bemerkt auch der Empfänger den Fehler nicht, da ein dort
installiertes Plug-in nur die verschlüsselten Mail-Anteile auswertet
und den Klartext im Standard-Mail-Body in der Regel nicht darstellt.
Ein Sprecher der Deutschen Post Signtrust erklärte gegenüber KES, dass
in eng umgrenzten Anwendungsumgebungen "derartige Probleme
gelegentlich zutage treten". Üblicherweise handele es sich dabei um
Firmeninstallationen, die durch die Professional Services der
Deutschen Post betreut werden, sodass die Fehler bereits bei der
Einrichtung der Systeme auffielen, bevor sie im realen Einsatz zum
Tragen kommen können. Bei der Markteinführung neuer Plattformen komme
es immer wieder zu Kompatibilitätsproblemen. Nach Angaben der
Deutschen Post Signtrust gab es "zum Zeitpunkt der Entwicklung und
Evaluierung der betroffenen Version von eTrust Mail noch keine
marktfähige Version von Microsoft Exchange Server 2000."
Die Zertifizierung der gemäß Signaturgesetz (SigG) evaluierten
"Signtrust Anwenderkomponente" eTrust Mail bezieht sich übrigens nicht
auf die Verschlüsselungsfunktion, sondern ausschließlich auf die
digitale Signatur. Der jetzt gefundene Fehler dürfte also keine
Auswirkung auf die Verbindlichkeit von digitalen Signaturen mit dem
Tool der Deutschen Post Signtrust haben. (Norbert Luckhardt) /
([12]ju/c't)
References
10. http://www.kes.de/
11. http://www.signtrust.de/start.htm
12. mailto:ju@ct.heise.de
Meldungen vom 05.04.2001:
MIT stellt Vorlesungsmaterialien ins Internet
Die US-Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology
[137](MIT) will nahezu alle Kursmaterialien wie Vorlesungsskripte,
Übungen, und Literaturlisten kostenlos im Internet publizieren. Mit
dem Projekt OpenCourseWare wendet sich die Universität gegen die
zunehmende "Privatisierung des Wissens".
In einem auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekt will das MIT zunächst
die Software und die nötige Infrastruktur entwickeln - zum Ende des
Pilotprojektes sollen bis zu 500 Kurse über die Projekt-Website
zugänglich gemacht werden. Insgesamt will das MIT in den nächsten zehn
Jahren die Materialien für über 2000 verschiedene Vorlesungen aus
Architektur, Kunst, Sozialwissenschaften, Ingenieurswissenschaften,
Management und Naturwissenschaften veröffentlichen. Das Projekt wird
voraussichtlich 100 Millionen US-Dollar verschlingen; die Universität
sucht deshalb zurzeit noch nach Sponsoren. ([138]wst/c't)
References
137. http://www.mit.edu/
138. mailto:wst@ct.heise.de
Meldungen vom 04.04.2001:
Kostenlose Chat-Software könnte ISDN-Netze verstopfen
Unter dem Namen Linefire will der Programmierer Aron Spohr am morgigen
Donnerstag eine Windows-Software unter [20]www.linefire.de zum
Download bereitstellen, die Textnachrichten zwischen ISDN-Anschlüssen
kostenlos befördert.
Aron Spohr machte bereits 1998 auf sich [21]aufmerksam, als er die
Zugangscodes der Online-Dienste AOL und T-Online geknackt hatte. Auf
die Idee für die Linefire-Software kam er noch vor dem Wirbel um die
Zugangscodes, als ihm klar wurde, dass Informationspakete, die bei
jedem ISDN-Anruf übermittelt werden, als Transportmittel für einige
wenige Bytes in Frage kommen. Üblicherweise werden mit den Paketen,
die ISDN-Anrufe einleiten, Informationen wie Rufnummern oder
Service-IDs übertragen. Spohr erkannte jedoch, dass man zusätzlich zu
den essenziellen Daten pro Anrufversuch noch "sechs bis sieben
beliebige" Bytes an die angerufene Gegenstelle mitschicken kann - das
soll nun das Windows-Programm Linefire bewerkstelligen, das einen PC
mit handelsüblicher ISDN-Karte nutzt.
Die Software birgt einiges an Zündstoff: Sie ist wie zum Beispiel der
Online-Messenger von AOL zum Chatten ausgelegt, doch ein mit Linefire
ausgestatteter Empfänger-PC bekommt die Daten, ohne dass dabei eine
kostenpflichtige Verbindung aufgebaut wird. Selbst grenzübergreifend
soll das Verfahren funktionieren, sofern auf der Gegenseite ein
Euro-ISDN-Anschluss vorhanden ist. Spohr zufolge seien schon einige
der Texttelegramme erfolgreich zwischen ISDN-Anschlüssen in
Deutschland und den Niederlanden übertragen worden.
Die Telekom - und wohl auch andere ISDN-Netzbetreiber - müssen nun
fürchten, dass die Software ihre Vermittlungen zumindest vorübergehend
lahm legen wird. Linefire setzt zwar eine Datenkompression ein, um die
niedrige Transportkapazität der ISDN-Pakete besser auszuschöpfen und
eine 100 Zeichen lange Nachricht ist laut Spohr in nur fünf Sekunden
übertragen, doch sind dafür rund ein Dutzend "Anrufversuche"
notwendig. Wenn sich wie befürchtet zahlreiche Anwender dieser
Software bedienen, ist wegen der "hochfrequenten" Nutzung der
Vermittlungsrechner, die ja für solche "Anwendungen" nicht gedacht
sind, mit Behinderungen im Sprach- und Datenverkehr zu rechnen. Nach
Lage der Dinge lassen sich Linefire-Meldungen bisher technisch nicht
unterbinden.
Spohr erklärte jedoch in einem Gespräch mit heise online, dass die
Telekom über Linefire schon im Vorfeld informiert gewesen sei: "Ich
habe Ron Sommer persönlich angeschrieben und eine Kooperation
vorgeschlagen". Doch ein mit der Anwort betrauter T-Online-Mitarbeiter
schrieb zurück, dass man an keiner Zusammenarbeit interessiert sei.
Spohr rechnet nun damit, dass der Kommunikationsriese eine Störung
seiner Vermittlungen nicht hinnehmen werde, es sei bereits ein Anwalt
hinzugezogen.
Nach Meinung von Fachleuten dürfte eine einstweilige Verfügung seitens
der Telekom nicht lange auf sich warten lassen. Eine lange Lebensdauer
dürfte Programmen wie Linefire ohnehin nicht beschieden sein: Die
Netzbetreiber werden wohl in wenigen Wochen Updates für ihre
Vermittlungen einspielen können, die die Linefire-Inhalte filtern.
([22]dz/c't)
Meldungen vom 31.03.2001:
Verfassungschutz: Zahl rechtsextremistischer Websites steigt weiter
Die Propaganda deutschsprachiger Rechtsextremisten über das Internet
nimmt nach einem Bericht der [2]Stuttgarter Nachrichten vom heutigen
Samstag weiter zu: Die Zahl der identifizierten Internet-Seiten sei
innerhalb der vergangenen fünf Monate von 800 auf 1.000 gewachsen. Die
Zahlen gehen aus dem neuen Zwischenbericht des baden-württembergischen
[3]Landesamtes für Verfassungsschutz in Stuttgart hervor, der dem
Blatt vorliegt.
Noch am Donnerstag hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) bei der
Vorlage des Verfassungsschutzberichts 2000 in Berlin davor gewarnt,
dass die Rechtsextremisten immer gewaltbereiter und vor allem jünger
werden. Die Szene benutze dabei das weltweite Netz zunehmend als
Kommunikationsmittel. Im November 2000 hatte sich eine neue
Bund-Länder-Arbeitsgruppe erstmals mit Mitarbeitern aus
Verfassungsschutzbehörden des Bundes und einiger Bundesländer gezielt
auf die Suche nach Web-Seiten mit rechtsextremistischen Inhalten
gemacht. Dabei wurden insgesamt 800 Seiten mit volksverhetzender und
verfassungsfeindlicher Propaganda entdeckt. Im Jahr zuvor seien es
noch 330 Seiten gewesen.
Die Initiative zur bundesweiten Zusammenarbeit war vom Landesamt für
Verfassungsschutz in Stuttgart ausgegangen, berichtet dpa. Dort gibt
es seit 1997 das Referat Neue Medien, das sich schwerpunktmäßig um das
Thema kümmert. Beim Verfassungsschutz in Stuttgart wurde die neue Zahl
bestätigt. "Diese Entwicklung bereitet uns Sorgen", sagte der
stellvertretende Behördenleiter Hans-Jürgen Doll der Zeitung. Die
jetzt gefundenen, 200 neuen deutschsprachigen Seiten kämen in der
Mehrzahl aus den USA; sie würden auch über US-Provider ins Internet
gestellt. Obwohl die ermittelten Seiten rund um die Uhr überwacht
würden, blieben die Absender meist anonym, könnten also strafrechtlich
nicht verfolgt werden. Doll forderte gegenüber den Stuttgarter
Nachrichten deshalb eine bessere internationale Zusammenarbeit der
Fahnder.
Zwei Gerichtsurteile aus jüngster Zeit gäben Anlass zur Hoffnung,
erklärte Doll allerdings. Er bezog sich dabei zum einen auf das
[4]Urteil gegen Yahoo Frankreich, nach dem das Internet-Portal den
Zugang zu Auktionsseiten, auf denen mit Nazi-Memorabilien gehandelt
wird, für französische Bürger sperren muss. Zum anderen bezeichnete
Doll auch das Urteil des Bundesgerichtshofs gegen den Australier
Frederick Toben als "Anzeichen eines Umdenkungsprozesses über die
Meinungsfreiheit im Internet". Der Bundesgerichtshof [5]hatte
entschieden, dass volksverhetzende Inhalte, die auf einem
ausländischen Server ins Internet eingestellt werden, aber
Internet-Nutzern in Deutschland zugänglich sind, "den Frieden in
Deutschland stören''. Der öffentliche Druck, solche Web-Seiten zu
sperren, müsse aufrechterhalten werden, meinte Doll laut der
Stuttgarter Zeitung. Gerade das Urteil des Bundesgerichtshofs war
allerdings auch [6]auf heftige Kritik gestoßen. ([7]jk/c't)
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Strafbare Links
Der Deutsche Bundesrat will in das neue E-Commerce-Gesetz verschärfte
Regelungen zur Verantwortlichkeit im Internet einbringen. Das sieht
die Stellungnahme zum [11]Regierungsentwurf über die Umsetzung der
[12]E-Commerce-Richtlinie der EU in nationales Recht vor, die die
Länderkammer gestern abgegeben hat.
Bislang gebe es "erhebliche rechtliche Unsicherheit" bei der
Verantwortlichkeit von Hyperlinks, heißt es in einer Mitteilung des
Bundesrates. Künftig sollen beispielsweise auch diejenigen
strafrechtlich verfolgt werden können, die einen Link auf einen
"volksverhetzenden Inhalt" setzen - und zwar selbst dann, wenn der
Betreffende sich den Inhalt nicht zu Eigen macht. Aus der Mitteilung
geht nicht hervor, ob es dazu Einschränkungen geben und ob das Verbot
etwa auch die Nennung einer URL betreffen soll, die keinen aktiven
Link darstellt. Unklar bleibt überdies, ob davon beispielsweise auch
Suchmaschinen betroffen sein sollten.
Die Länderkammer fordert ferner, das Herkunftslandprinzip nicht
"unnötig" einzuschränken. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Ausnahme,
den Verbraucherschutz abhängig vom Wohnort des Verbrauchers zu machen,
wird vom Bundesrat allerdings uneingeschränkt begrüßt.
Die E-Commerce-Richtlinie der EU, die die rechtlichen
Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr legt, sieht
unter anderem vor, dass elektronisch abgeschlossene Verträge
rechtsgültig sind und dass die Provider für Inhalte beim Caching und
Hosting nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Das
"Herkunftslandprinzip" regelt, dass Anbieter sich an die Gesetze des
Staates halten müssen, in dem sie niedergelassen sind. Beim
Verbraucherschutz soll hingegen das Recht des Landes gelten, in dem
der Kunde wohnt.
Mehr in Telepolis: [13]Strafrechtliche Haftung für Links auf
rechtswidrige Seiten. ([14]fr/tp)
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Kritische Sicherheitslücke in Internet Explorer 5.x
Microsoft hat ein Sicherheitswarnung [57]herausgegeben, nach der
falsch definierte MIME-Typen (Multi Purpose Mail Extensions) den
Internet Explorer 5.01 und 5.5 (Service Pack 2 für IE 5.01 ist nicht
betroffen) dazu veranlassen können, etwaige MIME-kodierte Dateianhänge
von HTML-Mails ohne Berücksichtigung der Sicherheitseinstellungen
automatisch auszuführen. Dadurch wird eine kritische Sicherheitslücke
geöffnet.
Konkret betrifft die Schwachstelle EML-Dateien, so genanntes "MIME
Multipart". Diese entstehen, wenn Binärcode als Anhang per E-Mail
verschickt wird. Internet Explorer 5.01 und 5.5 führen diese
Dateianhänge ohne Nachfrage aus und eröffnen somit etwaigen Angreifern
die Möglichkeit, beliebigen Code auf dem lokalen Rechner auszuführen.
Um die Sicherheitslücke zu veranschaulichen, hat ihr Entdecker, Juan
Carlos García Cuartango, auf der spanischen Security-Site
[58]Kriptopolis.com einige [59]Demos bereitgestellt.
Da sowohl Microsoft Outlook als auch Outlook Express den Internet
Explorer zur Darstellung von HTML-Mails verwenden, sind auch diese
Mail-Programme von der Sicherheitslücke betroffen, falls eine der
beiden IE-Versionen installiert ist.
Microsoft hat bereits [60]einen Patch bereitgestellt, der inzwischen
alle Sprachversionen des Internet Explorer abdeckt. ([61]vza/c't)
References
1. http://www.heise.de/
2. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/
3. http://www.baden-wuerttemberg.de/verfassungsschutz/
4. http://www.heise.de/newsticker/data/fr-20.11.00-000/
5. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/4467/1.html
6. http://www.heise.de/newsticker/data/fr-21.12.00-001/
7. mailto:jk@ct.heise.de
11. http://www.heise.de/newsticker/data/hod-14.02.01-000/default.shtml
12. http://www.heise.de/newsticker/data/ad-04.05.00-000
13. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7264/1.html
14. mailto:fr@tp.heise.de
57. http://www.microsoft.com/technet/security/bulletin/MS01-020.asp
58. http://www.kriptopolis.com/
59. http://www.kriptopolis.com/cua/eml.html
60. http://www.microsoft.com/windows/ie/download/critical/Q290108/default.asp
61. mailto:vza@ct.heise.de
Meldungen vom 29.03.2001:
Internet-Betrug meist durch Insider
Laut einer Umfrage des Schweizer Wirtschaftsprüfungsunternehmens
[8]KPMG findet Betrug von Firmen im Internet meist durch eigene
Mitarbeiter und nicht durch externe Angreifer statt. Die KPMG, nach
eigenen Angaben eines der fünf größten Wirtschaftsprüfungsunternehmen
der Welt, hatte insgesamt 1.250 Führungskräfte großer Unternehmen aus
zwölf Ländern befragt.
Die Gefahr von Innen werde von den Führungskräften allgemein
unterschätzt, sodass oft angemessene Sicherheitsvorkehrungen fehlten.
79 Prozent der Firmenchefs seien der Meinung, dass in ihr
E-Commerce-System sehr wahrscheinlich von außen über das Internet oder
andere Zugangsmöglichkeiten eingebrochen werde, schreibt die KPMG.
Dagegen zeige sich, dass drei Mal mehr Sicherheitsverletzungen von
Personen mit internen Systemkenntnissen begangen würden. Die Angriffe
kämen von unzufriedenen oder ehemaligen Mitarbeitern sowie Anbietern
externer Dienste, auf die ein Unternehmen zurückgreife. ([9]hag/c't)
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EU-Parlamentarier drängeln auf .eu-Domain
Mehr Unabhängigkeit für die Internet Corporation for Assigned Names
and Numbers ([26]ICANN), eine Harmonisierung der Verwaltungen der
Länderadressbereiche ([27]ccTLDs) und die möglichst schnelle Schaffung
eines [28]Adressbereichs für die Union unter .eu fordern die
Abgeordneten des Europaparlaments. Der EU-Adressbereich soll sogar
"Modell" für die Länderadressbereiche und das Registriergeschäft
insgesamt werden, wünschen die Parlamentarier. Überhaupt soll die
Internetgesetzgebung in den Mitgliedsstaaten harmonisert und deren
Beachtung auch auf die Liste der Anforderungen für Neumitglieder
gesetzt werden.
Die Mitte März gefaßte [29]Entschließung ist die Antwort des
Parlaments auf das von der Kommission vorgelegte [30]Grundsatzpapier
zu "Organisation und Verwaltung des Internet" und beschäftigt sich
deshalb mit einer ganzen Liste von Fragen. Deutlich ist die Kritik an
der Sonderstellung, die die USA bei der Aufsicht über die ICANN
besitzt. "Das Europäische Parlament betrachtet es als notwendig, die
Unabhängigkeit ICANNs von der US-Regierung zu garantieren und einen
gesetzlichen Rahmen zu schaffen, in dem sich (ICANN) in Zukunft bewegt
[...]." Auch auf die internationale Repräsentativität in der
Organisation pochen die EU-Parlamentarier und fordern offensichtlich
mit Blick auf die Diskussionen um die Mitgliedschaft der
Internet-Nutzer bei der ICANN (At-large-Mitglieder) weiter die
"Einführung eines transparenten Prozesses für die Mitgliedschaft". Die
Demokratisierung und Internationalisierung der Organisation, so die
Grundsatzposition, müssten abgeschlossen werden.
Leise Mahnungen gehen auch an die Adresse der ICANN, die an ihre
Verpflichtung zu transparenten Entscheidungen erinnert wird. So sei es
wichtig, "möglichst rasch den Rückstand aufzuholen, der bei der
[31]Einführung der sieben neuen Bereichsnamen entstanden ist, und
generell transparenter und demokratischer vorzugehen, wenn es künftig
darum geht, weitere neue Bereichsnamen einzuführen."
"Ich glaube nicht, dass der Bericht Kritik an den USA übt", teilte der
für die Vorbereitung der Entscheidung verantwortliche
[32]Berichterstatter Massimo Carraro gegenüber heise online mit. Er
sei persönlich von der wichtigen Rolle überzeugt, die die USA bei der
Entwicklung des Internet habe. "Heute ist die Situation aber eine
andere: Das Internet hat inzwischen eine beträchtliche Zahl von
Nutzern, und aus diesem Grund halte ich es für notwendig,
Unabhängigkeit für die ICANN nicht nur von der Regierung der USA,
sondern auch von der Bürokratie der Gemeinschaft zu erreichen." ICANN
müsse, so italienische Abgeordnete, internationale Neutralität wahren
und auf das Prinzip der Selbstregulierung aufgebaut sein.
Ganz eindeutig ist allerdings die Haltung des Parlamentes in der Frage
Selbstregulierung versus gesetzlicher Regulierung nicht, wird doch die
Rolle des Regierungsbeirates der ICANN noch einmal grundsätzlich
betont. Vor allem aber stehen die Überlegungen von einer
Harmonisierung der Registrierpolitik für die Länderadressbereiche der
Mitgliedsstaaten im Widerspruch zur Selbstregulierungsidee. Die
Regierungen der Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, die Registierung
von Domains in ihrem Land EU-einheitlich zu regulieren.
Die Registrierpolitik wird bislang in den Mitgliedsstaaten sehr
unterschiedlich - und normalerweise eben nicht gesetzlich, sondern von
den Registrierstellen selbst - geregelt. "Ich denke, man kann
angesichts der gewachsenen Verfahren aus einer .de nicht eine .fr
machen", sagt die Geschäftsführerin des [33]DeNIC, Sabine Dolderer.
.de-Adressen werden nach wesentlich liberaleren Grundsätzen vergeben
als die Adressen in Frankreich. Strenge Regeln für die Namensvergabe
führten aber vor allem dazu, dass weniger Adressen registriert werden
und die Nutzer in den .com-Bereich ausweichen. Immer mehr
Länderadressbereiche in Europa entscheiden sich daher für liberalere
Registrierrichtlinien.
"Das Binnenmarktsprinzip ist so etwas wie ein Mantra in der Union",
erklärt die EU-Abgeordnete Erika Mann (SPD). "Allerdings halte ich
nichts von einer Harmonisierung, die bereits fortgeschrittenere
Vorstellungen in den Mitgliedsstaaten einschränkt." Im vorliegenden
Fall macht dies ihrer Meinung nach keinen Sinn. Der Widerspruch in der
Entschließung sei allenfalls dadurch erklärbar, dass man
unterschiedliche Interessen habe bedienen wollen.
Interessen, die mit bedient wurden, sind deutlich die
Markenschutzinteressen. Denn die Harmonisierung von Marken- und
Namensrechtsstreitigkeiten ist ein zentrales Anliegen des Dokumentes.
Die Kommission, der das Parlament generell eine zentrale Rolle in der
euroäischen "Internetpolitik" - etwa auch bei der Aufsicht des
ICANN-Prozesses - zusprach, soll daher ein "effektives alternatives
Schlichtungsverfahren fördern". Als Modell dafür sollen nach der
Vorstellung des Parlamentes die außergerichtlichen Schlichterverfahren
dienen, die die World Intellectual Property Organisation (WIPO) in
Genf [34]kürzlich vorgestellt hat. "Wir führen das ein, wenn wir
müssen", betonte Dolderer. "Aber in Deutschland glaube ich einfach
nicht an einen großen Bedarf."
Als strahlendes Beispiel für die Domain-Registrierung in Europa und
international ist die .eu-Registry geplant, das Parlament sieht sie
schon als das best-practice-Modell. Noch allerdings sind die
[35]Regeln für Europas Adressbereich nicht geschrieben, ja noch nicht
einmal festgelegt, wer die Regeln aufsetzen und wieviel
Selbstregulierung es dann auf euroäischer Ebene sein darf. (Monika
Ermert) / ([36]jk/c't)
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US-Kongress will gegen Spam-Flut vorgehen
Der [67]US-Kongress will Verbraucher gegen die Flut unerwünschter
Werbe-E-Mails schützen. Der Handelsausschuss billigte einen
[68]Entwurf, der Junk-Mail verbietet, wenn der Absender nicht
erkennbar ist und der Empfänger damit künftige Post nicht selbst
abblocken kann.
Nach Angaben der Abgeordneten [69]Heather Wilson, die den Entwurf
einbrachte, werden viele Verbraucher mit unerwünschter Werbe-Mail
förmlich überflutet. Nach neuen Berechnungen koste dies die
Verbraucher fast zehn Milliarden US-Dollar an zusätzlichen
Verbindungskosten mit dem Internet. Der Entwurf sieht unter anderem
vor, dass Verstöße mit bis zu 500 US-Dollar pro verschickter E-Mail
bestraft werden können. Da viele Werber teilweise hunderttausende
E-Mails versenden, gilt dies als harte Strafe. ([70]jk/c't)
References
8. http://www.kpmg.ch/
26. http://www.icann.org/
27. http://www.iana.org/cctld/cctld-whois.htm
28. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-18.12.00-006/
29. http://www3.europarl.eu.int/omk/omnsapir.so/pv2?PRG=DOCPV&APP=PV2&LANGUE=DE&SDOCTA=10&TXTLST=1&POS=1&Type_Doc=RESOL&TPV=PROV&DATE=150301&PrgPrev=PRG@TITRE|APP@PV2|TYPEF@TITRE|YEAR@01|Find@%49%6e%74%65%72%6e%65%74|FILE@BIBLIO01|PLAGE@1&TYPEF=TITRE&NUMB=1&DATEF=010315
30. http://europa.eu.int/eur-lex/de/com/cnc/2000/com2000_0202de01.pdf
31. http://www.heise.de/ct/00/25/066/
32. http://www2.europarl.eu.int/omk/OM-Europarl?PROG=REPORT&L=DE&PUBREF=-//EP//NONSGML+REPORT+A5-2001-0063+0+DOC+PDF+V0//DE&LEVEL=2
33. http://www.denic.de/
34. http://www.heise.de/newsticker/data/jk-04.03.01-005/
35. http://europa.eu.int/comm/information_society/policy/internet/registry_en.htm
36. mailto:jk@ct.heise.de
67. http://www.congress.gov/
68. http://thomas.loc.gov/cgi-bin/query/z?c107:H.R.718:
69. http://hillsource.house.gov/wilson/
70. mailto:jk@ct.heise.de
Meldungen vom 28.03.2001:
Virus befällt Linux und Windows
Erstmals ist mit [47]"Win32.Winux" oder "Linux.Winux" ein Virus
aufgetaucht, der laut [48]Central Command nicht nur EXE-Dateien unter
Windows, sondern auch ausführbare (ELF-)Programme unter Linux befällt.
Andere Hersteller von Antiviren-Software nennen den Schädling auch
[49]"W32/Lindose" oder [50]"W32.PEElf.2132".
Auf der Windows-Seite scheinen von dem Virus nur kleinere
Programmdateien betroffen: Dort überschreibt er einen Teil der
Informationen, den die Laderoutine des Betriebssystems benutzt, um
Code und Daten in den Speicher zu holen und dort zu verschieben
(Relocation). Befallene Dateien sind deshalb nicht wieder herstellbar.
Unter Linux arbeitet der Virus anders: Er hängt die Schadroutine an
die Datei an; nach ihrer Ausführung übergibt er die Kontrolle an den
eigentlichen Code.
Die Verbreitungsroutine des Virus scheint recht simpel gestrickt zu
sein. Sie durchsucht das Verzeichnis, in der eine befallene Datei
aufgerufen wird, sowie alle Unterverzeichnisse. Dort vorhandene
Windows-EXE- und Linux-ELF-Dateien werden befallen.
Der Virus stammt offenbar aus der Feder einer bekannten Gruppe (namens
"29A") von Viren-Autoren. Als eher schlechter Scherz ist wohl
anzusehen, dass der Autor "Benny" sein Werk unter die GPL gestellt
hat; das jedenfalls legt ein im Virus abgelegter Text nahe. Der Virus
ist derzeit angeblich nicht in freier Wildbahn anzutreffen; es dürfte
sich nach Meinung der Antiviren-Hersteller um ein proof of concept
handeln. Die [51]wichtigsten Hersteller von Antivirus-Software bieten
bereits Updates für ihre Produkte an. ([52]ps/c't)
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Forschungsarbeiten zu photonischen Kristallen ausgezeichnet
Für seine grundlegenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet photonischer
Kristalle wird der Physiker Manfred Bayer mit dem
Walter-Schottky-Preis der [71]Deutschen Physikalischen Gesellschaft
ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Mark dotiert.
"Es geht bei meiner Arbeit darum, Licht zu bändigen, also eine
möglichst weit gehende Kontrolle darüber zu erlangen und ihm die
Eigenschaften aufzuprägen, die man sich wünscht", erklärt der
Würzburger Physiker. Dazu wird das Licht in winzig kleine Schachteln,
so genannte Resonatoren, mit Abmessungen von wenigen Millionstel
Metern eingesperrt. Den Schottky-Preis bekommt Dr. Bayer für seine
Entdeckung, dass sich durch die Kopplung solcher Resonatoren
[72]photonische Kristalle realisieren lassen.
Ein Material, dessen Brechungsindex sich periodisch ändert, weist
analog zur elektronischen Bandstruktur von Halbleitern eine
"photonische Bandstruktur" auf. Nur Licht mit spezifischen
Eigenschaften - einer durch die Kristalleigenschaften definierten
Relation zwischen Frequenz, Wellenlänge und Ausbreitungsrichtung -
kann sich in solchen "photonischen Kristallen" ausbreiten. Opale
erfüllen diese Bedingungen: Im chemischen Sinne ist ein Opal nicht
kristallin, allerdings sind in regelmäßigen Abständen ausgehärtete,
wasserarme Silikatkügelchen in einer Matrix aus weicherem
wasserreichen Silikat eingebettet. Die farbig schimmernde, irisierende
Oberfläche verdankt der Opal seiner photonischen Struktur. Auch hohle
poröse Strukturen können diese Eigenschaften aufweisen - der
Brechungsindexunterschied zwischen dem Trägermaterial und den
Luftlöchern reicht bereits aus. Damit der photonische Kristall auf
Licht im sichtbaren Spektralbereich wirkt, muss der Gitterabstand
seiner Kristallstruktur etwa der Wellenlänge des Lichtes entsprechen,
also einige hundert Nanometer betragen.
Photonische Kristalle sind technologisch für die Optoelektronik
interessant, denn mit ihnen lassen sich beispielsweise hoch effiziente
Lichtquellen wie Leuchtdioden herstellen: "Konventionelle Lichtquellen
weisen Verluste auf, da sie neben dem Licht, dessen Farbe für die
Anwendung benötigt wird, auch Licht von sich geben, dessen Farben
nicht erwünscht sind. Durch photonische Kristalle kann die Emission
unerwünschten Lichts verhindert werden", erklärt Dr. Bayer. Damit
komme man dem Ziel, elektrischen Strom vollständig in Licht
umzuwandeln, sehr nahe. ([73]wst/c't)
References
47. http://support.avx.com/cgi-bin/command/solution?11=010327-0017&130=0985731825
48. http://www.avx.com/
49. http://vil.mcafee.com/dispVirus.asp?virus_k=99060&
50. http://www.symantec.com/avcenter/venc/data/w32.peelf.2132.html
51. http://www.heise.de/ct/antivirus
71. http://www.dpg-physik.de/
72. http://www.heise.de/newsticker/data/wst-26.09.00-002/
73. mailto:wst@ct.heise.de
Meldungen vom 27.03.2001:
Schweiz probt Online-Krieg
Nach den [70]USA und [71]Deutschland will sich jetzt auch die Schweiz
auf [72]Computer-Attacken besser vorbereiten. Im Juni dieses Jahres
will das Informationsstrategie-Organ des Bundes eine Übung unter dem
Codenamen "Informo 2001" durchführen, meldet die Schweizer
Wochenzeitung [73]InfoWeek.ch. Dabei soll ein virtueller Angriff auf
die Informationsinfrastruktur (KASII) erfolgen, bei dem die
Computersysteme der Energieversorgung, des öffentlichen Verkehrs und
anderer Logistiksysteme lahmgelegt werden.
Projektleiter Professor Laurent F. Carrel vom Historischen Institut
der [74]Universität Bern will mit der Übung die Zusammenarbeit von
Verwaltung und Wirtschaft im Krisenfall trainieren. Die Regierung soll
durch den Scheinangriff schnelle und gezielte Handlungen erproben, die
in einem eventuellen Ernstfall nötig sind, wenn ein Angriff auf die
Computersysteme weite Teile der Wirtschaft und der Informationssysteme
außer Gefecht setzt. ([75]hag/c't)
References
70. http://www.heise.de/tp/deutsch/special/info/7055/1.html
71. http://www.heise.de/newsticker/data/wst-10.03.01-003/
72. http://www.heise.de/newsticker/data/fr-13.03.01-000/
73. http://www.infoweek.ch/
74. http://www.unibe.ch/
75. mailto:hag@ct.heise.de
Meldungen vom 24.03.2001:
Microsoft warnt vor Cracker-Zertifikat
[49]Peinliche Panne für das Sicherheitsunternehmen [50]Verisign:
Microsoft warnt vor Sicherheitszertifikaten, die angeblich von dem
Software-Konzern kommen, die sich aber ein Unbekannter bei Verisign
erschlichen hat. Nach Informationen von Microsoft hat Verisign dem
Unbekannten, der sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgegeben hat,
bereits Ende Januar zwei Klasse-3-Zertifikate auf den Namen "Microsoft
Corporation" ausgehändigt. Diese Bescheinigungen dienen dazu, Nutzern
beim Herunterladen von Dateien oder bei vertraulichen E-Mails zu
garantieren, dass sich niemand dazwischen geschaltet hat.
Der Inhaber der falschen Zertifikate kann diese beispielsweise dazu
nutzen, um Viren oder trojanische Pferde bei Anwendern von
Microsoft-Programmen einzuschleusen - und zwar generell bei allen
Microsoft-Produkten, da sich alle über Add-Ons aus dem Internet
erweitern lassen. Microsoft hat das amerikanische Bundeskriminalamt
FBI über den Fall informiert und arbeitet an Updates seiner Programme,
die die falschen Zertifikate selbstständig erkennen. Bis auf weiteres
informiert Microsoft in einem [51]Security Bulletin über
Sicherheitsmaßnahmen gegen die falschen Zertifikate. ([52]jo/c't)
====================================================================
PGP-Schlüssel lassen sich prüfen
Wie der Kryptologe Dr. Rüdiger Weis c't mitteilte, führen nach seinen
Analysen die von Vlastimil Klima und Thomas Rosa beschriebenen
[59]Modifikationen an geheimen PGP-Keys zu ungültigen Signaturen.
Wer also befürchtet, dass sein Schlüssel manipuliert worden sei, kann
das relativ einfach überprüfen. Er erstellt dazu eine digital
signierte Nachricht und überprüft die Echtheit seiner eigenen
Unterschrift. Dazu kommt der Public Key zum Einsatz, dessen Integrität
er anhand seiner Signaturen - zum Beispiel durch die c't
Kryptokampagne - verifizieren kann. Ist der Public Key intakt und die
digitale Unterschrift korrekt, darf man mit sehr hoher
Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Schlüssel nicht
kompromittiert ist.
Um einem Angriff vorzubeugen, sollte man dafür sorgen, dass niemand
Zugang zum geheimen Schlüssel erlangen kann. Dazu kann man diesen zum
Beispiel auf eine Diskette kopieren, die man anschließend
schreibschützt und sicher aufbewahrt. ([60]ju/c't)
References
49. http://www.verisign.com/developer/notice/authenticode/index.html
50. http://www.verisign.com/
51. http://www.microsoft.com/technet/security/bulletin/ms01-017.asp
52. mailto:jo@ct.heise.de
59. http://www.heise.de/newsticker/data/ju-22.03.01-001/
60. mailto:ju@ct.heise.de
Meldungen vom 21.03.2001:
Biometrie steckt noch in den Kinderschuhen
Der weltweite Markt für Biometrie ist noch klein: Nach Auskunft von
[22]Teletrust wurden 1999 etwa 100 Millionen US-Dollar umgesetzt,
davon fast 60 Prozent in den USA. Dabei spielten vor allem
Zutrittssicherungen beziehungsweise Grenzkontrollen eine entscheidende
Rolle. Am häufigsten wurden Fingerprintverfahren und die Handgeometrie
eingesetzt. Die US-Organisation der Biometrieanbieter [23]IBIA rechnet
für 2010 erst mit einem US-Markt von 1 bis 2,5 Milliarden US-Dollar.
Auf der Wissenschaftspressekonferenz in Bonn diskutierten Vertreter
von Verbrauchern sowie aus Wissenschaft und Industrie die Perspektiven
von Biometrie.
Für den Teletrust-Geschäftsführer Helmut Reimer ist klar: "In den
nächsten fünf bis zehn Jahren werden die Investitionsentscheidungen
vorbereitet." Einen breiten Einsatz erwartet Reimer vor allem bei den
Banken. Doch die bisherige Infrastruktur der EC-Karten mit
Magnetstreifen, die weltweit verbreitet ist, ist "zäh", weiß Reimer.
Gerade auf innovative Firmen, die jetzt mit neuen biometrischen
Produkten auf den Markt gehen, kommt eine harte Wartezeit zu. Sie
müssen deshalb, so Reimer, weitere Einsatzfelder erschließen. Komfort
ist hier das Zauberwort.
Professor Michael Behrens von der Fachhochschule Gießen-Friedberg
sieht die Biometrie nicht nur im Sicherheitsbereich, sondern vor allem
als Schlüssel für mehr Komfort. Vor allem im Automobilbereich erkennt
er große Einsatzmöglichkeiten. Aber auch das intelligente Haus, dessen
Räume bei Eintritt individuell je nach Tätigkeit beheizt und belichtet
werden, bietet ebenfalls Perspektiven. Reimer sieht zudem bei der
Integration von biometrischen Verfahren in Handys einen "konkreten
Nutzen". Mobile Endgeräte wie der Personal Digital Assistent oder ein
Laptop können mit Hilfe von Biometrie geschützt werden.
Biometrisch ausgewertet werden kann vieles: Das Tippverhalten an einer
Tastatur, die Fingergeometrie, die Stimme, das Gesicht, die
Unterschriftendynamik, das Netzhaut- und das Irismuster, der
genetische Code - oder der Fingerabdruck. Seit Jahren ist die
biometrische Maus von Siemens, die ID-Maus, auf dem Markt. Der Nutzer
kann sich mit einem kurzen Fingertip auf den Sensor der Maus
identifizieren. Die Daten des Fingerabdrucks werden mit den
gespeicherten Referenzdaten des berechtigten Nutzers abgeglichen. Sind
die Werte identisch, kann der Nutzer ans Werk gehen.
Bislang verkaufte sich die biometrische Maus jedoch nicht gut. Es
fehlten die richtigen Anwendungen. Nun hat Siemens die schlaue Maus
mit einem virtuellen Marktplatz verkuppelt: Kunden des
[24]Webtrade-Center der DCI AG, eines Markplatzes für
Informationstechnologie und Telekommunikation, können sich demnächst
per Fingerabdruck anmelden. Damit müssen sie nicht mehr ihren
Benutzernamen und ihr Passwort bei der Anmeldung angeben.
Die biometrischen Daten des Anwenders bleiben sicher verschlüsselt auf
seinem PC, wo auch der Abgleich mit den Referenzdaten erfolgt. Zum
Webserver werden nur dieselben Daten übertragen wie bei einem
herkömmlichen Anmeldevorgang. Damit bleiben die biometrischen
Informationen stets beim Nutzer. Für den Siemens-Manager Stefan Kuhn
zeigt diese Anwendung, dass "biometrische Verfahren nicht nur über die
lokale Anwendung an einen PC geeignet sind, sondern ganz praktisch im
E-Commerce eingesetzt werden können".
Das die ID-Maus bislang nicht nur an fehlenden Anwendungen krankte,
sondern auch an ihrer Technologie, kommentiert Helmut Reimer.
Gegenüber heise online sagte Reimer, dass der bei der Maus eingesetzte
Sensor-Chip von Infineon im Alltagsgebrauch zu empfindlich sei.
Tatsächlich gibt es bis jetzt keine robusten biometrischen Systeme für
offene Nutzergruppen. Zwar experimentiert auch die Dresdner Bank bei
Geldautomaten mit einem Iris-Scanner, der immerhin eine
Ersterkennungsrate von 99 Prozent aufweist. Doch für Kunden sind die
Geldautomaten noch nicht in Gebrauch, sondern nur für interne
Mitarbeiter. Kein Wunder also, dass der Toleranzwert von 99 Prozent so
hoch sein kann - die wenigen Nutzer sind dem Gerät bekannt.
Astrid Albrecht von der Arbeitsgemeinschaft Verbraucherverbände meint:
"Biometrische Verfahren versprechen viele Vorteile, bringen jedoch
mehr Risiken mit sich." Mehr Vertrauenswürdigkeit im Gegensatz zu PINs
und Passwörtern bringen die personengebundenen Daten wohl: So
entfallen beim Geldautomaten die Sorgfaltspflichten. Aber der Nutzer
kann die vom Automaten erhobenen Daten nicht selbst kontrollieren. Der
Missbrauch ist deshalb nicht ausgeschlossen. Biometrische Daten können
nicht wie PINs jederzeit ausgetauscht und erneuert bleiben - sie
bleiben konstant. Eine verbraucherfreundliche Lösung ist deshalb die
Speicherung und der Abgleich von Daten auf einer Smartcard.
Die Aachener Sicherheitsfirma Utimaco stellt auf der CeBIT eine solche
Lösung vor. Utimaco arbeitete nicht mit Siemens, sondern mit der
schwedischen Firma Precise Biometrics zusammen: Sie stellte den
[25]kombinierten Smartcard-Fingerprint-Leser her. Er benötigt keine
eigene Stromversorgung und wird über die parallele Schnittstelle oder
den USB-Port mit dem PC verbunden.
Die finnische Firma Miotec entwickelte das neue Betriebssystem für die
Smartcards. Es ermöglicht es, den PIN-Code durch den Fingerprint zu
ersetzen. Die Smartcard kann mehrere Fingerabdrücke speichern, der
integrierte RSA-Co-Prozessor ermöglicht die Verbindung der Smartcards
für digitale Signaturen. Anders als beim Siemens-Modell werden die
biometrischen Daten nicht auf dem PC, sondern direkt auf der Smartcard
gespeichert. Mit der elektronischen Signatur auf der Smartcard könnten
E-Mails unterzeichnet werden, Nutzer können sich in Virtual Private
Networks authentifizieren oder Dateien verschlüsseln. (Christiane
Schulzki-Haddouti) / ([26]jk/c't)
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Heidelberger Druck will zum Software-Spezialisten werden
Nach dem erfolgreichen Start in den Digitaldruck will die
erfolgsverwöhnte [82]Heidelberger Druckmaschinen AG sich nun auch als
Softwarespezialist für die grafische Industrie positionieren. Auf der
CeBIT wolle der Konzern mit seiner Software neue Kundenkreise
außerhalb des "klassischen Druckereibetriebs" gewinnen, sagte
Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier in einem dpa-Gespräch.
Weltweit werde in der grafischen Industrie jährlich etwa eine
Milliarde Mark in Software und Informationstechnologie investiert.
"Bis zum Jahr 2005 wird ein Drucker nur noch 10 bis 20 Prozent seiner
Wertschöpfung mit dem reinen Drucken erzielen", schätzte der Chef des
weltgrößten Druckmaschinenherstellers. Der Rest werde von zusätzlichen
Dienstleistungen kommen, von Bindung über Verpackung bis zu
Datenmanagement für die Kunden. Für die Druckbranche würden deshalb
die so genannten PPS-Systeme (Produktion, Planung, Steuerung) immer
wichtiger. Auf der CeBIT könnte Heidelberger Druckmaschinen die
IT-Spezialisten der grafischen Industrie ansprechen, die nicht zu den
reinen Druckmessen wie der alle vier Jahre stattfindenden drupa in
Düsseldorf anreisten, meinte Schreier.
Die Digitaltechnik ist einer der Investitionsschwerpunkte des
Traditionsunternehmens. Glänzend angelaufen ist das Geschäft mit
Maschinen für den digitalen Schwarzweiß-Druck. Die Sparte konnte ihren
Umsatz in den ersten neun Monaten um 25 Prozent auf 569 Millionen Euro
steigern. Zusätzliches Wachstum sollen ab kommendem Jahr die mit dem
US-Konzern Kodak im Gemeinschaftsunternehmen Nexpress produzierten
Maschinen für den farbigen Digitaldruck bringen. "Der Farbmarkt wird
voraussichtlich jährlich um 18 bis 20 Prozent zulegen", sagte
Schreier. Heidelberger Druck wolle Marktführer in dieser Sparte werden
und diese Wachstumsraten noch übertreffen.
Die Abkühlung der US-Konjunktur werde voraussichtlich keine negativen
Folgen für das Unternehmen haben, sagte Schreier. "Nach dem starken
Wachstum der Vergangenheit schwächt sich derzeit das US-Geschäft
ab,wir können das aber durch starkes Wachstum in China mehr als
ausgleichen." Er sei sicher, dass die für das am 31. März endende
Geschäftsjahr 2000/01 gesteckten Ziele von mehr als fünf Milliarden
Euro Umsatz und einem zehnprozentigen Gewinnplus erreicht werden.
Schreier deutete eine Erhöhung des Aktien-Streubesitzes von derzeit 16
auf über 20 Prozent in den Sommermonaten an. Das wäre Voraussetzung
für den Verbleib im Frankfurter M-DAX für die Mittelwerte. "Ich bin
optimistisch, dass wir diese Hürde bis zur Jahresmitte mit Hilfe
unserer Aktionäre überwinden können", sagte Schreier. Über die
angestrebte Verdopplung des Streubesitzes sei noch keine abschließende
Entscheidung gefallen. Großaktionär bei Heidelberger Druck ist der
Essener RWE-Konzern, der gut 56 Prozent der Anteile hält. (dpa) /
([83]jk/c't)
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Der US-Kongress erstickt an E-Mails
Der [88]US-Kongress kann sich der Flut an E-Mails nicht mehr erwehren.
Einer [89]Studie des [90]Congress Online Project zufolge stieg die
Zahl der eingehenden E-Mails von 20 Millionen im Jahr 1998 auf 48
Millionen im letzten Jahr, mit besonderen Volumenspitzen in Zeiten
kontrovers diskutierter politischer Vorgänge.
Das hohe E-Mail-Aufkommen führt gelegentlich sogar zu der Überlastung
des gesamten internen Netzes der Kongressbüros, das dann nur noch "im
Schneckentempo" arbeitet. Zuletzt sei dies bei der [91]Nominierung von
John Ashcroft zum US-Justizminister der Fall gewesen.
Auf der Empfängerseite sehen sich die einzelnen Kongressbüros jeweils
mit der E-Mail-Flut alleingelassen, da es weder einen zentralen
Mailserver für alle Offices gibt, noch die Büros nennenswerte
technische Vorkehrungen für das automatisierte Mail-Handling getroffen
hätten. Für diesen Missstand, der dazu führe, dass Tausende und
Abertausende von Mails unbeantwortet blieben, macht das Congress
Online Project in seiner Untersuchung die schlechte finanzielle
Ausstattung der Offices und deren unkluge Budget- und Personalplanung
verantwortlich. In alter Tradition habe man bisher darauf gesetzt,
möglichst billiges und damit unqualifiziertes Personal einzukaufen und
als Kommunikatoren mit externen EDV-Dienstleistern einzusetzen.
Im Zuge des überbordenden Mailverkehrs mit seinen drastisch erhöhten
Anforderungen an die technische Infrastruktur räche sich nun diese
Dumping-Praxis mit den aufgetretenen Problemen eines nicht mehr
beherrschbaren Datenverkehrs. Bis zu 12 Prozent des Jahresbudgets
müsse in einzelnen Offices aufgewendet werden, um die nötige
Daten-Infrastruktur zu schaffen und zu unterhalten, lautet eine
Kernaussage der Online-Studie.
Der Großteil des Mailansturms könne bei klügerem Handling allerdings
schon heute bewältigt werden, wenn die Büros nur die in der Hälfte der
Fälle bereits vorhandene Software zur automatisierten Mailbehandlung
nutzen würden. Vielen Offices ist allerdings überhaupt nicht bewusst,
dass sie bereits über die nötigen Einrichtungen verfügen; anderen
fehlt einfach die Zeit, die Mitarbeiter in der Nutzung dieser
Techniken zu unterweisen. So nutzen letztlich nur 10 Prozent der Büros
die Software zum Mailhandling wenigstens in Ansätzen. ([92]klp/c't)
References
22. http://212.185.192.36/
23. http://www.ibia.org/
24. http://www.webtradecenter.de/
25. http://www.heise.de/newsticker/data/pab-07.02.01-002/
26. mailto:jk@ct.heise.de
82. http://www.heidelberg.com/frm_prepage.asp
83. mailto:jk@ct.heise.de
88. http://thomas.loc.gov/
89. http://www.congressonlineproject.org/email.html
90. http://www.congressonlineproject.org/index.html
91. http://www.heise.de/newsticker/data/pmo-05.01.01-000/
92. mailto:klp@ct.heise.de
Meldungen vom 19.03.2001:
Primzahl entschlüsselt DVDs
Dass Primzahlen in der Kryptologie eine besondere Bedeutung haben, ist
altbekannt. Doch mit der Zahl
4856507896573978293098418946942861377074420873513579240196520736
6869851340104723744696879743992611751097377770102744752804905883
1384037549709987909653955227011712157025974666993240226834596619
6060348517424977358468518855674570257125474999648219418465571008
4119086259716947970799152004866709975923596061320725973797993618
8606316914473588300245336972781813914797955513399949394882899846
9178361001825978901031601961835034344895687053845208538045842415
6548248893338047475871128339598968522325446084089711197712769412
0795862440547161321005006459820176961771809478113622002723448272
2493232595472346880029277764979061481298404283457201463489685471
6908235473783566197218622496943162271666393905543024156473292485
5248991225739466548627140482117138124388217717602984125524464744
5055834628144883356319027253195904392838737640739168912579240550
1562088978716337599910788708490815909754801928576845198859630532
3823490558092032999603234471140776019847163531161713078576084862
2363702835701049612595681846785965333100770179916146744725492728
3348691600064758591746278121269007351830924153010630289329566584
3662000800476778967984382090797619859493646309380586336721469695
9750279687712057249966669805614533820741203159337703099491527469
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von [31]Prime Curious hat es eine besondere Bewandtnis. Schreibt man
sie in hexadezimaler Form (also zur Basis 16) und schickt diese
Zeichenkette durch den Entpacker gunzip, erscheint der C-Code der
DVD-Entschlüsselungsroutinen DeCSS (oder man lässt ein
[32]Perl-Programm diese Aufgabe erledigen). Da ein amerikanisches
Gericht die Verbreitung von DeCSS für illegal erklärt hat, werfen die
Entdecker des Zahlenspiels die Frage auf: Handelt es sich hier um die
erste [33]illegale Primzahl?
Die mathematischen Grundlagen der Zahlenspielerei sind nicht ganz
trivial. Der grundlegende Gedanke ist folgender: Man komprimiert den
DeCSS-Code mit gzip und interpretiert den so entstanden Datenstrom als
eine einzige Zahl aus 563 Bytes. Dann sucht man eine Primzahl, deren
erste 563 Bytes mit dieser Zahl übereinstimmen (nach Dirichlets
Theorem gibt es unendlich viele solcher Primzahlen). Schickt man die
Primzahl durch das Dekompressionsprogramm gunzip, interpretiert es die
ersten 563 Bytes als korrekten Datenstrom und ignoriert den Rest
("trailing garbage ignored"). Als Resultat erscheint der ursprüngliche
C-Code. ([34]ju/c't)
References
31. http://www.utm.edu/research/primes/curios/48565...29443.html
32. http://www.cs.cmu.edu/~dst/DeCSS/Gallery/Stego/mccarthy-prime-decoder.txt
33. http://www.utm.edu/research/primes/glossary/Illegal.html
34. mailto:ju@ct.heise.de