Michael Lobisch-Delija

Spaltung

Wenn sich das Dunkle in mir teilt
und aus mir herausdrängt
das mich umzingelt
wie tausend flatternde Fächer

dann höre ich wieder die Meister
die den einsamen Namen meiner Bestimmung flüstern
unablässig wälzen sie ihn im Mund
und sie lassen nie nach
bis zur Erfüllung ihrer Wünsche

Mir allein ist es auferlegt
alles zu tun
zu ihrer Zufriedenheit

Mit ihrem ständigen Wispern
lassen sie die Furcht simmern
im Kessel meines Schädels
bis das weiche Innere versteinert

Dann bedrängen mich wieder
die Stimmen der Meute
und ihre Trommeln
die in meiner Verwirrung wiederhallen
wie die stampfenden Füße von Zombies

Wieder bin ich verraten
weil der dritte Hahn kräht

Warum hörst du sie nicht
die mir ewig dieselben Fragen stellen
und Irrwege anbieten
in schwarzer Freundschaft
als einzigen Ausweg

Das Dröhnen des Todes laß ich für heute vorbei
dein letztes Lächeln form ich zum Schleier
der uns unsichtbar macht
aus deinem Schluchzen schnitze ich
die Maske der Nacht
die uns unerkannt geleitet

Ich bitte nur dich: Bleibe bei mir

UP

next poem


Emphasis

Homepage

weitere deutsche Authoren

The Questioning Way

Gastbuch


e-mail M. Lobisch-Delija

©Michael Lobisch-Delija

© Fey & Getty.
All rights reserved