Michael Lobisch-Delija

Babylonische Reiter

[Hommage an S. J.]

Gott, sind wir klüger geworden
wir trümmern Atom auf Atoll
die Kühnheit, im Großen zu morden
das Fortschrittsmaß machen wir voll

Im Sattel: Gespenst über Sphären
im Galopp reißt's uns weiter ins All
die Zweifler - wir lassen sie mähren
auf dem Giebel der Welt ragt der Phall

'Forever young'  hören wir's plärren
seit Alphaville sind wir bereit
und roßhoch jagen wir Herren
es ruft die Unsterblichkeit

Wir reiten den Nachthengst und schnellen
den Horizonten voraus
die Hufe sie wirbeln und prellen
wie Feuerstein auf unser Haus

Was unten war, jetzt ist es oben
kopfüber - des Bockigen Kreuz
die Welt aus den Angeln gehoben
die Fugen gesprengt - und wen reut's ?

Die Meere versengt und zerstoben
die Kometen verjagt mit Geheul
Wir thronen und fühlen uns oben
wenn die Kruppe die Sterne verbeult

Zum Amoklauf sind wir geboren
als Mensch, der sich selber genügt
Nur weiter: dem Wahnsinn die Sporen
noch hat uns kein Schöpfer gerügt!

UP

next poem


Emphasis

Homepage

weitere deutsche Authoren

The Questioning Way

Gastbuch


e-mail M. Lobisch-Delija

©Michael Lobisch-Delija

© Fey & Getty.
All rights reserved